Sachsen West-Nil-Virus bei Vogel entdeckt

Erst Sachsen-Anhalt, dann Bayern - und nun Sachsen: In einem weiteren Bundesland haben Experten das West-Nil-Virus nachgewiesen. Es tritt vor allem bei Vögeln auf, könnte aber auch auf Menschen übertragen werden.

West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop
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West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop


Bei einem Habicht in Sachsen ist das West-Nil-Virus festgestellt worden. Das hat das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz am Donnerstag mitgeteilt. Es ist mindestens das vierte nachgewiesene West-Nil-Virus bei einem Vogel in Deutschland. Nach Angaben des Ministeriums bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut das Virus bei einem Tier in Bad Düben (Landkreis Nordsachsen).

Das West-Nil-Virus wird vor allem durch Mücken übertragen. Hauptsächlich tritt es bei Vögeln auf. Beim Menschen verläuft die Infektion oft ohne Beschwerden. Sie kann aber auch zu Kopf- und Gliederschmerzen und sogar zum Tod führen.

Das Virus grassiert derzeit unter anderem in südeuropäischen Ländern, wo schon zahlreiche Menschen daran starben. Allein in Griechenland melden die zuständigen Behörden mittlerweile 28 Todesopfer in diesem Jahr. Die meisten der Fälle waren auf der Halbinsel Peloponnes und in den ländlichen Regionen rund um Athen sowie im Gebiet um die Hafenstadt Thessaloniki aufgetreten.

Bisher nur importierte Fälle bei Menschen

Gegen die Erreger existieren weder eine Impfung noch eine zielgerichtete Therapie. In den vergangenen Jahren hat es nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin sechs oder sieben importierte West-Nil-Fälle in Deutschland gegeben. Eine Meldepflicht besteht erst seit 2015.

Nachgewiesen wurde das Virus erstmals 1937 in der Region West Nil in Uganda. Inzwischen ist der Erreger in weiten Teilen Afrikas, Asiens und Europas heimisch. In den Neunzigerjahren schaffte er den Sprung über den Atlantik und ist nun auch in den USA verbreitet.

Vor wenigen Wochen wurde das Virus bei einem verendeten Bartkauz aus dem Zoo Halle/Saale in Sachsen-Anhalt nachgewiesen. Es war der erste bestätigte West-Nil-Fall bei einem Vogel in Deutschland überhaupt. Zudem wurden noch zwei West-Nil-Infektionen bei Vögeln bekannt - ein weiterer Fall in Sachsen-Anhalt und einer in Bayern.

chs/dpa



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