Erdgeschichte: Vulkanausbrüche löschten Dino-Konkurrenz aus
Vor gut 200 Millionen Jahren starben viele Tier- und Pflanzenarten aus - und der Siegeszug der Dinosaurier begann. Wissenschaftler vermuten, dass Vulkanausbrüche und darauffolgende Klimaveränderungen das Massensterben auslösten. Eine neue Gesteinsanalyse unterstützt die These.
Eine Reihe gigantischer Vulkanausbrüche könnte den Dinosauriern den Weg geebnet haben, für Millionen von Jahren die vorherrschende Tiergruppe zu stellen. Vor gut 200 Millionen Jahren kam es zu einem großen Massenaussterben, etwa die Hälfte der Tier- und Pflanzenarten verschwand. In der Folgezeit setzten sich die Dinosaurier durch - bis wiederum sie vor rund 65 Millionen ausstarben.
Wissenschaftler hatten schon länger vermutet, dass Vulkanausbrüche für das Massenaussterben am Ende des Trias verantwortlich waren - diese lösten einen dramatischen Klimawandel aus, und viele Arten schafften es nicht, sich daran anzupassen, so die Idee. Ein internationales Forscherteam veröffentlichte nun im Fachmagazin "Science" Studienergebnisse, die diese Hypothese untermauern. Sie konnten das Massenaussterben und von Vulkanausbrüchen stammende Basalt-Ablagerungen in einen engen zeitlichen Zusammenhang bringen.
Basaltgestein untersucht
Das Team um Terrence Blackburn vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge untersuchte dazu Gesteinsproben von der Ostküste Kanadas, aus New York und Marokko. Die Analyse von Uran-Isotopen im Gestein ließ genaue Rückschlüsse auf dessen Entstehung zu. Die Fehlermarge bei der Datierung der Eruptionen ließ sich damit von vormals ein bis drei Millionen Jahren auf wenige tausend Jahre reduzieren, berichten die Forscher
Damit seien zwar wohl nicht alle Fragen hinsichtlich "des genauen Ablaufs" des Massenaussterbens beantwortet, erklärte der Geologe Paul Olsen von der New Yorker Columbia University, ein Co-Autor der Studie. Jedoch sei die zeitliche Übereinstimmung mit den vulkanischen Aktivitäten "ziemlich wasserdicht".
Wie die Forscher berichten, enthalten die Gesteinsschichten unter dem untersuchten vulkanischen Basalt auch Pollen und Fossilien, die in der Schicht darüber dann nicht mehr zu finden sind. Zu den Arten, die damals verschwanden, zählen beispielsweise die äußerlich Aalen ähnelnden Conodonten, bestimmte Baumechsen und auch diverse Pflanzenarten. Die meisten Arten müssten in einem Zeitraum von weniger als 20.000 Jahren ausgestorben sein, berichtet Olsen.
Die Reihe gigantischer Vulkanausbrüche müsste große Mengen schwefelhaltiger Partikel in die Atmosphäre geblasen haben, die den Himmel verdunkelten und einen jahrelangen Winter auslösten. Weil die Ausbrüche zusätzlich die CO2-Konzentration in der Atmosphäre stark erhöht hatten, so die Hypothese, folgte auf den Kälteeinbruch eine starke Warmphase. Arten, die sich an diese Extreme nicht anpassen konnten, starben aus. Und die Dinosaurier, denen dies offensichtlich gelang, füllten die biologischen Nischen.
wbr/AFP
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