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Wetter 2011: Sonne satt in Sachsen, bibbern in Bayern

Das Jahr 2011 zählt zu den fünf wärmsten Jahren in Deutschland seit Beginn der Temperaturmessungen. Nur im Juli machte sich die Sonne rar. Insgesamt lag die Mitteltemperatur fast zwei Grad über der des Vorjahres - und auch für 2012 sind Rekordwerte in Sicht. 

Aufblasbarer Schneemann in NRW: 2012 könnte mit Rekordtemperaturen beginnen Zur Großansicht
dapd

Aufblasbarer Schneemann in NRW: 2012 könnte mit Rekordtemperaturen beginnen

Hamburg/Offenbach - Sonnenschein in Sachsen, klirrende Kälte in Bayern und Hochwasser in Schleswig-Holstein: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat erste Ergebnisse der Auswertungen seiner rund 2000 Mess-Stationen für das Jahr 2011 vermeldet.

Insgesamt geht das Jahr in Deutschland mit einer Jahresmitteltemperatur von 9,6 Grad Celsius als eines der fünf wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen in die Statistik ein. 2010 war mit 7,8 Grad noch deutlich kühler ausgefallen. Um rund 1,4 Grad habe die Durchschnittstemperatur 2011 laut DWD über dem Mittelwert gelegen. Nur der Juli war zu kalt, alle anderen Monate zu warm, der Dezember sogar um drei Grad. "Wir sind wieder im Klimatrend", sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche. 14 der vergangenen 15 Jahre waren in Deutschland zu warm - nur 2010 fiel zu kalt aus. Den Temperaturrekord hält das Jahr 2000 mit 9,9°C.

Über besonders viel Sonne durfte sich in diesem Jahr der oberschwäbische Ort Leutkirch im Landkreis Ravensburg freuen. Mit 2.177 Sonnenstunden belegte die Messstation in Leutkirch-Herlazhofen den Spitzenplatz. Damit übertraf der Ort den Mittelwert im Bundesgebiet deutlich. Allerdings war 2011 mit 1.824 Sonnenstunden in der Rekordliste das drittstärkste Jahr seit dem Messbeginn im Jahr 1951. Nur 2003 (2.014 Stunden) und 1959 (1.982 Stunden) hatte die Sonne häufiger geschienen.

Sonnigstes Bundesland war Sachsen mit 2.007 Stunden. Hamburg erhielt mit 1.584 Stunden von allen Bundesländern den wenigsten Sonnenschein. Die Messstation im niedersächsischen Bremervörde verzeichnete mit 1.522 Sonnenstunden den Negativrekord in diesem Jahr.

Dürre im November, milder Start für 2012

"Auffällig in diesem Jahr sind die extremen Ausschläge", sagte Kirsche. Im Frühjahr brachte die wochenlange Hochdrucklage einen Sonnenscheinrekord, den zweithöchsten Temperaturdurchschnitt seit dem Beginn der flächendeckenden Messungen 1881 und den geringsten Niederschlag seit 1893. Auch der November stellte einen neuen Dürre-Rekord auf, er war der trockenste Monat seit 130 Jahren.

Der Sommer war verregnet, von Juni bis August fielen im Schnitt 304 Liter Regen pro Quadratmeter. Normal sind 239 Liter. Auch im Dezember regnete es überreichlich - 123 Liter pro Quadratmeter, das sind 175 Prozent des Normalwerts für Dezember. Aber unter dem Strich blieb das Jahr 2011 um neun Prozent unter dem Niederschlagssoll von 789 Litern pro Quadratmeter. Das nasseste Bundesland war Schleswig-Holstein mit durchschnittlich 856 Litern pro Quadratmeter.

Bayern war 2011 mit 8,9 Grad das kälteste Bundesland. Die deutschlandweit niedrigste Temperatur wurde am 23. Januar mit minus 20,1 Grad in Oberstdorf gemessen. Die höchste Temperatur registrierte der DWD am 22. August in Rheinfelden am Hochrhein mit 36,7 Grad.

Bei den Temperaturen gab es vor allem auf den Bergen ungewöhnlich hohe Werte. Wochenlang hatten sogenannte Inversionswetterlagen geherrscht - dabei ist es in der Höhe sonnig und warm, während sich weiter unten oft zäher Nebel hält. Auf dem Hohenpeißenberg südwestlich von München ist nach der DWD-Auswertung 2011 das wärmste Jahr, das jemals dort gemessen wurde. Die knapp 1000 Meter hohe Messstation wird seit 1781 betrieben und gilt als älteste Bergwetterstation der Welt.

Auf das Ende des warmen 2011 könnten direkt rekordverdächtige Temperaturen im neuen Jahr folgen. Bis zu 14 Grad sagt der DWD für den Westen Deutschlands am Sonntag voraus - so mild war der Jahresbeginn dort noch nie.

luk/AP/dpa

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1. Jetzt kommen sie wieder
Trevis 29.12.2011
Zitat von sysopDas Jahr 2011 zählt zu den fünf wärmsten Jahren in Deutschland seit Beginn der Temperaturmessungen. Nur im Juli*machte sich die Sonne rar. Insgesamt lag die Mitteltemperatur fast zwei Grad über der des Vorjahres -*und auch für 2012 sind Rekordwerte in Sicht.* http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,806304,00.html
Jetzt kommen wieder die ganzen Klimaleugner und stellen die seriöse Wissenschaft als einen Club von Trotteln und / oder zynischen Manipulatoren dar. Wie war das noch mal? _Klimaskepsis 1.0_: Eine globale Erwärmung findet nicht statt. Irgendwann, als auch dem Dümmsten auffiel, dass die Rekordsommer sich häufen, die Gletscher schmelzen, etc., also als man diese abstruse These nicht aufrecht erhalten konnte, kam _Klimaskepsis 2.0_: Eine Erwärmung? Ja vielleicht, aber das CO2 bzw. Klimagase sind nicht Schuld. Als diese These auch nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte,weil der Zusammenhang zwischen CO2 und Treibhauseffekt unstrittig ist, kam _Klimaskepsis 3.0_: Eine Erwärmung? Ja vielleicht, hat es aber schon immer mal wieder gegeben. Aber der Mensch ist nicht Schuld. Wilde Theorien entstehen, um den anthropogenen Einfluss zu relativieren - die Beweise allerdings sind erdrückend und so kam es zu nächsten Stufe der _Klimaskepsis 4.0_: Eine Erwärmung? Ja vielleicht, vielleicht ist auch der Mensch Schuld, aber das Leben ist wie eine Pralinenschachtel: Vielleicht ist das für mich oder uns sogar von Vorteil - wer weiß? Und ausserdem gibt es andere Probleme, die wohl wichtiger sind. Wenn die Klimakatastrophe kommt, können wir - wir heisst in dem Fall hoffentlich nicht die aktuelle Generation - immer noch reagieren. Dies führt dann zu letzten Stufe: _Klimaskepsis 5.0_: Zu spät - jetzt hilft nur noch Geoengineering. In den USA werden solche Leute ja direkt von der Öl- und Kohle-Lobby bezahlt, andere laienhafte Wichtigtuer können sich zumindest in eine Reihe stellen mit angeblich aufrechten aber verfemten Wissenschaftlern. Man kann sich ein bisschen fühlen wie Galilei ohne Anstrengung und Gefahr...
2.
silberstern 30.12.2011
Zitat von sysopDas Jahr 2011 zählt zu den fünf wärmsten Jahren in Deutschland seit Beginn der Temperaturmessungen. Nur im Juli*machte sich die Sonne rar. Insgesamt lag die Mitteltemperatur fast zwei Grad über der des Vorjahres -*und auch für 2012 sind Rekordwerte in Sicht.* http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,806304,00.html
Etwas so in Sicht wie der bis in den Spätherbst angekündigte Katastrophenwinter? ;-) Sorry aber Wettervorhersagen über mehr als drei Tage hinaus, sind so zuverlässig wie die Wachstumsprognosen der Bundesregierung.
3. Hinweis zur Photovoltaik
wissen007 30.12.2011
Das sind die Randbedingungen für die Erzeugung von Strom mittels Photovoltaik. "Über besonders viel Sonne durfte sich in diesem Jahr der oberschwäbische Ort Leutkirch im Landkreis Ravensburg freuen. Mit 2.177 Sonnenstunden belegte die Messstation in Leutkirch-Herlazhofen den Spitzenplatz. Damit übertraf der Ort den Mittelwert im Bundesgebiet deutlich. Allerdings war 2011 mit 1.824 Sonnenstunden in der Rekordliste das drittstärkste Jahr seit dem Messbeginn im Jahr 1951. Nur 2003 (2.014 Stunden) und 1959 (1.982 Stunden) hatte die Sonne häufiger geschienen. Sonnigstes Bundesland war Sachsen mit 2.007 Stunden. Hamburg erhielt mit 1.584 Stunden von allen Bundesländern den wenigsten Sonnenschein. Die Messstation im niedersächsischen Bremervörde verzeichnete mit 1.522 Sonnenstunden den Negativrekord in diesem Jahr." Wohlgemerkt, das Jahr hat ca.8400 Stunden. Und wenn 2.177 Stunden die Sonne scheint, dann geben die Photovoltaik-Zellen nur 100% ihrer Leistung ab, wenn kein Wölkchen am Himmel ist und die Anlage optimal ausgerichtet ist. In der restlichen Zeit, also in der Zeit zwischen 8400 Stunden und den 2177 Stunden im Jahr wird fleißig Öl und Gas für die Stromerzeugung verbrannt und damit CO2 erzeugt. Diese CO2-Erzeugung ist der Photovoltaik anzulasten. Damit sieht es dann nicht mehr so gut für ich ach so in den Himmel gehobenen regenerativen Energien aus.
4.
HAL3000 30.12.2011
Zitat von silbersternEtwas so in Sicht wie der bis in den Spätherbst angekündigte Katastrophenwinter? ;-) Sorry aber Wettervorhersagen über mehr als drei Tage hinaus, sind so zuverlässig wie die Wachstumsprognosen der Bundesregierung.
Ich kanns nicht mehr lesen - diese Meldungen werden nach dem Motto verbreitet: Man muss es nur oft genug erzählen, damit es geglaubt wird. Dieses Jahr war mit Abstand das kälteste und regenreichste seit langem. Der komplette Sommer verregnet, Temperaturen über 25 Grad? Fehlanzeige. Davor: Lang andauernde Kälte aus dem vorigen Winter, der Herbst war zwar trockener als gewohnt, aber eben auch kühl mit Frost und Schnee zwischendurch. Im Dezember wurde das Niederschlagsdefizit mehr als wettgemacht, es herrscht die übliche West- Atlantik- Wetterlage. Man kann die Natur in kein Schema pressen, "oho, der November war zu trocken, Klimakatastrophe" - für den Ausgleich sorgt die Natur. Wenn man das akzeptiert, ist es einfacher zu verstehen. Wenn man die Statistik anders zusammenbaut und andere Wetterdaten zusammenfasst, wird man mit Sicherheit nachweisen können, das dies das kälteste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war. So what? Leute, macht die Augen auf: Hier wird im großen Stil abkassiert, es gibt natürliche Veränderungen des Klimas - das ist alles. So wie es immer war - mal mehr, mal weniger, mal schneller, mal langsamer. Zu glauben, wir könnten mit dem Pipigas CO², das es in der Athmosphäre nur zu 0,038% gibt, das Klima verändern, ist einfach nicht wahr. Wäre das so einfach, gäbe es keine zu verkaufenden "CO² Zertifikate" - die Klimalüge ist nur die Lizenz zum Gelddrucken. Wahr ist dagegen: Bei zahllosen Vorgängen "da draussen" entsteht CO² - und das ist der Grund, warum man das Gas als "Klimakiller" hochgebauscht hat - es gibt genug Möglichkeiten, abzukassieren, weil fast überall CO² entsteht. Eine glänzende Marketing- Strategie.
5. ???
hannes21 30.12.2011
Zitat von wissen007Das sind die Randbedingungen für die Erzeugung von Strom mittels Photovoltaik. "Über besonders viel Sonne durfte sich in diesem Jahr der oberschwäbische Ort Leutkirch im Landkreis Ravensburg freuen. Mit 2.177 Sonnenstunden belegte die Messstation in Leutkirch-Herlazhofen den Spitzenplatz. Damit übertraf der Ort den Mittelwert im Bundesgebiet deutlich. Allerdings war 2011 mit 1.824 Sonnenstunden in der Rekordliste das drittstärkste Jahr seit dem Messbeginn im Jahr 1951. Nur 2003 (2.014 Stunden) und 1959 (1.982 Stunden) hatte die Sonne häufiger geschienen. Sonnigstes Bundesland war Sachsen mit 2.007 Stunden. Hamburg erhielt mit 1.584 Stunden von allen Bundesländern den wenigsten Sonnenschein. Die Messstation im niedersächsischen Bremervörde verzeichnete mit 1.522 Sonnenstunden den Negativrekord in diesem Jahr." Wohlgemerkt, das Jahr hat ca.8400 Stunden. Und wenn 2.177 Stunden die Sonne scheint, dann geben die Photovoltaik-Zellen nur 100% ihrer Leistung ab, wenn kein Wölkchen am Himmel ist und die Anlage optimal ausgerichtet ist. In der restlichen Zeit, also in der Zeit zwischen 8400 Stunden und den 2177 Stunden im Jahr wird fleißig Öl und Gas für die Stromerzeugung verbrannt und damit CO2 erzeugt. Diese CO2-Erzeugung ist der Photovoltaik anzulasten. Damit sieht es dann nicht mehr so gut für ich ach so in den Himmel gehobenen regenerativen Energien aus.
Hallo, nun stehe ich aber gewaltig auf dem Schlauch. Warum ist es der Photovoltaik anzulasten, das in Zeiten ohne Sonne mit Öl und Gas Strom erzeugt wird? Im Umkehrschluss würde es bedeuten: Wenn es gar keine alternativen Energien gibt, wird ausschließlich (und damit mehr als heute) mit Öl und Gas Strom erzeugt. Das wäre dann besser? Jeder vernünftig denkende Mensch weiß, das es Tag und Nacht gibt. Ebendso weiß jeder vernünftig denkenden Mensch, das nicht an jedemTag die Sonne scheint. Somit dürfte es außer Ihnen niemanden übeeraschen, das eine Solaranlage nicht an 8760 h/a Strom erzeugen kann.
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