Seattle - Moskitonetze sind eine effektive Methode zum Schutz vor Malaria. Das bestätigen US-Forscher nach der Auswertung mehrerer Studien aus tropischen Ländern Afrikas. In Familien, die mit Insektiziden behandelte Netze besaßen, starben in den vergangenen Jahren 23 Prozent weniger Kinder an der Tropenkrankheit. Die Forscher präsentieren die Studie im Online-Fachjournal "PLoS Medicine" .
Stephen Lim von der University of Washington in Seattle hatte Studien aus sieben zentralafrikanischen Ländern ausgewertet, in denen seit dem Jahr 2000 verstärkt mit Insektiziden behandelte Netze in der Bevölkerung verteilt worden waren. Dabei fanden sie heraus, dass die Kinder von Familien, in denen die Netze verwendet wurden, durchschnittlich zu 20 Prozent weniger häufig von Malaria-Parasiten befallen waren.
Bei der Analyse weiterer Studien aus 22 afrikanischen Ländern stellten sie zudem fest, dass in Familien mit Moskitonetzen die Todesrate der unter fünfjährigen Kinder um 23 Prozent niedriger lag. Dies zeige, dass diese relativ billigen Maßnahmen einen deutlichen Erfolg einbrachten, berichtet Lim.
Im Gegensatz dazu äußerten Wissenschaftler einer kürzlich erschienen Studie aus dem Senegal Bedenken: Moskitonetze, so die Forscher, seien nur kurzfristig effektiv, da die Stechmücken dauerhaft Resistenzen gegen die Chemikalien in den Netzen entwickeln könnten. Diese Studie wurde aber seinerzeit von anderen Wissenschaftlern kritisiert, da sie lediglich über einen kurzen Zeitraum und nur im Senegal gelaufen sei.
Viele afrikanische Länder hatten in den vergangenen Jahren mit ausländischer Hilfe präparierte Netze an ihre Bevölkerung ausgegeben zum Teil bis zu einer Abdeckung von fast 60 Prozent. "Präparierte Moskitonetze sind ein Eckpfeiler bei der langfristigen Bekämpfung der Krankheit", kommentiert jetzt Thomas Eisele von der Tulane University School of Public Health and Tropical Medicine in New Orleans (USA) die aktuelle Analyse in derselben Zeitschrift.
Eine Einschränkung gibt aber auch er zu bedenken: Die meisten Netze, so Eisele, verlören ihre insektizide Wirkung nach zwei bis drei Jahren und müssten erneut behandelt werden. Für einen dauerhaften Schutz müsse daher ein gutes lokales Erneuerungssystem aufgebaut werden.
cib/dpa
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