Wetterbilanz 2015 in Deutschland Zweitwärmstes Jahr der Messgeschichte

Deutschlands Mitte und Süden litten unter Trockenheit, Sachsen war das sonnigste Bundesland. Die Wetterbilanz 2015 verzeichnet auch einen Hitzerekord.

Blühende Wiesen: Weihnachtsfigur neben Gänseblümchen auf einer Wiese in einem Kleingarten in Frankfurt an der Oder, Mitte Dezember.
DPA

Blühende Wiesen: Weihnachtsfigur neben Gänseblümchen auf einer Wiese in einem Kleingarten in Frankfurt an der Oder, Mitte Dezember.


In Deutschland geht 2015 als zweitwärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 in die Statistik ein. Trotz Rekordmilde im November und Dezember sei das Temperaturniveau von 2014 nicht übertroffen worden, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch.

Global ist das Jahr nach Erwartungen der US-Klimabehörde das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.

2015 teilt sich in Deutschland den zweiten Platz auf der Liste der wärmsten Jahre mit 2000 und 2007. Es gab hierzulande im Sommer sogar einen Hitzerekord - 40,3 Grad im unterfränkischen Kitzingen - sowie Monatsrekorde zum Jahresende.

Zehn der zwölf Monate seien wärmer ausgefallen als der langjährige Durchschnitt, nur der September und der Oktober waren kälter, berichtete der DWD. Insgesamt lag die Durchschnittstemperatur um 1,7 Grad über dem Vergleichswert der Jahre 1961 bis 1990 - dieser Zeitraum wird international als Referenzperiode benutzt.

Die deutschlandweite Durchschnittstemperatur lag im Dezember mit 6,4 Grad gar 5,6 Grad über dem langjährigen Temperaturmittel, das nur 0,8 Grad beträgt.

Rangliste: Temperaturdurchschnitt Dezember
DWD

Rangliste: Temperaturdurchschnitt Dezember

Regen fiel in manchen Regionen erstaunlich wenig. Besonders die Mitte Deutschlands litt ab Februar unter einer Dürre, die ab dem Sommer auch den Süden erfasste. Örtlich registrierte der DWD weniger als 400 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, nur die Hälfte der üblichen Menge. Etwas mehr Regen bekam der Norden ab. Im Durchschnitt fielen seit Jahresbeginn 688 Liter pro Quadratmeter, 13 Prozent weniger als sonst.

Die Sonnenscheinbilanz fällt positiv aus: 1723 Sonnenstunden registrierten die DWD-Messstationen, 13 Prozent mehr als üblich. Mit 1875 Stunden war Sachsen 2015 das sonnigste Bundesland.

Betrachtet man kleinere Regionen, gab es sogar noch sonnigere: Am sonnigsten war die Ostseeinsel Rügen, der Breisgau im Südwesten und die Lausitz mit jeweils mehr als 2000 Sonnenstunden. Am wenigsten Sonnenschein gab es im Sauerland mit rund 1500 Stunden.

Für den Jahreswechsel zeichnet sich in Deutschland ein Ost-West-Gefälle ab: Während die Höchsttemperaturen im Osten und Norden am Neujahrstag unter null Grad fallen sollen, soll es im Westen und Süden mit bis zu sieben Grad recht mild bleiben.

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boj/dpa/AFP

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windpillow 30.12.2015
1. Wetterbilanz
Der Höhepunkt war am vergangenen Wochenende. In meinem Münchner Garten blüht ein Strauch -Winterschneeball/Duftschneeball und ich mußte gleich zweimal hinsehen -es wimmelte und surrte dort vor lauter Bienen.
karl-felix 30.12.2015
2. Jo,
Zitat von windpillowDer Höhepunkt war am vergangenen Wochenende. In meinem Münchner Garten blüht ein Strauch -Winterschneeball/Duftschneeball und ich mußte gleich zweimal hinsehen -es wimmelte und surrte dort vor lauter Bienen.
bei uns blühen die Mandeln . Soviel Sonnenstunden habe ich in den letzten 20 Jahren noch nicht erlebt. Scheint dass der Mojib Latif recht hat. Mehrjährige lange Schneeperioden wie zu unserer Kinderzeit werden wir wohl nicht mehr erleben . Schade drum . Ich fand schneereiche Winter immer bildschön .
joppop 30.12.2015
3. Mahler
1886 wurden 24 grad gemessen am weihnachten in Deutschland. In 1750 haben Hollandische mahler keine winterlandschaften gemalt es gab sie nicht!
Mimimat 30.12.2015
4. Falscher Schluss
Zitat von joppop1886 wurden 24 grad gemessen am weihnachten in Deutschland. In 1750 haben Hollandische mahler keine winterlandschaften gemalt es gab sie nicht!
Es stimmt, dass holländische Mahler keine Winterlandschaften gemalt haben, die hatten auch genug mit mahlen zu tun. Maler (ohne h) hingegen haben sehr oft Winterlandschaften gemalt. Auch wenn das Jahr 1750 nicht dabei gewesen sein mag. Aber keiner bestreitet ja auch, dass es auch in der Vergangenheit warme und/oder schneefreie Winter gab. Was also wollten sie uns eigentlich sagen?
kospi 30.12.2015
5.
Zitat von karl-felixbei uns blühen die Mandeln . Soviel Sonnenstunden habe ich in den letzten 20 Jahren noch nicht erlebt. Scheint dass der Mojib Latif recht hat. Mehrjährige lange Schneeperioden wie zu unserer Kinderzeit werden wir wohl nicht mehr erleben . Schade drum . Ich fand schneereiche Winter immer bildschön .
Jo, die gab's das letzte Mal in der letzten Eiszeit, also sehr, sehr lange vor meiner Kindheit.
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