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Weltkarte: Diese AKW liegen in Erdbebengebieten

Es ist ein beängstigender Atlas: Weltweit stehen viele Atomkraftwerke in Erdbebenzonen. Die Karte zeigt, dass ein gutes Dutzend Länder betroffen sind. Viele wollen das Bebenrisiko nun besser berücksichtigen.

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Weltkarte: Wo das Erdbebenrisiko am stärksten ist

Die Erde steht unter Druck. An den Grenzen der Erdplatten kann die Spannung jederzeit zu groß werden - dann gibt es einen Ruck, die Erde bebt. In manchen dieser Risikozonen stehen Kernkraftwerke. Eine Karte zeigt, welche AKW an seismisch ungünstigem Ort stehen.

Die größte Gefahr herrscht dort, wo sich der Druck entlang von Bruchzonen leicht entladen kann - an den Grenzen der Erdplatten. Die Erdoberfläche bildet ein Mosaik jener viele Kilometer dicken Gesteinsblöcke. Die Platten rutschen einige Zentimeter pro Jahr voran. An ihren Grenzen verhaken sie sich, es staut sich Energie.

Vor Japan kollidieren mehrere dieser Platten. Am Freitag, den 11. März hielt das Gestein dem Druck nicht mehr Stand und brach. Das Beben der Stärke 9,0 und die folgenden Tsunamis zerstörten Atomkraftwerke im Nordosten des Landes.

Die Weltkarte der Erdbebenzonen zeigt, dass viele AKW nicht in Erdbebengebieten liegen. In den USA und Russland beispielsweise stehen viele auf sicherem Grund.

Anderswo jedoch liegen AKW in Spannungsgebieten. Bedroht sind vor allem Kraftwerke in folgenden Regionen:

Die Katastrophe in Japan hat nun in vielen dieser Länder zu neuem Nachdenken geführt. Die deutsche Regierung will die Erdbebensicherheit der AKW überprüfen. Auch die USA und China haben angekündigt, das Risiko von Erdstößen zu prüfen. China plant Dutzende neue AKW.

Zu dem Erdbebenrisiko kommt die Gefahr von Tsunamis. China plant zahlreiche AKW unmittelbar an seiner Südostküste. Hier zeigt die Erdbebenkarte, dass indirekt Gefahr droht: Die gegenüberliegenden Küsten der Philippinen sind ein Starkbebengebiet - ebenso untermeerische Gebiete. Jederzeit können Riesenwellen losgetreten werden und die Küsten Chinas fluten.

Die Regierung Kaliforniens hat die Gefahr erkannt: AKW an seiner Küste werden lediglich von kleinen Mauern geschützt. Tsunamis würden diese Kraftwerke problemlos erreichen können. Es droht eine Katastrophe wie in Japan. Jetzt sollen die AKW überprüft werden - sie stehen direkt am Pazifik.

boj

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1. Nichts gewusst mal wieder
h.yurén 21.03.2011
Zitat von sysopEs ist ein beängstigender Atlas: Weltweit stehen viele Atomkraftwerke in Erdbebenzonen. Die Karte zeigt, dass ein gutes Dutzend Länder betroffen sind. Viele wollen das Bebenrisiko nun besser berücksichtigen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,751896,00.html
tja, das ist eine verdammt späte einsicht. erdbebengebiete, wo gibts denn sowas? erdkunde ist kein hauptfach in schulen. oft wird es halt so mitgenommen, aber nicht ernst genommen. siehe die anzahl wochenstunden etc. noch eine etage tiefer weiß natürlich niemand bescheid, von den paar gekauften (im dienst von konzernen arbeitenden) geologen abgesehen. darum soll das ccs- und das fracking-verfahren als "brückentechnologien" bitteschön die letzten schätze heben. die tassen im schrank mögen klappern oder nicht. ach, übrigens, die vertreter der kriegskultur suchen doch lieber das risiko nach dem motto "no risk, no fun". das ist uralte tradition. wie sollte aber auch eine kriegskultur bestehen bleiben ohne hasardeure und ahnungslose kühnheit? und in den erdbebengebieten wie auch in den von hurricans, überschwemmungen und dürren heimgesuchten zonen ist es nie langweilig...
2. Planet Erde
wolfgangl, 21.03.2011
Unterhalten sich zwei Planeten. " Wie geht's?". "Nichts so gut, ich hab Homo Sapiens!". "Hatte ich auch schon, das geht vorbei!"
3. Dimona
wehnen 21.03.2011
Warum sieht man eigentlich auf keiner Übersicht von Atomkraftwerken den Atomreaktor von Dimona in Israel ?
4. Schweiz
donbernd, 21.03.2011
Man hat hier die Schweiz vergessen, die tatkitsch klug ihre AKWs direkt an die deutsche Grenze setzte mitten in ein Erdbebengebiet hinein. Immer schön so positionieren das die Hauptlast bei einem GAU von anderen zu tragen ist . Tschechien ist ja ebenfalls so ein Kandidat , ganz nach aussen ins Länderdreieck, und keinesfalls mitten ins eigene Land. http://www.spiegel.de/flash/flash-24377.html#startTab=1 Die Karte hier ist etwas genauer, und die Schweizer AKWs stehen genau in der sich ausbreitenden roten Zone an der Grenze. Ein solches Verhalten ist schlichtweg kriminell, wobei ich eigentlich nichts gegen Kernkraft habe jedoch muss so ein unverantwortlicher Leichtsinn nicht sein
5. Tja, die Eidgenossen sind clever !
Theodorant 21.03.2011
Zitat von donberndMan hat hier die Schweiz vergessen, die tatkitsch klug ihre AKWs direkt an die deutsche Grenze setzte mitten in ein Erdbebengebiet hinein. Immer schön so positionieren das die Hauptlast bei einem GAU von anderen zu tragen ist . Tschechien ist ja ebenfalls so ein Kandidat , ganz nach aussen ins Länderdreieck, und keinesfalls mitten ins eigene Land. http://www.spiegel.de/flash/flash-24377.html#startTab=1 Die Karte hier ist etwas genauer, und die Schweizer AKWs stehen genau in der sich ausbreitenden roten Zone an der Grenze. Ein solches Verhalten ist schlichtweg kriminell, wobei ich eigentlich nichts gegen Kernkraft habe jedoch muss so ein unverantwortlicher Leichtsinn nicht sein
Das AKW-Thema im eigenen Land wird von den Schweizern überwiegend totgeschwiegen. Der einzige Hinweis auf die tektonisch heikle Situation (Oberrheingraben etc.) kam "ausgerechnet" von der GSoA (Gruppe Schweiz ohne Armee). Da sich diese Formierung gegen das geltende Waffenrecht und andere heilige Kühe der helvetischen Spieß- und Schildbürger ausspricht, ist für Herrn & Frau Schweizer eine derartige Warnung irrelevant: wenn die GSoA-"Spinner" sowas sagen, wird's schon nicht so schlimm sein...
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