Übersicht Wo es am heftigsten schüttet

Die gewaltigen Niederschlagsmengen über Deutschland kommen vom Mittelmeer. Sie ziehen nach Norden, kühlen ab - und prasseln als Regen aufs Land. So feucht wie jetzt war der Boden in einigen Regionen noch nie seit Beginn der Messungen.

Hochwasser in Passau: Regenmassen aus Süden
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Hochwasser in Passau: Regenmassen aus Süden


Hamburg - Im Süden und Südosten Deutschlands regnet es seit fünf Tagen nahezu ununterbrochen. Ein Großteil der Wassermassen stammt aus dem Mittelmeer. Warmer Südwind ließ gewaltige Mengen Meerwasser verdunsten. Über Mitteleuropa traf die feuchte Brise auf kühle Luft. Über ihr stieg die leichte Warmluft aus Süden auf wie an einer Rampe.

Beim Aufstieg kühlte die nasse Mittelmeerbrise ab, so dass sie weniger Wasser halten konnte. Die Feuchtigkeit kondensierte in der Höhe wie an einer kühlen Fensterscheibe. Es bildeten sich mächtige Wolken, die sich an Gebirgen stauten. An Erzgebirge, Alpen, Bayerischem Wald, Schwarzwald und Schwäbischer Alb regnete es deshalb besonders heftig.

Passau vor und während des Hochwassers - klicken Sie auf das Wisch-Bild:


Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nun die Orte veröffentlicht, an denen es am heftigsten schüttete. Aufgelistet sind die Beobachtungsstationen des DWD, die in den vergangenen vier Tagen die meisten Niederschläge registriert haben. Zum Vergleich: Übers gesamte Jahr fallen in Deutschland im Durchschnitt rund 700 Liter pro Quadratmeter - mancherorts wurde die Hälfte dieses Wertes also in den letzten paar Tagen übertroffen. Die Orte liegen am Fuße von Höhenzügen, wo die Regenmenge übers Jahr gewöhnlich über dem Bundesdurchschnitt liegt.

Regenrekorde der vergangenen 90 Stunden (Stand Montagvormittag):

  • Aschau-Stein in Bayern: 405,1 Liter pro Quadratmeter;
  • Kreuth-Glashütte in Bayern: 372,8 Liter pro Quadratmeter;
  • Stützengrün-Hundshübel in Sachsen: 224,0 Liter pro Quadratmeter;
  • Carlsfeld in Sachsen: 194,3 Liter pro Quadratmeter;
  • Burladingen-Hausen in Baden-Württemberg: 154,0 Liter pro Quadratmeter;
  • Stötten in Baden-Württemberg: 138,1 Liter pro Quadratmeter;
  • Langenwetzendorf-Göttendorf in Thüringen: 119,0 Liter pro Quadratmeter;
  • Ponitz in Thüringen: 113,3 Liter pro Quadratmeter.

Die Regenmassen strömten letztlich in die Flüsse, in denen mächtige Flutwellen zu Tal brausten. Die stärksten Niederschläge seien aber nun vorbei, prognostiziert der DWD. Im Laufe des Tages soll der Regen verbreitet nachlassen. Die Pegel kleinerer Flüsse würden demnach noch am Montag fallen. Die großen Ströme Rhein, Elbe, Donau, Oder und Weser aber dürften noch steigen - in ihnen laufen die Flutwellen der kleineren Flüsse derzeit zusammen.

Bodenfeuchte, Stand 26. Mai: Rhein, Elbe, Donau, Oder und Weser dürften noch steigen
DWD

Bodenfeuchte, Stand 26. Mai: Rhein, Elbe, Donau, Oder und Weser dürften noch steigen

Landwirte erleben nun das Gegenteil der Frühjahrsdürre vom vergangenen Jahr. Der Boden hat sich vollgesogen wie seit mindestens 50 Jahren nicht: Auf fast der Hälfte Deutschlands ist die Erde so nass wie noch nie seit Beginn der Messungen, berichtet der DWD. Der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Flächen sei mittlerweile übersättigt und nicht mehr befahrbar.

Die Region extremer Feuchte zieht sich in einem breiten Band von Nord nach Süd. Seine westliche Grenze verläuft in etwa auf einer Linie von Bremen nach Mainz, die östliche von Rostock über Potsdam bis in den Bayerischen Wald. Gravierende Folgen für den Ertrag der Felder seien bislang nicht zu erwarten. Allerdings würde die Ernte von Spargel sowie die Bestellung mancher Felder behindert.

Die detaillierte Wettervorhersage finden Sie hier.

boj

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insgesamt 60 Beiträge
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Seite 1
mesopotamien00 03.06.2013
1.
Also hier im Köln/Bonner Raum ist es recht angenehm !!
expendable 03.06.2013
2. Da war doch dieser Herr...
...wie war sein Name doch gleich, Mojo Ladingsbums oder so, der für Ummengen Steuergeld sich als Klimaprophet betätigt und Deutschland die Vertrocknung und Versteppung vorausgesagt hat, Winter sollte es auch keine mehr geben, die 8 Monate brutale Scheißkälte dieses Jahr müssen wohl was anderes gewesen sein, wahrscheinlich alles nur gefühlt und in Wirklichkeit Hitze gewesen (Nur so kluge Menschen wie der Herr Ladingsbums wissen das zu beurteilen, wir Dooflinge wissen ja nicht, was Kälte und Wärme ist). Jetzt muß die große Dürre, die uns für VIIIIEL Geld vorhergesagt wurde, halt mal wieder aus den Kellern gepumpt werden, und der Herr Latif braucht VIIIEL mehr Steuergeld für neue kluge Studien.
orosee 03.06.2013
3. Grundschule
Der Spiegel erklärt seinen Lesern, wie Regen entsteht! Dass ich das noch erleben darf! Und wie im Schulaufsatz, brausen die Flutwellen zu Tal! Wer braucht da noch Bilder, angesichts der virtuellen Glasscheibe im Himmel, and der fensterscheibenartig Wassertropfen kondensieren! Aber mal ehrlich, ist das die Ausgabe für Kinder?
idealist100 03.06.2013
4. Da haben Sie
Zitat von mesopotamien00Also hier im Köln/Bonner Raum ist es recht angenehm !!
Da haben Sie wohl recht, aber der kalte Nord-Nord-Ost Wind ist auch nicht gerade angenehm und die letzte Mai Woche waren es bei uns auch 85 ltr/m2. Zum Glück hat es dann aber am 31.5. aufgehört und nieselte nur noch den ganzen Tag.
sagenwirmalso 03.06.2013
5. 345345
Zitat von oroseeDer Spiegel erklärt seinen Lesern, wie Regen entsteht! Dass ich das noch erleben darf! Und wie im Schulaufsatz, brausen die Flutwellen zu Tal! Wer braucht da noch Bilder, angesichts der virtuellen Glasscheibe im Himmel, and der fensterscheibenartig Wassertropfen kondensieren! Aber mal ehrlich, ist das die Ausgabe für Kinder?
Nein, das ist die traurige Wahrheit.
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