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Ozeane: Weltweit verlieren Korallen ihre Farben

Korallenbleiche 2014 vor Hawaii: Die Tiere verlieren ihren wichtigsten Nahrungslieferanten Zur Großansicht
NOAA

Korallenbleiche 2014 vor Hawaii: Die Tiere verlieren ihren wichtigsten Nahrungslieferanten

Erhöhte Wassertemperaturen setzen den Korallen weltweit zu: Aus farbenprächtigen Riffen wird eine blasse Ödnis. Die Fische bleiben fern, und auch der Mensch könnte die Folgen des Korallensterbens zu spüren bekommen.

Aus bunt wird blass: In den Weltmeeren findet zurzeit eine globale Korallenbleiche statt, berichtet die amerikanische Ozeanbehörde NOAA. Hohe Wassertemperaturen greifen die Riffe an, sodass sie ihre Farbe verlieren und die Korallen mit der Zeit absterben. Es sei die dritte globale Korallenbleiche seit Beginn der Aufzeichnungen.

Das Problem: Korallen brauchen Algen zum Überleben. Diese liefern ihnen Energie durch Fotosynthese und verleihen ihnen ihre Farbe. Wird das Meerwasser jedoch zu warm, wird aus der Symbiose eine Feindbeziehung: Die Algen produzieren dann vermehrt Giftstoffe. Um sich selbst zu schützen, stoßen die Korallen die Algen ab und verlieren damit neben ihrer Farbe auch ihre wichtigste Nahrungsquelle.

Laut NOAA begann die aktuelle Korallenbleiche vor gut einem Jahr im Nordpazifik und breitete sich 2015 auf den Südpazifik und den Indischen Ozean aus. Nun erreicht sie die US-amerikanischen Küsten und die Karibik, wo sich aktuell das Wasser aufwärmt. "Was uns wirklich besorgt, ist, dass dies schon seit über einem Jahr passiert, und unsere Modelle sagen voraus, dass es möglicherweise noch bis 2016 andauern wird", sagt NOAA-Forscher Mark Eakin.

Nach etwa zwei Monaten sind die Korallen tot

Nach einer leichten Bleiche können sich die Nesseltiere wieder erholen. Bleiben Algen allerdings länger als ungefähr zwei Monate fern, sterben Korallen ab. Die Forscher befürchten, dass der starke El Niño im kommenden Jahr abermals die Temperaturen im Indischen Ozean und im südöstlichen Pazifik in die Höhe treibt - und damit den Korallen weiter zusetzt.

Sterben die Tiere massenhaft ab, könnten ganze Riffe zusammenbrechen, so die Befürchtung. Damit wäre ein wichtiger Schutzwall, der Stürme vor der Küste abbremst, in Gefahr. Außerdem schrumpft mit den sterbenden Korallen auch der Lebensraum vieler Fische.

"Wir müssen lokal handeln und global denken, um dieser Bleiche zu begegnen", sagt Jennifer Koss von NOAA. Lokal würden die Korallen beispielsweise durch Verschmutzungen vom Land gefährdet oder durch umweltschädigende Fischereipraktiken. Um das Problem auf lange Sicht zu lösen, müsse der Klimawandel besser erforscht werden.

Die NOAA wertet die aktuelle Bleiche als dritte globale, die jemals beobachtet wurde. Die erste fand 1998 infolge eines starken El Niño statt, dem eine ebenso starke La-Niña-Phase folgte. Die zweite Bleiche ereignete sich 2010.

mls

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1. Uns bleibt nichts übrig als zu zu schauen und ab zu warten!
Tolotos 08.10.2015
Um planvoll gegen die Ersterwähnung vorzugehen wäre intelligentes Handel auf gesellschaftlicher Ebene notwendig, und dazu scheint der Mensch unfähig zu sein. Da in fast allen wichtigen Entscheidungszentren Einzelpersonen sitzen, die sich kaum verantworten müssen, wenn sie ihre Stellung zur Befriedigung ihrer Gier missbrauchen, sind Entscheidungen, die aus der Perspektive der Allgemeinheit sinnvoll wären, praktisch nicht durchsetzen.
2.
lalito 08.10.2015
Zitat von TolotosUm planvoll gegen die Ersterwähnung vorzugehen wäre intelligentes Handel auf gesellschaftlicher Ebene notwendig, und dazu scheint der Mensch unfähig zu sein. Da in fast allen wichtigen Entscheidungszentren Einzelpersonen sitzen, die sich kaum verantworten müssen, wenn sie ihre Stellung zur Befriedigung ihrer Gier missbrauchen, sind Entscheidungen, die aus der Perspektive der Allgemeinheit sinnvoll wären, praktisch nicht durchsetzen.
Diesen, btw. kaum verständlich verfassten, Ansatz können Sie vergessen. Zu viele Menschen an zu vielen Orten mit viel zuviel Gier. Die Fenster schrumpfen, die Zeitfenster, die wir als Spezies haben, um unsere natürlich entstandene Biosphäre - die wir gerade ziemlich desolat da stehen lassen, nach erfolgter unbedachter jahrhundertelanger Vergewaltigung - technisch wieder herzustellen. Mehr als 20 000 Jahre dürften es angesichts der aktuellen Massierung unserer Spezies an den Küsten kaum werden, so wir nicht das technische Niveau erlangt haben erfolgreich Terraforming auf planetarer Ebene zu planen und durchzuführen. Aktuell geht es nur um Kosten und den durch deren Einsparung erzielten Profit, siehe yudabbelyu . . . Von sauberem, trinkbarem Wasser, an den Orten wo es benötigt wird, mal ganz ab . . . Die Einschläge kommen schnell und repetierend näher.
3. Welchen Ansatz?
Tolotos 08.10.2015
Zitat von lalitoDiesen, btw. kaum verständlich verfassten, Ansatz können Sie vergessen. Zu viele Menschen an zu vielen Orten mit viel zuviel Gier. Die Fenster schrumpfen, die Zeitfenster, die wir als Spezies haben, um unsere natürlich entstandene Biosphäre - die wir gerade ziemlich desolat da stehen lassen, nach erfolgter unbedachter jahrhundertelanger Vergewaltigung - technisch wieder herzustellen. Mehr als 20 000 Jahre dürften es angesichts der aktuellen Massierung unserer Spezies an den Küsten kaum werden, so wir nicht das technische Niveau erlangt haben erfolgreich Terraforming auf planetarer Ebene zu planen und durchzuführen. Aktuell geht es nur um Kosten und den durch deren Einsparung erzielten Profit, siehe yudabbelyu . . . Von sauberem, trinkbarem Wasser, an den Orten wo es benötigt wird, mal ganz ab . . . Die Einschläge kommen schnell und repetierend näher.
Da haben Sie mich missverstanden! Ich habe geschrieben, was nötig wäre, und dass das wohl die menschlichen Fähigkeiten überschreitet.
4.
wakaba 08.10.2015
Verbring viel Zeit auf und im Pazifik. Die erhöhte Wassertemperatur die mit El Nino zusammenhängt - die Fische gehen tiefer runter, ziehen in den Norden. Riffe leeren sich, Korallenschleim breitet sich aus. Die grossen Raubfische Ono, Ahi, Marlin sind überfischt, Haie sind hungrig. Die meisten Bottomfische und Rifffische sind mit Ciguatera infiziert. Das gilt für ortsnahe Seegebiete leewards. Luvküsten und Riffe sind i.o weil wirtschaftlich schwierig zu nutzen. Fishponds sind Umgebungstemperatur abhängig. Bis Mitte 2016 müsste sich der grösste (5000x5000 mls) El Nino normalisieren. Der Treibhauseffekt durch mehr Luftfeuchte ist spürbar. Die Winterkatastrophe für Nord- und Mittelamerika ist vorprogrammiert. Wir hier im mittleren Pazifik spüren due Veränderungen...schliesslich wird hier das globale Wtter gemacht.
5. bunte Korallen
naklar261 09.10.2015
ich mag bunte korallen...kann jemand mal Loesungsansaetze aufbringe damit ich weiter bunte Korallen sehen kann?
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