Weißer Hai Geschlechtsreif frühestens mit Mitte 20

Weiße Haie sind gefährliche Meeresräuber. Gleichzeitig sind sie selbst bedroht - durch Fischerei. Eine neue Studie zeigt nun, dass die Tiere später geschlechtsreif werden als bisher gedacht. Forscher fordern neue Schutzregeln.


So schlecht sein Ruf, so wenig ist bekannt über ihn: Kein Wunder, der Weiße Hai ist einer der größten Raubfische der Meere und nicht gerade ein handzahmes Tier, das sich leicht im Aquarium halten und beobachten lässt. Erst seit Kurzem ist bekannt, wie alt die Tiere tatsächlich werden - mehr als 70 Jahre und damit so alt wie Menschen.

Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass die Tiere auch sehr viel später geschlechtsreif werden, als bisher gedacht. Dies seien wichtige Erkenntnisse, um die bedrohten Tiere besser schützen zu können, schreiben die Meeresbiologen um Lisa Natanson im Fachmagazin "Marine and Freshwater Research".

Weiße Haie kommen in allen Ozeanen der Welt vor, sie leben aber hauptsächlich in den gemäßigten und subtropischen Meeren. Sie legen sehr lange Strecken zurück. Vor allem durch die Fischerei sind ihre Bestände gefährdet. Der US-Bundesstaat Kalifornien hat sogar ein Gesetz zum Schutz der Haie

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Weiße Haie: Späte Teenager
erlassen. Gleichzeitig warnen Wissenschaftler, dass die Tiere vermutlich noch gefährdeter sind als bisher angenommen.

Jahresringe zählen

Die Forscher hatten insgesamt 77 Haie untersucht, die zwischen 1963 und 2010 im Nordwestatlantik im Rahmen des NOAA Apex Predator Programs gefangen worden waren. Um Alter und Geschlechtsreife der Tiere zu bestimmen, zählen Wissenschaftler die Wachstumsringe der Haie, die in mineralisiertem Gewebe wie Ohrsteinen, Wirbelknochen oder Flossenstrahlen nachzuweisen sind - ganz ähnlich wie die Jahresringe bei Bäumen.

Das Ergebnis: Die Männchen der Weißen Haie werden im Schnitt mit 26 Jahren geschlechtsreif, die Weibchen sogar erst mit 33. Bisherige Schätzungen gingen von einer Geschlechtsreife beim Männchen im Alter von vier bis zehn Jahren aus und bei Weibchen von sieben bis dreizehn.

Ein genaues Wissen um Entwicklung und Lebenserwartung der Weißen Haie ist wichtig für den Schutz der weltweit in ihrem Bestand bedrohten Tiere, schreiben die Wissenschaftler. Da die Tiere später geschlechtsreif werden, als bisher gedacht, müsste die Strategie möglicherweise noch verschärft werden.

khü



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insgesamt 19 Beiträge
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fatherted98 20.02.2015
1. wie denn...?
...druch die totale Ueberfischung ist doch gar nicht genug Nahrung fuer die Tiere mehr vorhanden. Viele Fischarten erreichen gar nicht mehr die Geschlechtsreife, weil vorher abgefischt....Thunfische werden schon zur Seltenheit....mal sehen wie es mit den anderen Arten weitergeht....man braucht jedenfalls nicht Haie aufzupaeppeln wenn nicht genug Beutefisch mehr uebrig ist.
gadus 20.02.2015
2. Falsche Schlüsse zusammengebastelt.
"...druch die totale Ueberfischung ist doch gar nicht genug Nahrung fuer die Tiere mehr vorhanden." Ein leider trauriges Beispiel dafür, wie Versatzstücke aus diversen "Bereichen" zu einem haltlosen und schlichtweg falschen Schluß zusammengeworfen werden können. Dass Weiße Haie durch einen Rückgang ihrer Beuteorganismen in ihrem Bestand gefährdet wären, ist schlichtweg Unfug. Wie man, wenn man den Artikel und die verlinkten Artikel gelesen hätte, erkennen kann, ist es vielmehr die direkte Fischerei, die viele Bestände dezimiert.
gadus 20.02.2015
3. Falsche Schlüsse zusammengebastelt.
"...druch die totale Ueberfischung ist doch gar nicht genug Nahrung fuer die Tiere mehr vorhanden." Ein leider trauriges Beispiel dafür, wie Versatzstücke aus diversen "Bereichen" zu einem haltlosen und schlichtweg falschen Schluß zusammengeworfen werden können. Dass Weiße Haie durch einen Rückgang ihrer Beuteorganismen in ihrem Bestand gefährdet wären, ist schlichtweg Unfug. Wie man, wenn man den Artikel und die verlinkten Artikel gelesen hätte, erkennen kann, ist es vielmehr die direkte Fischerei, die viele Bestände dezimiert.
PatrickBe 20.02.2015
4. Wäre es so schlimm, wenn es weniger weiße Haie gibt?
Der Mensch ist ja in gewisser Weise durch die Hochseefischerei Konkurrent für die Haie. Da die Fischbestände sowieso vielerorts bedroht sind, braucht man weniger Räuber, welche die Fischbestände noch weiter dezimieren würden.
you_name_it 20.02.2015
5.
Speziell dem weißen Hai wird es nicht so ergehen wie dem nordamerikanischen Prärie Bison. Es werden weniger, sie werden vergessen und irgendwann tauchen sie wieder auf.
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