Orkan über Deutschland So gefährlich wird "Xaver"

Der Orkan beginnt schon am Donnerstagmittag. Meterologen rechnen mit einer Sturmflut an der Nordseeküste, "Xaver" könnte aber auch in Süddeutschland wüten. Das ist die Vorhersage der Wetterdienste.

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Hamburg - Noch liegt Tiefdruckgebiet "Xaver" über dem Nordatlantik vor Neufundland. Dort verstärkt es sich und nimmt Kurs auf Europa. Am Donnerstag wird das Tief über Südnorwegen ziehen und einen Orkan nach Nordeuropa bringen. Die Wetterdienste erwarten schweren Sturm in Norddeutschland bereits zur Mittagszeit. Auch im Osten wird es extrem windig; im Süden fällt der Sturm wohl etwas schwächer aus.

So lauten die Prognosen für den Donnerstag und Freitag:

Donnerstagvormittag: Noch herrscht Flaute in Süddeutschland. Im Norden weht bereits kräftiger Südwestwind. An der Küste drohen extreme Böen.

Donnerstagmittag: "Für den Norden erwarten wir in dieser Zeit eine sehr schnelle Windzunahme", sagt Frank Böttcher vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK. Auch im Rheinland und in Hessen frischt es nun deutlich auf. Im Süden aber ist immer noch nichts zu spüren.

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Orkan über Deutschland: Die Prognose für "Xaver" im Stundentakt
Donnerstagnachmittag: An der Küste bläst ein Orkan. In Nordfriesland könnten Böen von bis 150 km/h auftreten, warnt Böttcher. "Auf Helgoland und Sylt können vielleicht auch 180 Kilometer in der Stunde oder mehr erreicht werden", sagt der Meteorologe Fabian Ruhnau von Meteomedia. Im gesamten Norden, Osten und Westen drohen extreme Sturmböen, also auch in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. In Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen sind Orkanböen von bis zu 120 km/h möglich, in Schleswig-Holstein sogar vereinzelt 140km/h, warnt das IWK. Ähnlich windig kann es an der Ostsee und in den Mittelgebirgen in höheren Lagen werden. Auf dem Brocken seien Böen mit mehr als 180km/h möglich. Am Donnerstag dreht der Wind erst auf West, später auf Nordwest. Begleitet wird der Sturm von teils heftigen Regenfällen, melden die Wetterdienste. Nur der äußerste Süden könnte zunächst trocken bleiben.

Donnerstagabend: Der Regen geht vielerorts in Schnee über. Wann der Sturm sein Maximum erreicht, ist noch unklar. Der Deutsche Wetterdienst DWD erwartet den "Höhepunkt der Entwicklung für Donnerstagabend und im Osten in der Nacht zum Freitag". Andere Dienste meinen, die schwersten Böen kämen bereits am späten Nachmittag. Übereinstimmend sagen die Wetterdienste bis in den Abend hinein starken Sturm in allen Regionen nördlich des Mains vorher. An der deutschen Nordseeküste bestehe die Gefahr einer Sturmflut, warnt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie BSH. Auch eine schwere Sturmflut sei möglich; Deiche würden aber wohl nicht überflutet. Für eine genauere Prognose sei es aber noch zu früh.

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Donnerstagnacht: "Wie hoch die Nordsee steigt, lässt sich noch nicht vorhersagen", sagt Thomas Sevärt von Meteomedia. Der maximale Wasserstand hängt davon ab, wie stark der Wind zum Zeitpunkt des Gezeitenhochwassers weht und aus welcher Richtung er dann kommt. Vermutlich werde die Wetterlage ähnlich ablaufen wie zur großen Flut von 1962, als Teile Hamburgs bei Nordwestwind und einem Wasserstand von 5,70 Meter über Normalnull überschwemmt worden waren. Seither wurden die Deiche erheblich erhöht, auch an der Nordsee, so dass sie bereits mehrfach höheren Fluten als 1962 getrotzt haben. Das BSH erwartet für Hamburg für die Nacht zu Freitag bislang aber nicht ganz so hohe Pegel wie 1962. Abseits der Küsten wird vielerorts Straßenglätte zur Gefahr. In der Nacht zu Freitag sei in ganz Deutschland verbreitet mit Schneefall zu rechnen, erklärt das IWK.

Freitagvormittag: Vielerorts droht Straßenglätte nach starkem Schneefall in der Nacht. Im Norden werde es auch Freitagfrüh noch stark stürmen, warnen die Wetterdienste. Im Laufe des Tages wird der Wind schwächer. An der Nordsee droht auch am Freitag Sturmflut. Die Nordsee wird die Pegel in Hamburg vermutlich in den frühen Morgenstunden auf den Höhepunkt treiben und manche Straßen überfluten, sagen die Meteorologen voraus. Mit dem Nordwestwind treibt "Xaver" zudem kalte Polarluft nach Deutschland. Am Freitag werde es voraussichtlich bis in die Niederungen im ganzen Land vielerorts schneien.

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leser75 04.12.2013
1. Hysterie pur verbreiten
manche Presseerzeugnisse und TV-Sender; Fakt ist, dass immer schon vor Weihnachten zwei und nach dem Fest zwei Orkan-Tiefs über die Nordsee-Küste kommen, mal mehr mal weniger Wind. Auch kommt mal mehr Wasser oder doch nicht. So wird man hier groß, also keine Panik.
01099 04.12.2013
2.
Ich bin so froh, dass ich 'n Ossi bin, das ich 'n Ossi bin... [nach Lucilectric]
alexanderschulze 04.12.2013
3. Offizielle Schulbefreiungen in HH - wann?
Kennt jemand die Bedingungen, unter denen die Schule in Hamburg wetterbedingt ausfallen muss?
frubi 04.12.2013
4. .
Zitat von sysopwetterspiegel.deDer Orkan beginnt schon am Donnerstagmittag. Meterologen rechnen mit einer Sturmflut an der Nordseeküste, "Xaver" wird aber auch in Süddeutschland wüten. Das ist die Vorhersage der Wetterdienste. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/wetter-vorhersage-orkan-xaver-bringt-sturm-in-deutschland-a-937139.html
Die meisten Asiaten lachen über das was wir hier Sturm nennen. Es reine Medienpanik.
angnaria 04.12.2013
5. wäre es ihnen
Zitat von leser75manche Presseerzeugnisse und TV-Sender; Fakt ist, dass immer schon vor Weihnachten zwei und nach dem Fest zwei Orkan-Tiefs über die Nordsee-Küste kommen, mal mehr mal weniger Wind. Auch kommt mal mehr Wasser oder doch nicht. So wird man hier groß, also keine Panik.
lieber, wenn die Medien nicht davor warnen würden? Schließlich hat noch jeder dieser Orkane in Europa Menschenleben gefordert.
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