Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Wetterphänomen El Niño: Der Rhythmus des Klima-Rowdies

Alle paar Jahre zieht El Niño im Pazifik auf und sorgt für Wetterturbulenzen. In alten Bäumen konnten Forscher die Geschichte des Klimaphänomens 1100 Jahre zurückverfolgen. Kräftige El Niño verändern demnach über Jahre hinaus das Klima.

Baumringe: Tagebuch des Klimas Zur Großansicht
Corbis

Baumringe: Tagebuch des Klimas

Honolulu - Ringe im Holz uralter Bäume aus dem Südwesten der USA liefern einen bisher einzigartigen Klima-Kalender. Klimaforscher konnten in den Stämmen das Auftreten des Klimaphänomens El Niño im Pazifik nun über 1100 Jahre zurück bis ins tiefste Mittelalter mit großer Genauigkeit dokumentieren.

Die ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen während eines El Niño verursachen alle paar Jahre starke Niederschläge und Überschwemmungen an den Westküsten Südamerikas und Trockenheit im Amazonasgebiet. Die historischen Auswirkungen eines El Niño sollen mit der neuen Klimadatenbank besser analysiert werden, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Nature Climate Change".

"Die Stärke von El Niño beeinflusst das Auftreten und die Vorhersagbarkeit extremer Klimaereignisse rund um die Welt", schreiben Jinbao Li und seine Kollegen von der University of Hawaii in Honolulu. So schwächt El Niño den normalerweise kalten Humboldt-Strom vor den Küsten Perus und Chiles deutlich ab

Langfristiger Warm-Kalt-Rhythmus

Das bis zu fünf Grad wärmere Wasser führt zu einer größeren Verdunstung und starken Regenfällen entlang der südamerikanischen Westküste. Bis nach Kalifornien sind diese Auswirkungen spürbar und beeinflussen das Pflanzenwachstum nachhaltig. Aber auch Dürren im Amazonasgebiet, in Südostasien und Australien führen Klimaforscher auf El Niño zurück.

Das Team um Jinbao Li untersuchte nun historische Klimadaten, die im Nordamerikanischen Dürreatlas gesammelt wurden. In der Ausprägung der Jahresringe bis zu 1100 Jahre alter Bäume im Südwesten der USA fanden sie eine erstaunliche Korrelation mit jüngeren und gut dokumentierten El Niño-Ereignissen. Nicht nur die ungewöhnlich warmen Pazifikströmungen eines El Niño, auch die vom Normalfall abweichenden kalten Wassertemperaturen während des Klimaphänomens La Niña konnten die Wissenschaftler über viele Jahrhunderte dokumentieren.

Feuchte Jahre führten dabei zu relativ breiten und trockene zu sehr schmalen Jahresringen. Aus diesen Daten erkannten sie, dass das pazifische Klima alle 50 bis 90 Jahre zwischen warmen und kalten Phasen wechselt. Während der Warmphasen seien El Niños besonders stark ausgeprägt. Das Phänomen scheint also über Jahre hinaus einen nachhaltigen Einfluss auf das Klima zu haben.

boj/dapd

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Reyno 09.05.2011
Was soll das jetzt heißen? Die nächsten 3 Winter so wie die letzten beiden? Na toll, ich bestell mir bei "Jack Wolfshit" schon mal Schneeschuhe.
2. Der El-Nino-Efffekt ist doch bekannt
Koda 10.05.2011
Zitat von ReynoWas soll das jetzt heißen? Die nächsten 3 Winter so wie die letzten beiden? Na toll, ich bestell mir bei "Jack Wolfshit" schon mal Schneeschuhe.
Ausserdem sagen die meisten Wissenschaftler, dass das jahreszeitlichen Wetterspitzen erstmal extremer werden, also heißere Sommer und zunächst einmal kältere Winter - bis dann auch die Winter nicht mehr kälter werden. Wir oder unsere Enkel werdens ja sehen; aber dann wird vielleichtn eine neue Sau durchs Dorf getrieben.
3. Alle 90 Jahre?
lupenreinerdemokrat 10.05.2011
Alle 90 Jahre besonders stark ausgeprägte El Ninos, die das Weltklima über Jahre beeinflussen? Könnte es sein, dass wir seit ca. 13 Jahren so eine besonders stark ausgeprägte Phase von El Ninos / La Ninas haben? Halt, ich vergaß: für alle ungewöhnlichen Wetter/Klimaphänomene ist ausschließlich von Industrieländern ausgestoßenes CO2 verantwortlich ;-)
4. Eine Erklärung
Irek 11.05.2011
Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Auftreten von El Niño und der Aktivität der Sonne. Schon ein Blick in Wikipedia reicht, um die wichtigsten Zeiten des Auftretens des El Niños zu erfahren. Und da sind sie: 1892 1904 1982/1983 1990/1994 Auf der anderen Seite http://ggweather.com/enso/oni.htm Haben wir eine Liste mit den El Niño Ereignissen seit 1950 1957 1965 1972 1982 1991 1997 2009 Jetzt schauen wir uns die Zeiten mit der Aktivität der Sonne: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Sunspot_butterfly_with_graph.jpg&filetimestamp=20091108190055 Es besteht eine absolute Übereinstimmung zwischen den beiden Ereignisreihen, dass bedeutet aber nicht das die Sonnenflecken das Wetter direkt beeinflussen, es zeigt uns nur, dass ein übergeordneter Prozess, der beide Phänomene verursacht, existiert. Bei dem Prozess handelt sich um die Veränderung des Gravitativen Hintergrunds (die Erklärung ist auf meiner Internetseite www.cwirko.de nachzulesen). Diese Veränderung ist durch die Lage der Planeten zueinander bestimmt. Auch die 50 bis 90 Jährige Periodizität widerspiegelt nur die Periodizitätsphasen bei der Lage der Planeten im Sonnensystem.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: