Weltkarte Wo zu viel Ozon in der Luft ist

Eine neue Weltkarte zeigt die Ozonbelastung der Luft: Viele stark verschmutzte Gegenden fehlen zwar darauf - in Europa aber ist klar ein Nord-Süd-Gefälle erkennbar.

Mittlere Tageshöchstwerte der Ozonkonzentration im Sommer - graue Flächen sind Datenlücken: An Orten mit viel Abgasen und Sonnenschein sind die Werte üblicherweise am höchsten.
University of Leicester / Forschungszentrum Jülich

Mittlere Tageshöchstwerte der Ozonkonzentration im Sommer - graue Flächen sind Datenlücken: An Orten mit viel Abgasen und Sonnenschein sind die Werte üblicherweise am höchsten.


Mit einer von deutschen Forschern aus Jülich betriebenen Datenbank hat ein internationales Expertenteam globale Trends bei der Ozonbelastung am Boden analysiert.

Mit dem Ozonloch hat sie nichts zu tun - das befindet sich in großer Höhe. In Bodennähe ist Ozon ein Schadstoff, es entsteht dort unter Einfluss des Sonnenlichts durch chemische Reaktionen aus Luftschadstoffen wie etwa Stickoxiden, die vor allem beim Straßenverkehr und in Fabriken und Kraftwerken entstehen.

Das Gas wirkt als Reizstoff auf die Atemwege. In Europa gelten dafür Grenzwerte.

Klimaforscher des Forschungszentrums Jülich und anderer Institute nutzten eine vom Jülich Supercomputing Centre (JSC) angelegte Informationssammlung, die alle weltweit verfügbaren Messdaten seit 1975 verzeichnet.

Nord-Süd-Gefälle

Allerdings ist die Weltkarte äußerst lückenhaft: Nur Europa, Nordamerika und Japan sind gut abgedeckt mit Daten. Die vielen stark verschmutzten Großstädte Asiens, Afrikas und Südamerikas tauchen in der Karte nicht auf, die die Wissenschaftler unter Federführung der Universitäten in Leicester und Edinburgh nun in der Fachzeitschrift "Elementa" veröffentlicht haben.

In Europa ist ein Nord-Süd-Gefälle erkennbar: Im Süden, unter stärkerer Sonnenstrahlung, entsteht mehr Ozon in Regionen mit viel Abgasen.

Den Anstieg der Ozonbelastung in den ostasiatischen Ländern führen die Autoren auf wirtschaftlichen Aufschwung und den damit zusammenhängenden Emissionen in diesen Regionen zurück.

Die Wissenschaftler unter der Leitung der britischen Hochschulen in Leicester und Edinburgh stellten fest, dass die mittlere Ozonkonzentration in Europa und Amerika in den vergangenen 15 Jahren sank. In Ostasien nahm sie dagegen teilweise zu. Das führen die Experten auf die wirtschaftliche Entwicklung zurück.

Die Datenbank des Jülicher Forschungszentrums erfasst Daten aus mehr als 13.000 Messstationen. Nach eigenen Angaben ist es das weltweit größte Datenarchiv zur Luftqualität. Es wird von den Experten des JSC und des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung gepflegt und anderen Forschern zugänglich gemacht.

boj/AFP

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