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Wachsende Weltbevölkerung: Uno warnt vor Trinkwasser-Knappheit

Immer mehr Menschen und unberechenbare Klimaveränderungen: In ihrem neuen Wasserbericht warnen die Vereinten Nationen vor den dramatischen Folgen der Wasserknappheit, die der Welt bis zum Jahr 2050 droht.

New York - Trinkwasser ist eine knappe Ressource: 97,5 Prozent des weltweit verfügbaren Wassers ist Salzwasser und damit für die Menschheit kaum verwertbar. Und selbst an das meiste Süßwasser kommt man nicht heran, weil es in Gletschern gefroren, unerreichbar tief unter der Erde oder in Sümpfen ist. Die Unesco schätzt, dass nur etwa 0,0075 Prozent des Wassers auf der Erde für den Menschen verfügbares Süßwasser ist. Und auch dies ist weltweit sehr ungleich verteilt.

Kind in Indien beim Wassertransport: Uno warnt vor Ressourcenknappheit
REUTERS

Kind in Indien beim Wassertransport: Uno warnt vor Ressourcenknappheit

Und das kostbare Nass wird nach Angaben der Unesco in Zukunft noch knapper werden. In ihrem jüngsten Wasserbericht mit dem Titel "Wasser in einer sich verändernden Welt", der am Donnerstag in New York vorgestellt wurde, werden die beiden Hauptgründe genannt: Die Bedürfnisse der schnell wachsenden Weltbevölkerung und die Auswirkungen der Klimaveränderungen.

Die Weltbevölkerung wächst jährlich um fast 80 Millionen Menschen, die zusätzlich 64 Milliarden Kubikmeter Wasser benötigen, so der Bericht. Heute leben bereits 6,8 Milliarden Menschen auf der Welt. Bis 2012 sollen es sieben Milliarden und bis 2050 mehr als neun Milliarden sein, so die Prognosen.

Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaft, Lebensstil und Verhaltensmuster sind die wichtigsten Faktoren beim Wasserverbrauch. "Die Geschichte zeigt eine enge Verbindung zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Entwicklung von Trinkwasser-Ressourcen", heißt es in dem Bericht der Unesco. Das meiste Wasser - etwa 70 Prozent des weltweiten Verbrauchs - wird für den Anbau von Nahrung verwendet. Dabei ist der Bewässerung in der Landwirtschaft höchst ineffizient: Etwa die Hälfte des Wassers, so Schätzungen, wird vergeudet.

Auch veränderte Essgewohnheiten und Nahrungsproduktion werden die Wasserknappheit verschärfen. Der Unesco-Bericht zeigt die Auswirkungen am Beispiel Chinas: Ein Chinese, der 1985 im Schnitt nur 20 Kilogramm Fleisch pro Jahr gegessen hat, konsumiert heute mehr als 50 Kilogramm. 1960 wurden in China etwa 2,5 Millionen Tonnen Fleisch produziert, 2006 waren es über 80 Millionen. Um das Vieh zu füttern, wird mehr Getreide benötigt und dafür mehr Wasser verbraucht als früher. Insgesamt verschlingt die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch etwa 16.000 Liter.

In der kommenden Woche lädt die türkische Regierung in Istanbul zu einem Welt-Wasser-Forum ein. Dort soll darüber diskutiert werden, wie Probleme mit der Verteilung von Trinkwasser gelöst werden können.

lub/dpa

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