Von Axel Bojanowski
Hamburg - Die weiteren Aussichten versprechen keinen Frühling. Die nächsten zwei Wochen wird es wohl frostig bleiben, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) voraus. Prognosen über mehr als drei Tage gelten zwar als wenig verlässlich, gleichwohl sehen die Meteorologen bislang keine Zeichen für eine Wetterwende. Allein die langjährige Wetterstatistik zeigt, wann mit dem Frühling zu rechnen sein könnte.
Zunächst müssen üblicherweise drei winterliche Täler durchschritten werden, wie Daten des DWD der vergangenen Jahrzehnte zeigen: Die erste Kältephase läuft gerade - der 9. und 10. Februar bringen häufig strenge Kälte, berichtet DWD-Meteorologe Gerhard Müller-Westermeier. Das zweite Tal folge gewöhnlich vom 19. bis 24. Februar, auch dann friere Deutschland oft ein. Bisherigen Prognosen zufolge dürfte es demnach bis Ende des Monats kalt bleiben.
Immerhin wird es stetig heller: Von Mitte Januar bis Mitte Februar steigert sich der Sonnenschein um etwa eine Stunde, so dass dann pro Tag durchschnittlich zweieinhalb Stunden Sonne scheinen. Nach der Tag-und-Nacht-Gleiche am 21. März schwenkt die Nordhalbkugel der Erde vollends ins Licht; die Sonne steht dann etwa 40 Grad über dem Südhorizont - um 23 Grad höher als am Jahresanfang.
In Köln geht es als Erstes los
Mehr Sonne bringt Wärme, doch wann setzen sich laue Luft und blauer Himmel in Mitteleuropa durch? Bereits Ende Februar wird es gewöhnlich milder. "Der März bildet dann die Brücke vom Winter zum Frühling", sagt Müller-Westermeier. Im Alpenvorland bläst verstärkt der Südföhn, er wird zum Schneefresser.
Als Frühlingsbeginn gilt der Tag, an dem die Temperatur im Schatten dauerhaft fünf Grad erreicht. Den Daten zufolge erreicht der Raum Köln meist um den 4. März herum als Erster diese Marke, gefolgt von Freiburg und Mannheim zwei Tage später. Stuttgart um den 9. März herum, Frankfurt zum 13., Hannover etwa am 21., Hamburg, Leipzig und Berlin um den 26. und München am 30. März sind später dran. Orte in den Alpen und an der Küste müssen sich mitunter noch länger gedulden.
Richtig schöne Tage
Typischerweise droht landesweit zuvor noch ein dritter Kälterückfall: Zwischen dem 3. und 8. März fiele oft erneut Schnee, berichtet Müller-Westermeier. Ab dem 13. März setze sich dann aber meist schönes Wetter durch; in etwa zwei von drei Jahren herrsche dann zehn Tage lang Hochdruck-Wetter mit Sonne.
Wann es in den letzten fünf Jahren den ersten richtig schönen Frühlingstag gab, zeigen Daten des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation IWK:
In diesem Jahr dürfte es demnach noch etwa fünf Wochen dauern bis zum ersten herrlichen Tag. Immerhin: Die Vorboten des Frühlings zeigen sich schon vorher - nach Schneeglöckchen, Krokussen und Stiefmütterchen blüht im März meist schnell die Haselnuss, gefolgt von Schwarzerle und Salweide.
Landwirte aber geben mit Dutzenden Wetterregeln ihrer Hoffnung Ausdruck, dass es kalt bleiben möge im Februar - ansonsten drohe schlechte Ernte. Diesen Merksätzen komme jedoch keine Beweiskraft zu, sagt Meteorologe Müller-Westermeier. So gibt es also eigentlich keinen Grund, warum es nicht langsam Frühling werden dürfte.
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