Wetterphänomen La Niña kühlt Pazifikregion noch bis ins Frühjahr

Schlechte Aussichten für die Länder am Pazifik: Das Wetterphänomen La Niña werde noch Monate andauern, prognostiziert die Weltmeteorologische Organisation. Die Kältewelle sorgt für Unwetter beidseits des Pazifiks und kühlt das Klima weltweit.

La Niña: Unüblich kalter Pazifik sorgt für Turbulenzen
NASA

La Niña: Unüblich kalter Pazifik sorgt für Turbulenzen


Die derzeitige Kälteperiode über dem Pazifik, die weltweit die Witterung beeinflusst, wird noch einige Monate dauern. Das prognostiziert die Weltmeteorologische Organisation WMO. Das Wetterphänomen La Niña werde noch bis April oder Mai für kühle Witterung sorgen, begründete die WMO ihre Prognose. Damit drohten in Australien und Südasien weiterhin starke Regenfälle und in Südamerika Dürre.

La Niña sorgt alle paar Jahre für Turbulenzen, wenn Luftdruckschwankungen über dem Pazifik Passatwinde anfachen, die warmes Wasser nach Westen treiben. Im Osten gelangt kühles Wasser aus der Tiefe nach oben, das den Ozean weiträumig abkühlt.

Die besonderen Verhältnisse sorgen für Unwetter wie jüngst in Australien. Auf der anderen Seite des Pazifiks hingegen, vor allem in Südamerika, tritt vermehrt Trockenheit ein.

Stürme über dem Meer

In den vergangenen Monaten maßen Meteorologen das stärkste La-Niña-Ereignis seit den siebziger Jahren; es hatte im Juni begonnen. Das Ereignis sei durch besonders starke Winde aufgefallen, die Meerestemperaturen hingegen kühlten lediglich um rund 1,5 Grad ab - La Niña kann den Pazifik deutlich stärker abkühlen.

Ein La Niña war vorhergesagt worden, weil zuvor ein El Niño über dem Pazifik aufgezogen war. El Niño ist das umgekehrte Wetterphänomen, es treibt warmes Wasser nach Südamerika.

Obwohl La Niña das Klima in weiten Teilen der Welt kühlt, war 2010 im weltweiten Durchschnitt eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Messungen im 19. Jahrhundert; manche Institute erklärten 2010 gar zum wärmsten Jahr.

"Fast alle Prognosemodelle sagen ein Fortbestehen von La Niña für mindestens zwei bis vier Monate voraus", teilt nun die WMO mit. Eine Prognose darüber hinaus sei nicht möglich.

boj

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