Lockmittel Death Metal Weiße Haie lieben es düster

Auf der Suche nach einem ganz bestimmten weißen Hai hat ein Filmteam eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Die Meeresräuber haben einen ganz eigenen Musikgeschmack. Sie lieben, was unter Wasser nach sterbender Beute klingt.

Weißer Hai (Symbolbild): Ganz besonderer Musikgeschmack
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Weißer Hai (Symbolbild): Ganz besonderer Musikgeschmack


Die Dokumentarfilmer waren für die Discovery-Channel-Doku-Show "Bride of Jaws" auf der Suche nach einem knapp fünf Meter langen, 1,6 Tonnen schweren weißen Hai, den sie "Joan of Shark" getauft hatten und in ihrer Sendung zeigen wollten. Um ihn anzulocken, griffen sie zu einem ungewöhnlichen Mittel: Sie ließen einen Unterwasserlautsprecher hinab und spielten Death Metal ab.

Ganz neu ist diese Taktik nicht. Schon 2011 hatte ein australischer Anbieter von Tauchgängen mit Hai-Kontakt, Matt Waller, herausgefunden, dass sich die Raubfische mit Musik von AC/DC anlocken lassen. Besonders die Hits "You Shook Me All Night Long" und "Back in Black" zogen die majestätischen Jäger an.

Was nach Tod klingt, ist gut

Haie haben feine Sensoren, mit denen sie Vibrationen unter Wasser aufnehmen und genau orten können. Sie helfen ihnen beim Aufspüren von Beute. Die tiefen Frequenzen von Metal-Musik haben offensichtlich eine große Ähnlichkeit mit denen sich im Todeskampf befindlicher Fische. Die Haie zumindest schwammen in beiden Fällen die Lautsprecher direkt an.

Bislang werden Haie vor allem mit einer Mischung aus Fischabfällen, Knochen und Blut angelockt. Experten kritisieren, dass sich diese Praktik bereits heute negativ auf das Verhalten der Räuber auswirkt. Sie mutmaßen, dass die Methode dazu führt, dass die Fische ihren natürlichen Abstand zum Menschen verringern. So würde sich die Anzahl der Bissattacken von Haien an Badestränden vor allem dort häufen, wo Haie für Tauchtouristen mit der "Chum" genannten Masse angelockt werden.

Joan übrigens ließ sich bei den Dreharbeiten des Discovery-Teams nicht blicken. Dafür zwei andere, besonders große Exemplare. Sie näherten sich dem Lautsprecher mit der Death-Metal-Musik und warfen den Kopf hin und her. Und, nein: nicht im Takt.

Im Video: Weißer Hai greift Tauchkäfig an

Jukin

mhe



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insgesamt 11 Beiträge
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dutom 11.07.2015
1. Sterbende Beute?
Klasse.... jetzt ist es "amtlich", Death Metal klingt wie sterbende Beute.
theos001 11.07.2015
2.
Wenn Death Metal wegen der erzeugten Vibrationen (Infraschall) Haie anlockt, weil es wie potenzielle Beute klingt......wäre es dann nicht eine interessante Studie welche Musik Haie von Stränden fernhalten könnte? Eventuell gibt es Musik (oder kann erstellt werden) die wie ein sehr sehr goßer Hai klingt, wodurch alles was kleiner ist ferngehalten wird. Für die Haie wäre das sicherlich positiv - an besuchten Stränden gibt es keine nahrhafte Beute für Sie und wenn Sie Pech haben werden sie getötet, wenn Sie sich wegen der vom Menschen im Wasser erzeugten Signale dort blicken lassen. Haie reagieren auf Gerüche, Vibrationen und elektrische Felder. Ein Strand mit badenden Menschen produziert alles davon - wie sollte ein instinktives Wesen das ignorieren?
MatthiasPetersbach 11.07.2015
3.
Zitat von theos001Wenn Death Metal wegen der erzeugten Vibrationen (Infraschall) Haie anlockt, weil es wie potenzielle Beute klingt......wäre es dann nicht eine interessante Studie welche Musik Haie von Stränden fernhalten könnte? Eventuell gibt es Musik (oder kann erstellt werden) die wie ein sehr sehr goßer Hai klingt, wodurch alles was kleiner ist ferngehalten wird. Für die Haie wäre das sicherlich positiv - an besuchten Stränden gibt es keine nahrhafte Beute für Sie und wenn Sie Pech haben werden sie getötet, wenn Sie sich wegen der vom Menschen im Wasser erzeugten Signale dort blicken lassen. Haie reagieren auf Gerüche, Vibrationen und elektrische Felder. Ein Strand mit badenden Menschen produziert alles davon - wie sollte ein instinktives Wesen das ignorieren?
Helene Fischer? Man müsste nur sicherstellen, daß die Musik NUR im Wasser zu hören ist: Ein haifreier, aber menschenleerer Strand ist jetzt doch nicht so die Lösung.
pussinboots 11.07.2015
4.
Zitat von MatthiasPetersbachHelene Fischer? Man müsste nur sicherstellen, daß die Musik NUR im Wasser zu hören ist: Ein haifreier, aber menschenleerer Strand ist jetzt doch nicht so die Lösung.
Wie kommen Sie auf Helene Fischer, wenn von Musik die Rede ist?
NewYork76 12.07.2015
5. Nicht wirklich
Death Metal und "sterbende Beute" mag sich zwar fuer den Artikel gut machen, aber AC/DC ist nunmal beim besten Willen kein Death Metal. Orbituary, Cannibal Corpse, Entombed etc. fallen da dann doch eher in diese Kategorie...
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