Wetterbilanz Hitzesommer bleibt unter Rekord von 2003

Der Sommer 2018 wird wahrscheinlich keinen neuen Hitzerekord aufstellen - dafür ist der August zu kühl. Allerdings könnte die Periode April bis August die wärmste und trockenste seit Aufzeichnungsbeginn gewesen sein.

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Doch kein Jahrhundertsommer: Trotz lang anhaltender Hitze befindet sich die Zeit zwischen Juni und August bei den Temperaturen nicht auf Rekordkurs. Die Durchschnittstemperatur des Jahrhundertsommers 2003 (19,6 Grad) wird nach vorläufiger Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sehr wahrscheinlich nicht übertroffen. Momentan liege der Wert knapp über 19 Grad.

Der diesjährige Sommer ist zwar noch nicht vorbei, aber der meteorologische Herbstanfang ist bereits am 1. September - und bis dahin rechnen Meteorologen nicht mit neuen Hitzerekorden. Im Gegenteil, ab Freitag werden deutlich kühlere Tage erwartet, sagt Andreas Friedrich vom DWD.

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Kühler August: Warum 2018 kein Jahrhundertsommer ist

Die letzte Augustwoche werde voraussichtlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegen. Demnach werden die Werte noch etwas nach unten gedrückt. Auch die Sonnenstunden seien 2018 weit weniger gewesen als vor 15 Jahren: "Die 785 Stunden von 2003 werden wir in diesem Jahr auf keinen Fall mehr erreichen", sagt Friedrich.

Allerdings gelten für Meteorologen nur die Monate Juni bis August als Sommer. In diesem Jahr war es jedoch bereits im Frühjahr ungewöhnlich heiß und trocken, weshalb die Periode zwischen April und August 2018 tatsächlich einen neuen Hitze- und vor allem Trockenheitsrekord aufstellen könnte. Seit Anfang April sei gefühlt Sommer, sagt Friedrich. Rekordniveau erreichten vor allem die Monate April und Mai.

Bis Ende Juli war es dem DWD zufolge im Schnitt 3,6 Grad wärmer als im langjährigen Vergleich. Endgültig könnten die Experten erst gegen Ende August mitteilen, ob es sich tatsächlich um einen Rekord handelt. "Noch können wir nichts Eindeutiges sagen." Aber ein Trend sei deutlich erkennbar.

Bisher fielen laut DWD in diesem Sommer durchschnittlich nur etwa 113 Liter Regen pro Quadratmeter. "Das ist weniger als die Hälfte des vieljährigen Mittelwerts der Niederschlagsmenge", sagte Friedrich. Der wenige Regen hat Landwirten vielerorts zugesetzt. Sie beklagen Ernteausfälle und haben Schäden in Milliardenhöhe bei der Bundesregierung gemeldet. Teiche und Flüsse sind laut DWD ausgetrocknet, vielerorts herrschte hohe Waldbrandgefahr. Besonders trocken war es in Sachsen-Anhalt.

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Sommer 2018: In Deutschland ist's heiß und trocken

Örtlich stiegen die Temperaturen in diesem Sommer auf fast 40 Grad, Spitzenreiter ist bislang Bernburg in Sachsen-Anhalt, wo am 31. Juli 39,5 Grad gemessen wurden. Den Allzeit-Hitzerekord behält allerdings Kitzingen in Bayern. Sowohl am 5. Juli 2015 sowie am 7. August 2015 registrierte der DWD an der dortigen Messstation 40,3 Grad Celsius.

Tropennächte, bei denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt, gab es ebenfalls einige. Besonders warm war es in der Nacht zum 1. August. So erlebte Berlin mit einem Tiefstwert von 24,4 Grad an zwei Messstellen seine bislang wärmste Nacht seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Im Video: Klima extrem - Warum das Wetter immer unberechenbarer wird

koe/dpa

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derhey 21.08.2018
1. Vermutung
nicht die Hitze ist das Problem sondern die Trockenheit. Hätten wir genügend Niederschlage - natürlich vorzugsweise in der Nacht, würde kaum jemand jammern und die Natur wäre frisch-grün, trotz der Hitze.
John McC!ane 21.08.2018
2. Die Hitze an sich...
...wäre ja auch gar nicht unbedingt ein Problem gewesen - wenn denn in diesem langen Zeitraum halbwegs ausreichend Niederschlag gefallen wäre! Die extreme Dürre ist dementsprechend nicht primär eine Folge von Zuviel Hitze (ob nun durch Klimawandel bedingt oder nicht...) sondern vor allem von zu wenig Niederschlag! Und das ist IMHO eindeutig ein menschlich verursachtes Problem - man kann nun mal nicht 80% aller Regenwälder des Planeten roden, ohne dass das globale Auswirkungen hat!
karl-felix 21.08.2018
3. Nun
Zitat von John McC!ane...wäre ja auch gar nicht unbedingt ein Problem gewesen - wenn denn in diesem langen Zeitraum halbwegs ausreichend Niederschlag gefallen wäre! Die extreme Dürre ist dementsprechend nicht primär eine Folge von Zuviel Hitze (ob nun durch Klimawandel bedingt oder nicht...) sondern vor allem von zu wenig Niederschlag! Und das ist IMHO eindeutig ein menschlich verursachtes Problem - man kann nun mal nicht 80% aller Regenwälder des Planeten roden, ohne dass das globale Auswirkungen hat!
ja. Klimawandel bedingt oder nicht, das ist der Klimawandel. Wir sind mitten drin . Ich habe mal die ( Durchschnittstemperatureen ) 12 heissesten Jahre in Deutschland seit Beginn der i Wetteraufzeichnungen chronologisch geordnet . Das ging los mit 1934 , 1994 und 2000,2002,2007,2008,2009,2011,2014,2015,2016,2017 und nahtlos wird sich jetzt nach diesem heissen Sommer wohl 2018 dort einreigen . Welktweit ist damit diese Dekade wohl dieheisseste , die jemals gemessen wurde und in den letzten 50 Jahren war Jedes Jahr wärmer als das der Vorperiode. Da kommt einiges auf uns zu . Zu Anfang, so vor einem Vierteljahrhundert habe ich die Forscher und Wissenschaftler noch nicht so richtig ernst genommen die sagtn : So richtig Winter mit andauernder Schneebedeckung könnt ihr in Deutscgland vergessen und habe mir eine neue Schneeschaufel gekauft . Die liegt jetzt , fast 25 Jahre später kaum gebraucht, fast neuwertig in der Garage. Keiner kann sagen , er habe nicht gewusst was geschieht . Wir waren gewarnt .
sotraluz 21.08.2018
4. Kreative Statistik
Schade, dass es kein Jahrhundertsommer war. Also suchen wir uns halt eine willkürliche Periode, die alles Vorherige übertrifft, und schon haben wir einen neuen Beweis für die Klimaerwärmung. Chapeau!
equigen 21.08.2018
5. So ein Enttäuschung
für die Klimawandelpäpste. Wenn man nun noch dazu sagt, dass der Sommer in weiten Teilen Nordamerikas und der Winter in weiten Teilen Südamerikas deutlich zu kalt war wird klar warum 2017 weit davon entfernt ist insgesamt weltweit eines der heißesten Jahre zu sein. Und bzgl. der wirklich schlimmen Trockenheit hier in DE muss man allerdings sagen, dass es um 1540 eine 11 Monatige Dürre gegeben hat. Ganz ohne menschgemachtes CO2 und einen unnatürlichen Klimawandel.
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