Forderung von Umweltverbänden Deutschland und Frankreich sollen Motor für EU-Klimapolitik sein

Beim Weltklimakonferenz geht es weiter um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Nun fordern Umweltverbände von Merkel und Macron eine Führungsrolle. Auch Ex-Gouverneur Schwarzenegger meldete sich in Bonn zu Wort.

Arnold Schwarzenegger (links)
REUTERS

Arnold Schwarzenegger (links)


Am Montag geht der Klimagipfel in die zweite und entscheidende Woche. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron werden in Bonn erwartet. Medienberichten zufolge haben Umweltverbände in einem Schreiben an die beiden Politiker gefordert, eine Führungsrolle im Klimaschutz zu übernehmen. Berlin und Paris müssten der "Motor für eine ehrgeizige EU-Klimapolitik" werden, heißt es darin.

Ziel der EU ist es, die Emissionen bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent unter den Stand von 2005 zu drücken, um die Zusagen im Pariser Klimaschutzeinkommen von 2015 einzuhalten. In Bonn geht es um die technische Umsetzung des Pariser Abkommens. Dabei soll ein sogenanntes Regelbuch ausgehandelt werden, um etwa die Vergleichbarkeit und Überprüfbarkeit nationaler Klimaschutzziele zu ermöglichen.

Die 18 Verbände verlangen, die europäischen Klimaziele anzuheben und regionale Mindestpreise für das klimaschädliche Kohlendioxid einzuführen. Bei der Landwirtschafts- und Verkehrspolitik müsse die EU Weichen zu mehr Klimaschutz stellen. Im neuen EU-Haushalt dürfe es "keine Unterstützung für die fossile Energiewirtschaft" geben, heißt es in dem Brief. Zu den Unterzeichnern gehören die Verbände BUND, Greenpeace, Nabu, WWF und das Réseau Action Climat.

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Von dem in Paris vereinbarten Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, ist die Welt derzeit noch weit entfernt.

Schwarzenegger fordert Umsetzung des Klimaabkommens trotz Trump

US-Präsident Donald Trump ist bekannt dafür, ein Leugner des Klimawandels zu sein. Er hatte im Juni den Ausstieg seines Landes aus dem Klimaabkommen verkündet - und damit für viel Furore gesorgt. Auch im eigenen Land. Arnold Schwarzenegger hat in Bonn nun dazu aufgerufen, das Pariser Abkommen trotz Trumps Ausstieg umzusetzen.

Dass der Präsident den Klimapakt aufgekündigt habe, werde letztlich keine Folgen haben, sagte der Hollywood-Star und ehemalige Gouverneur von Kalifornien. "Das bedeutet gar nichts", sagte Schwarzenegger. Kalifornien und andere wichtige US-Bundesstaaten hätten ihre Klima Anstrengungen nun noch verstärkt. "Kalifornien führt die Revolution der alternativen Energien an", sagte der 69-Jährige.

Der Klimaschutz müsse absolute Priorität haben, forderte Schwarzenegger. Von Zweiflern dürfe man sich nicht irre machen lassen. "Wenn ich den Nein-Sagern und Zweiflern irgendwelche Aufmerksamkeit geschenkt hätte, würde ich heute noch in den österreichischen Alpen sitzen und jodeln."

kry/dpa/AFP



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
msdelphin 12.11.2017
1. Beste Anmerkung!
Arnold Schwarzeneggers Aussage zum Umgang mit den Ignoranten des vom Menschen verursachten Klimawandels gefällt mir am besten: Keine Zeit mehr für sie verschwenden und einfach todlaufen lassen. Die Zeit arbeitet sowieso gegen sie, da die Auswirkungen immer spürbarer werden: Auch im Geldbeutel jedes einzelnen!
tinnytim 12.11.2017
2. Frankreich ist nicht zum Zug gezwungen
Der Ball liegt erst mal im Feld der Deutschen. Frankreich hat zwar auch viel Schlüsselindustrie um gegen den Klimawandel anzugehen aber auch andere wichtigere Probleme, die angepackt werden müssen. Wenn Macron scheitert, können wir uns vom Euro verabschieden. Außerdem ist der günstige Strom durch Atomkraftwerke -nicht, dass ich das gut heißen würde- dort noch eine Weile gesichert. Deutschland hingegen müsste endlich mal einen erfahrenen Projektmanager für die Energiewende beauftragen. Dass lief in der GroKo mehr schlecht als recht und hatte vorwiegend mit den Verstrickungen von Kohle-Gabriel und -Kraft und natürlich mit der gewohnten konservativen Arbeitsverweigerung. Bevor Merkel etwas falsch machen könnte, macht sie lieber gar nichts. Und solange steigt die EEG-Umlage bis es richtig knallt, obwohl es nicht notwendig wäre.
Freedom of Seech 12.11.2017
3.
Zitat von tinnytimDer Ball liegt erst mal im Feld der Deutschen. Frankreich hat zwar auch viel Schlüsselindustrie um gegen den Klimawandel anzugehen aber auch andere wichtigere Probleme, die angepackt werden müssen. Wenn Macron scheitert, können wir uns vom Euro verabschieden. Außerdem ist der günstige Strom durch Atomkraftwerke -nicht, dass ich das gut heißen würde- dort noch eine Weile gesichert. Deutschland hingegen müsste endlich mal einen erfahrenen Projektmanager für die Energiewende beauftragen. Dass lief in der GroKo mehr schlecht als recht und hatte vorwiegend mit den Verstrickungen von Kohle-Gabriel und -Kraft und natürlich mit der gewohnten konservativen Arbeitsverweigerung. Bevor Merkel etwas falsch machen könnte, macht sie lieber gar nichts. Und solange steigt die EEG-Umlage bis es richtig knallt, obwohl es nicht notwendig wäre.
Frankreich produziert bei einer etwa gleich hohen Stromproduktion wie Deutschland nur ein Zehntel der CO2 Emissionen. Die haben schon das erreicht was wir noch nicht mal in 50 Jahren mit den Erneuerbaren erreichen werden. Die brauchen keine Führung mehr anzustreben, die haben bereits die Führung wovon Deutschland Lichtjahre entfernt ist. Ich bin mal gespannt was die Boston Consulting Group in ihrem neuen Report (derzeit noch unter Verschluss) für die zukünftige Energiepolitik in Deutschland empfiehlt. Würde mich nicht wundern wenn es Kernkraft ist.
tinnytim 12.11.2017
4. Faktenresistent?
Zitat von Freedom of SeechFrankreich produziert bei einer etwa gleich hohen Stromproduktion wie Deutschland nur ein Zehntel der CO2 Emissionen. Die haben schon das erreicht was wir noch nicht mal in 50 Jahren mit den Erneuerbaren erreichen werden. Die brauchen keine Führung mehr anzustreben, die haben bereits die Führung wovon Deutschland Lichtjahre entfernt ist. Ich bin mal gespannt was die Boston Consulting Group in ihrem neuen Report (derzeit noch unter Verschluss) für die zukünftige Energiepolitik in Deutschland empfiehlt. Würde mich nicht wundern wenn es Kernkraft ist.
Ich habe Sie nun wiederholt auf die externen Kosten von Kernenergie hingewiesen, die bei der Kernenergie derart unberechenbar sind, dass einzelne Studien um den Faktor Tausend von einander abweichen. http://www.foes.de/pdf/2012-09-Externe_Kosten_Atomenergie.pdf Ich empfehle Ihnen Sehr diese Meta-Studie genau durchzulesen. Kernenergie ist ganz sicher nicht der Weg in eine saubere Zukunft mit günstigem Strom. Und Kohle ebenso wenig, wie Sie der PDF ebenfalls entnehmen können.
OrreWombell 13.11.2017
5.
Zitat von tinnytimIch habe Sie nun wiederholt auf die externen Kosten von Kernenergie hingewiesen, die bei der Kernenergie derart unberechenbar sind, dass einzelne Studien um den Faktor Tausend von einander abweichen. http://www.foes.de/pdf/2012-09-Externe_Kosten_Atomenergie.pdf Ich empfehle Ihnen Sehr diese Meta-Studie genau durchzulesen. Kernenergie ist ganz sicher nicht der Weg in eine saubere Zukunft mit günstigem Strom. Und Kohle ebenso wenig, wie Sie der PDF ebenfalls entnehmen können.
Ach, die Greenpeace Studie wieder. Wo fortwährend fiktive Kosten realen Gegenüber gestellt werden Nach dem Studium dieser "Studie" muss man eigentlich für Kernkraft sein, fällt denen doch nichts besseres ein als nicht gezahlte Versicherungsbeiträge. Selten sowas tendenziöses gelesen.
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