Von Axel Bojanowski
Hamburg - Ab dem 8. September rüsten Schwalben gewöhnlich für ihren Abflug nach Süden. Dieses Jahr werden sie vermutlich noch ein paar Tage in Deutschland dranhängen - Meteorologen sagen für die nächsten Tage heißes Sommerwetter voraus.
Hoher Luftdruck hat bereits am Samstag im Süden des Landes die meisten Wolken aufgelöst. Am Sonntag erwartet auch den Norden Sonne und Wärme. Die Wetterdienste sagen örtlich Rekordhitze vorher, bevor es Mitte der Woche kühler wird:
Sonntag wird es bundesweit warm und sonnig mit teils dünner Bewölkung. Im Westen und Südwesten erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit 30 Grad die höchsten Temperaturen. Am mildesten bleibt es an der Ostsee in Mecklenburg mit 20 Grad.
Für Montag kann sich Norddeutschland den Meteorologen des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation (IWK) zufolge auf Rekordwärme einstellen: In Hamburg etwa werde mit hoher Wahrscheinlichkeit die fast hundert Jahre alte Bestmarke von 26,3 Grad vom 10. September 1914 übertroffen. Auch in Hannover, Bremen, Kiel, Schleswig, Rostock, Greifswald und Schwerin dürften Jahrzehnte bestehende Höchstmarken fallen, prognostiziert das IWK. Im Laufe des Tages ziehen von Westen her aber dichtere Wolken auf, die am Nachmittag in Süddeutschland Schauer und Gewitter bringen können.
Am Dienstag bleibt es warm, aber im Norden und Westen bewölkt sich der Himmel schon früh; dort müsse mit kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden, sagt der DWD voraus. Später werde es auch im Süden regnen; in Franken und Sachsen könnte es aber bis zum Abend trocken bleiben.
Mittwoch schlägt das Wetter dann deutlich um; es kühlt erheblich ab. Der DWD sagt für ganz Deutschland tagsüber Temperaturen von 13 bis 17 Grad vorher. Landesweit regnet es dann den Prognosen zufolge bei stark auffrischendem Wind. Von Nordwesten her soll die Wolkendecke im Laufe des Tages aber auflockern.
Die weiteren Aussichten bis zum darauffolgenden Dienstag sagen wechselhaftes Herbstwetter mit vielen Wolken, Regen und Wind vorher, bei Tagestemperaturen zwischen zumeist 15 bis 20 Grad. Doch der Kälterückfall muss nicht das letzte Wort sein.
Langjährige Statistiken zeigen, dass der September im letzten Drittel schönes Sommerwetter bringt. Der sprichwörtliche Altweibersommer vom 23. bis 30. September mit Sonne und tagsüber milder Luft falle nur in jedem sechsten September aus, berichtet der Meteorologe Gerhard Müller-Westermeier vom DWD.
Bisher jedenfalls hielt sich der Monat an seine gewohnte Dreiteilung: Anfangs sommerlich, in der Mitte herbstlich, am Ende wieder schön. Kein Zufall also, dass das Oktoberfest alljährlich im letzten Septemberdrittel stattfindet.
Als Stichtag gilt der 18. September: Läge dann - wie derzeit vorhergesagt - ein Tiefdruckgebiet über Deutschland, ist Hochdruckwetter am Ende des Monats zu erwarten. Statistisch war der September aber eigentlich bereits Ende Februar auf "warm" programmiert: Einem kalten Februar wie in diesem Jahr folge in sieben von zehn Jahren ein milder September, erläutert Müller-Westermeier.
Hoffnung für den Oktober
Unerbittlich nähert sich im September jedoch eine gravierende Umstellung: Die sogenannte Heizperiode beginnt, sobald die Tagesdurchschnittstemperatur unter zwölf Grad fällt. In München müssen gewöhnlich um den 20. September herum die Heizungen angestellt werden, in Hamburg aufgrund milder Meeresluft meist erst eine Woche später.
Hoffnung haben die Wetterstatistiker für den Oktober parat: Einem milden September, wie er sich dies Jahr abzeichnet, folge in sechs von zehn Jahren ein milder Oktober, berichtet Müller-Westermeier. Das mittlere Oktoberdrittel bringt in den meisten Jahren schönes Wetter mit sonnigen Tagen und kalten Nächten.
Die Schwalben sind dann längst auf dem Weg nach Afrika. Doch herbstliches Laub, blühende Dahlien, Astern oder Rosen verschönern den Oktober.
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