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Walfang-Prozess: Japan muss sich vor Uno-Gericht verteidigen

Kommerziell oder zu wissenschaftlichen Zwecken? Trotz aller Kritik machen japanische Schiffe Jagd auf Wale Zur Großansicht
AFP/ Australian Customs Service

Kommerziell oder zu wissenschaftlichen Zwecken? Trotz aller Kritik machen japanische Schiffe Jagd auf Wale

Japan steht wegen seines Walfangs am Pranger, jetzt auch vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag: Australien und Neuseeland wollen die Jagd unterbinden. Die Chancen stehen nicht schlecht.

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag verhandelt ab Mittwoch über eine Klage gegen das japanische Walfang-Programm. Australien und Neuseeland wollen damit ein Ende des Walfangs erzwingen. Sie begründen ihre Klage damit, dass Japan nicht allein aus wissenschaftlichen Gründen Jagd auf die Meeressäuger mache.

Trotz internationaler Proteste fangen und töten japanische Walfänger seit mehr als 25 Jahren Wale im Südpazifik. Die Meeressäuger sind eigentlich international geschützt, 1986 hat die Internationale Walfang-Kommission die kommerzielle Jagd auf Wale verboten. Dennoch nutzen die Japaner ein Schlupfloch, das die Waljagd zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt. Tierschützer sind empört und stören die Flotte jedes Jahr mit immer riskanteren Manövern.

Gericht könnte Walfang einschränken

Nach Ansicht der Kläger im aktuellen Prozess betreibt Japan trotz internationaler Verbote noch immer kommerziellen Walfang in der Region. Der Prozess soll "ein für alle Mal feststellen, dass der japanische Walfang nicht wissenschaftlichen Zwecken dient, sondern gegen internationales Recht verstößt", sagt Australiens Chefankläger Mark Dreyfus.

Japan weist die Vorwürfe zurück und beruft sich auf ein internationales Abkommen, nach dem die geschützten Meeressäuger zu wissenschaftlichen Zwecken gefangen werden dürfen. "Australien argumentiert, dass Japan dieses Recht missbraucht und im Namen der Wissenschaft in Wirklichkeit kommerziell fischt", sagt Don Anton, Juraprofessor an der Australian National University in Canberra. "Wenn der Gerichtshof zustimmt, könnte er die Fangmengen begrenzen, aber nicht den Walfang per se."

Don Anton räumt Australien und Neuseeland eine 50-prozentige Siegchance ein. Die Anhörungen vor dem Internationalen Gerichtshof sollen bis zum 16. Juli dauern. Wann ein Urteil fällt, ist noch nicht bekannt.

Japans Regierung macht keinen Hehl daraus, dass das Fleisch getöteter Wale in Japan durchaus verzehrt wird. Allerdings geht die Nachfrage nach Walfleisch spürbar zurück: "Die Essensgewohnheiten haben sich geändert", sagt Taku Sasaki, Sprecher der japanischen Fischereibehörde. Nur in einigen Gegenden sei das Fleisch noch gefragt. Die Lagerbestände seien in diesem April auf knapp 4000 Tonnen gestiegen. Vor gut zehn Jahren war es zum gleichen Zeitpunkt etwa die Hälfte.

che/dpa/AFP

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insgesamt 44 Beiträge
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1. Gut so!
tasmanien 26.06.2013
Zitat von sysopAFP/ Australian Custons ServiceJapan steht wegen seines Walfangs am Pranger, jetzt auch vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag: Australien und Neuseeland wollen die Jagd unterbinden. Die Chancen stehen nicht schlecht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/walfang-japan-muss-sich-vor-un-gericht-verteidigen-a-907891.html
Hoffentlich fällt der Spruch sehr,sehr eindeutig aus! Walfang ist ein Verbrechen und gehört als solches bestraft.
2.
M. Michaelis 26.06.2013
Statt unsinniger Fangverbote sollte man lieber mit Fangquoten arbeiten.
3.
t.achim 26.06.2013
Wal ist momentan nicht wirklich aussterbend. Falls wissenschaftlicher Walfang verboten ist, kann man nicht urteilen, ob die Wahl wirklich abnimmet oder zu nimmt. Ausßerdem ist es europäsiche Arroganz, was zu essen anderen Volks zu zwingen.
4. Wissenschaftlich
denkpanzer 26.06.2013
Habe sowieso nicht ganz verstanden warum Wale für wissenschaftliche Zwecke getötet werden dürfen.
5. Delfin = Wal
verspiegelt24 26.06.2013
bitte nicht vergessen, dass auch gerne Delfin statt Wal oder Tunfisch gefangen wird.
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