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Verlängertes Moratorium: Indonesien schützt seine Regenwälder

Tesso Nilo National Park, Indonesien: Moratorium zum Waldschutz verlängert Zur Großansicht
DPA

Tesso Nilo National Park, Indonesien: Moratorium zum Waldschutz verlängert

Gigantische Palmölplantagen haben in Indonesien große Teile der ursprünglichen Regenwälder verdrängt. 2011 stellte der Staat 64 Millionen Hektar unter Schutz - bis Mai 2013. Nun wurde das Abholz-Moratorium gegen den Widerstand der Industrie verlängert.

Jakarta - Indonesien hat sein Moratorium auf das Abholzen Regenwaldgebieten um zwei Jahre verlängert. Damit dürfen rund 64 Millionen Hektar Wald und Torfmoorwälder bis Mitte 2015 nicht gerodet werden, teilte die Regierung am Mittwoch mit. Der Inselstaat am Äquator verfügt über ausgedehnte Urwälder.

Die 64 Millionen Hektar stehen seit 2011 unter Schutz. Im Gegenzug für das Moratorium sagte Norwegen seinerzeit eine Milliarde Dollar für den Klimaschutz in Indonesien zu. Wie unter anderem der "Jakarta Globe" berichtete, wurde das Moratorium gegen den Protest von Unternehmen durchgesetzt, die neue Palmölplantagen anlegen wollen. Indonesien sei infolge des Moratoriums als Palmölproduzent hinter Malaysia gefallen, hatte etwa ein Industriesprecher beklagt.

Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte den Schritt. "Leider hat der Präsident das Moratorium nicht auf alle Wälder und Moore ausgeweitet", sagte Sprecher Yuyun Indradi. "Das wäre nötig, um die verbliebenen Tiger und Orang-Utans zu schützen." Die Wälder werden vor allem von der Papierindustrie abgeholzt, sowie von Palmölkonzernen, die dort Plantagen anlegen.

Besonders der Holzeinschlag in den Torfmoorwäldern setzt Unmengen Kohlendioxid frei, weil die oft meterdicken Torfböden nach dem Abholzen austrocknen und in Brand geraten. Durch die Zerstörung der Wälder setzt Indonesien so viel klimaschädliches Kohlendioxid frei wie kaum ein anderes Land.

Das asiatische Land hat freiwillige Klimaschutzmaßnahmen angekündigt. Damit sollen die Emissionen bis 2020 um 26 Prozent unter dem Niveau bleiben, das ohne Schutzmaßnahmen erreicht würde.

Der Kahlschlag der Urwälder hat sich nach Angaben des Forstministeriums deutlich verlangsamt, von jährlich 3,5 Millionen Hektar zwischen 2002 und 2009 auf jetzt 450.000 Hektar im Jahr.

Obwohl Brandrodungen in Indonesien verboten sind und sogar mit bis zu zehn Jahren Gefängnis und umgerechnet 800.000 Euro Strafe geahndet werden, werden immer wie Wälder illegal abgefackelt. Bei solch einer Brandrodung im Norden Sumatras starben im vergangenen Jahr etwa hundert Orang-Utans.

wbr/dpa

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