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Schleswig-Holstein: Helfer starten Bergung der Pottwale aus dem Watt

Bergung im Watt: Wale vor Dithmarschen Fotos
DPA

Vor der Küste Dithmarschens hat der Abtransport verendeter Wale begonnen. Bagger schleppen die acht gestrandeten Meeressäuger vom Watt.

Experten haben am Mittwoch mit der Bergung der acht im Wattenmeer vor Dithmarschen in Schleswig-Holstein entdeckten Pottwal-Kadaver begonnen. Am Vormittag machten sich die Mitarbeiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz mit Raupenfahrzeugen auf den Weg zu den toten Meeressäugern.

Inzwischen wurde ein weiterer Wal auf einer Sandbank nordwestlich von Büsum entdeckt, sagte der Sprecher des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer Hendrick Brunckhorst.

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) zeigte sich durch den Tod der vielen Wale betroffen. Ein Spaziergänger in Kaiser-Wilhelm-Koog hatte die acht Meeressäuger am Sonntagabend rund zwei Kilometer vor dem Deich entdeckt. Es ist der größte je in Schleswig-Holstein gemachte Fund von Pottwalen.

Im Januar waren bereits mindestens 16 Pottwale an den Küsten der Nordsee entdeckt worden - in Deutschland, den Niederlanden und in Großbritannien. Experten vermuten, dass sie sich auf ihren Wanderrouten verschwommen haben. Keines der Tiere überlebte.

Schlechte Orientierung

Die Tiere werden dem Azorenbestand zugerechnet. Die Männchen dieser Population verbringen den Winter im Nordatlantik. Auf ihren Wanderungen verirren sich Wale manchmal in die für sie zu flache und nahrungsarme Nordsee. Mit ihrem akustischen Orientierungssinn können sie sich dort schlecht zurechtfinden.

Die flache Nordsee ist schon seit Hunderten Jahren als Falle für Pottwale bekannt. Strandungen sind nach Angaben des Büsumer Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung seit dem 16. Jahrhundert dokumentiert.

"Bisher haben wir keine direkten Hinweise, dass ein bestimmter einzelner Einfluss dazu geführt hat, dass die Tiere in die Nordsee kommen und stranden", sagte Institutsleiterin Ursula Siebert. Dass viele Tiere auf einmal stranden, könne auch daran liegen, dass sich die Pottwal-Bestände erholt hätten und damit mehr Tiere auf die Wanderroute gingen.

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boj/dpa

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