Wetterbilanz 2018 wärmster Sommer im Norden und Osten Deutschlands

In diesem Sommer war es im Osten und im Norden Deutschlands so heiß und trocken wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Auch in den kommenden Tagen soll es sommerlich warm bleiben.

Badende am Timmendorfer Strand
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Badende am Timmendorfer Strand


Gefühlt war es für viele ja schon lange ein Jahrhundertsommer. Nun kommt auch die offizielle Bestätigung - zumindest für den Norden und Osten Deutschlands. Diese Regionen erlebten 2018 den bisher wärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881, berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD). Deutschlandweit war dieser Sommer nach 2003 der bisher zweitwärmste. Außerdem war dieser Sommer extrem trocken - gerade in der Mitte Deutschlands ist zwischen Juni und August noch nie so wenig Regen gefallen.

Die Ursache für das lang anhaltende, warme und trockene Sommerwetter waren Hochdruckgebiete, die regelrecht über Nordeuropa festhingen und dadurch atlantische Tiefs mit kühler und feuchter Luft blockierten. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen wurden die bisher höchsten Temperaturmittelwerte in den Sommermonaten Juni bis August registriert.

Im Westen und Süden war der Sommer 2003 nach wie vor am wärmsten. Damals erlebten diese Regionen intensive Hitzeperioden mit Höchstwerten bis über 40 Grad. In Bayern war zusätzlich der Sommer 2015 etwas wärmer als 2018. Deutschlandweit waren 1947 und 1994 die dritt- und viertwärmsten Sommer; sechs der bisher zehn wärmsten Sommer fallen in das 21. Jahrhundert.

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Sommer 2018: In Deutschland ist's heiß und trocken

Zwischen April und August noch nie so warm

Doch nicht nur der Sommer war in diesem Jahr ungewöhnlich heiß und trocken. Schon im April herrschten teilweise hochsommerliche Temperaturen. Die Durchschnittstemperatur lag im April fast fünf Grad Celsius über dem langjährigen Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990.

Im Juli wurde mit 39,5 Grad Celsius in Bernburg (Sachsen-Anhalt) die höchste Temperatur in diesem Jahr gemessen. Insgesamt war es zwischen April und August mit durchschnittlich 17,3 Grad Celsius noch nie so warm seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Im südlichen Deutschland herrschten zwischen Ende Juli und Anfang August in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz flächendeckend Temperaturen über 30 Grad Celsius - über zwei Wochen hinweg. Im Rhein-Main-Gebiet, Unterfranken und Teilen Baden-Württembergs wurden bis zu 18 Heiße Tage in Folge registriert, laut DWD eine außergewöhnlich lange Hitzewelle.

Hitze am Polarkreis, normaler Sommer in Spanien

Auch in vielen Teilen Europas war der Sommer 2018 ungewöhnlich warm und trocken. Besonders hohe Abweichungen von den vieljährigen Mittelwerten gab es in Südschweden. In Skandinavien war vor allem der Juli sehr warm, sogar am Polarkreis wurden bis über 30 Grad gemessen. Weitgehend normal oder sogar etwas kühler war der Sommer dagegen in Teilen von Spanien und Portugal sowie über der südlichen Balkanhalbinsel.

In den kommenden Tagen rechnet der DWD weiter mit sommerlich warmen Temperaturen mit viel Sonne und wenig Wolken. Nur im Norden Deutschlands wird es voraussichtlich wechselhaft, wahrscheinlich aber mit nur wenig Regen.

koe



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Seite 1
thomzie 07.09.2018
1. Klasse Sommer, bitte weiter so!
Über diesen Sommer habe ich mich ganz besonders gefreut. Endlich ein zuverlässiges Sonnenwetter und Urlaubsstimmung an jedem Abend in der Woche. Im kurzen Hemd zur Arbeit radeln und danach im T-Shirt zum See. Und endlich mal Camping-Urlaub in Deutschland ohne Dauerregen. Klasse! Einzigstes Problem war die Trockenheit auf den Feldern und Äckern. Da können wir technisch begabten Deutschen doch Lösungen finden. So als nationale oder europäische Herausforderung. Solche Nüsse knacken wir gern, das schaffen wir schon! Beispielsweise mit Meerwasser-Entsalzungsanlagen und Rohrsysteme zur Verteilung des Nutzwassers in ganz Europa. Der Sommer hat mich echt verwöhnt, denn ich mag nicht mehr heizen müssen. Denn wenn jetzt noch die kalten Winter ausfallen, brauchen wir weniger von Putin`s Erdgas und gar nichts von Trump`s teurem Flüssiggas. Falls das Ganze mit der vom Menschen unterstützen Klimaerwärmung zu tun haben sollte, ist das für mich völlig ok. Warmzeiten gab es über die Jahrtausende gesehen schon immer und der Planet Erde existiert nach wie vor in voller Schönheit und Lebendigkeit. Nur die Kaltzeiten/Eiszeiten würden das Leben vernichten, mit hunderten von Metern hohen Eisschichten über Europa. Das braucht hier keiner mehr, brrr... Es lebe der Sommer 2019!
knuty 07.09.2018
2.
Zitat von thomzieÜber diesen Sommer habe ich mich ganz besonders gefreut. Endlich ein zuverlässiges Sonnenwetter und Urlaubsstimmung an jedem Abend in der Woche. Im kurzen Hemd zur Arbeit radeln und danach im T-Shirt zum See. Und endlich mal Camping-Urlaub in Deutschland ohne Dauerregen. Klasse! Einzigstes Problem war die Trockenheit auf den Feldern und Äckern. Da können wir technisch begabten Deutschen doch Lösungen finden. So als nationale oder europäische Herausforderung. Solche Nüsse knacken wir gern, das schaffen wir schon! Beispielsweise mit Meerwasser-Entsalzungsanlagen und Rohrsysteme zur Verteilung des Nutzwassers in ganz Europa. Der Sommer hat mich echt verwöhnt, denn ich mag nicht mehr heizen müssen. Denn wenn jetzt noch die kalten Winter ausfallen, brauchen wir weniger von Putin`s Erdgas und gar nichts von Trump`s teurem Flüssiggas. Falls das Ganze mit der vom Menschen unterstützen Klimaerwärmung zu tun haben sollte, ist das für mich völlig ok. Warmzeiten gab es über die Jahrtausende gesehen schon immer und der Planet Erde existiert nach wie vor in voller Schönheit und Lebendigkeit. Nur die Kaltzeiten/Eiszeiten würden das Leben vernichten, mit hunderten von Metern hohen Eisschichten über Europa. Das braucht hier keiner mehr, brrr... Es lebe der Sommer 2019!
Das Problem ist, dass der Klimawandel extreme Wetterereignisse verursacht und es im nächsten Sommer monatelang regnen könnte. Dann sind die etlichen Milliarden für ein europaweites Bewässerungssystem mit Meerwasser unnötig ausgegeben worden und man hätte besser in Entwässerungssysteme, Regenauffangbecken und höhere Deiche investiert.
g_bec 07.09.2018
3.
Zitat von thomzieÜber diesen Sommer habe ich mich ganz besonders gefreut. Endlich ein zuverlässiges Sonnenwetter und Urlaubsstimmung an jedem Abend in der Woche. Im kurzen Hemd zur Arbeit radeln und danach im T-Shirt zum See. Und endlich mal Camping-Urlaub in Deutschland ohne Dauerregen. Klasse! Einzigstes Problem war die Trockenheit auf den Feldern und Äckern. Da können wir technisch begabten Deutschen doch Lösungen finden. So als nationale oder europäische Herausforderung. Solche Nüsse knacken wir gern, das schaffen wir schon! Beispielsweise mit Meerwasser-Entsalzungsanlagen und Rohrsysteme zur Verteilung des Nutzwassers in ganz Europa. Der Sommer hat mich echt verwöhnt, denn ich mag nicht mehr heizen müssen. Denn wenn jetzt noch die kalten Winter ausfallen, brauchen wir weniger von Putin`s Erdgas und gar nichts von Trump`s teurem Flüssiggas. Falls das Ganze mit der vom Menschen unterstützen Klimaerwärmung zu tun haben sollte, ist das für mich völlig ok. Warmzeiten gab es über die Jahrtausende gesehen schon immer und der Planet Erde existiert nach wie vor in voller Schönheit und Lebendigkeit. Nur die Kaltzeiten/Eiszeiten würden das Leben vernichten, mit hunderten von Metern hohen Eisschichten über Europa. Das braucht hier keiner mehr, brrr... Es lebe der Sommer 2019!
Nö, danke. Der Sommer 2018 war eindeutig zu viel. 25° warme Ostseeplörre? Da kann man ja gleich ans Mittelmeer fahren. Und morgens um 9 Uhr schon so brüllheiß, dass man um 12 Uhr schon wieder vom Strand wegmusste, um der Mittagsfrau zu entgehen und den Rest des Tages drinnen zu verbringen (oder erst um 18 Uhr an den Strand). Und wegen der fehlenden Klimaanlagen in Deutschland konnte man Museen etc. auch vergessen. Dies Jahr war echt viel zu viel Sommer.
panikfueralle 07.09.2018
4. Planetary Mass Disorder
OMG, schon wieder ein wunderschöner Sommer! Jetzt werden uns wieder die Klimaskeptiker erzählen, dass das nicht weiter schlimm sei. Aber Vorsicht! Sollte es euch tatsächlich gelingen uns unsere heißgeliebte Klimakatastrophe auszureden, dann werden wir mit folgendem noch viel globalerem Szenario um die Ecke kommen: PMD. Planetary Mass Disorder. Durch die ständige Beschleunigung und Abbremsung kleiner und großer Massen, Autos, Züge, Schiffe, Flugzeuge, und durch Bautätigkeiten mit stampfenden Maschinen auf den zarten, schwimmenden tektonischen Platten können diese verschoben werden oder brechen und es könnten Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche zunehmen. Durch den megatonnenweise Rohstoffabbau und Verschaffung der Rohstoffe an andere Örtlichkeiten wird das rotierende System Erde unwuchtig werden. Das damit unvermeintliche Eiern der Erde könnte das Sonnensystem aus dem Gleichgewicht bringen, ja die ganze Galaxie könnte betroffen sein. Der Mond entfernt sich bereits von der Erde, weil der Mensch durch das Verschießen von Satelliten und Raketen die Gesamtmasse der Erde und damit deren Anziehungskraft verringert hat. Wenn der Mond mal weg ist, geht's richtig ab. Geologen und Astronomen aller Länder, eure Chance! Macht was draus! Was die Wetterfrösche geschafft haben, schafft ihr auch.
hartwig2 07.09.2018
5.
Zitat von knutyDas Problem ist, dass der Klimawandel extreme Wetterereignisse verursacht und es im nächsten Sommer monatelang regnen könnte. Dann sind die etlichen Milliarden für ein europaweites Bewässerungssystem mit Meerwasser unnötig ausgegeben worden und man hätte besser in Entwässerungssysteme, Regenauffangbecken und höhere Deiche investiert.
Ist es so schwer zu verstehen, das Wetter und Klima KEINE Konstnate ist? Es ist dadurch immer „ Klimawandel“ . Aber Sie dürfen uns gerne aufklären, gehörte nun der völlig veregnete Sommer 2017 oder der angenehme warme Sommer 2018 zum angenommenen AGW. Diesen Winter hatten wir in meiner Region mal wieder Schnee und richtig Frost über längere Wochen, das war 2017 nicht so, dafür 2016. Aber wahrscheinlich ist Ihnen noch nicht mal aufgefallen, das Sie an ihren Geburstagen nie das gleiche Wetter hatten, und nie die selbe Temperatur. Und draus machen Sie dann einen Durchschnitt. Also bei mir war es geregnet, sonnig frostig , verschneit sonnig, kalt und warm.
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