Wetter Deutschland heiß, Spanien heißer, Pakistan 54 Grad

Deutschland erlebt die erste große Hitzewelle des Jahres, es soll bis zu 35 Grad warm werden. In anderen Ländern ist es noch heißer.

Elbwiesen in Dresden am Montag
DPA

Elbwiesen in Dresden am Montag


Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt vor einer anhaltenden Hitzewelle in weiten Teilen der Welt. In Spanien seien im Juni zahlreiche Temperaturrekorde gebrochen worden, darunter in Granada mit 41,5 Grad und in Madrid mit 40,1 Grad. Pakistan meldete 54 Grad in der Stadt Turbat.

"Wir nähern uns dem weltweiten Temperaturrekord von 1913", sagte WMO-Meteorologe Omar Baddour am Dienstag in Genf. Damals wurden im Tal des Todes in der Mojave-Wüste in den USA 56,7 Grad gemessen.

Regierungen, Städte und Gemeinden müssten Vorkehrungen treffen, um Menschen zu schützen, sagte Baddour. Er erinnerte daran, dass in Europa 2003 an den Folgen einer Hitzewelle 70.000 Menschen ums Leben kamen.

Im Mai und Juni habe es schon Hitzewellen in Teilen Europas, in Nordafrika und den USA gegeben. Im Durchschnitt erreichte die globale Durchschnittstemperatur in den fünf Monaten bis Ende Mai nach Berechnungen der US-Wetterbehörde NOAA den zweithöchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen vor 130 Jahren, nur 2016 sei es wärmer gewesen.

An der Küste kühler

Pünktlich zum Sommeranfang am Mittwoch erlebt auch Deutschland die erste längere Hitzewelle des Jahres. Hoch "Concha" bringt die ganze Woche über Spitzentemperaturen von mehr als 30 Grad; im Norden ist es etwas kühler. Auch nachts werde es in den Ballungsräumen im Süden und in der Mitte Deutschlands kaum unter 20 Grad abkühlen, prophezeien Wetterdienste.

Der Donnerstag wird den Prognosen zufolge voraussichtlich der bislang heißeste Tag des Jahres. Im Südwesten sei dann mit mehr als 35 Grad im Schatten zu rechnen. Ähnlich warm ist es dort bereits am Dienstag.

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Allerdings gibt es diese Woche große Temperaturunterschiede in Deutschland: Zwischen der Küste und dem Oberrhein können sie bis zu 15 Grad ausmachen.

Der bisherige Hitzerekord des Jahres war Ende Mai im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach mit 34,6 Grad gemessen worden. Am Montag wurden 33,9 Grad in Trier gemessen. Zweitheißester Ort war am Montag Lingen in Niedersachsen mit 33,0 Grad, gefolgt von Waghäusel bei Karlsruhe mit 32,6 Grad.

Gefahr von Waldbränden

Die Waldbrandgefahr ist wegen der hohen Temperaturen hoch. "Wenn wir keine ergiebigen Regenfälle bekommen, wird die Gefahr weiter zunehmen", sagte der Waldbrandexperte der Bremer Feuerwehr, Karl-Heinz Knorr, am Dienstag.

Vereinzelte Schauer würden kaum helfen. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge gab es zwischen dem Südwesten Deutschlands bis zum Nordosten in Brandenburg zahlreiche Gebiete mit der höchsten Waldbrandwarnstufe.

Brandenburg zählt aufgrund seiner ausgedehnten Kiefernwälder zu den gefährdetsten Regionen Deutschlands. Dort gelten sogar fast flächendeckend die beiden höchsten Warnstufen. Unter anderem in Baden-Württemberg, Hessen, im südlichen Niedersachsen und in Sachsen gab es ebenfalls Gebiete mit der höchsten Warnstufe.

boj/dpa



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