Wetterphänomen Warum Australien unter Fluten leidet

Reißende Flüsse schießen durch die Städte: Starke Regenfälle haben in Australien eine Flutkatastrophe ausgelöst. Wie konnte es dazu kommen? Daten des Wetterdienstes und Klimavorhersagen ermöglichen einen Einblick in die Ursachen - und einen Blick in die Zukunft.

NASA

Gewaltige Regenfluten haben Australien heimgesucht. Im Osten des Landes war es der regenreichste Dezember seit Beginn der Messungen. In manchen Ortschaften zieht sich das Wasser inzwischen zurück, so dass Aufräumarbeiten beginnen können. Jetzt fragen sich die Australier, was die Katastrophe ausgelöst hat und ob die Klimaerwärmung damit zu tun hat.

Tausende Kilometer weiter östlich nahm das Desaster seinen Anfang. Über dem Pazifik braut sich alle paar Jahre das Wetterphänomen La Niña zusammen, es sorgt für veränderte Verhältnisse: Luftdruckschwankungen fachen dort Passatwinde an, die warmes Wasser verstärkt nach Westen treiben. Es staut sich vor Australien. Gigantische Mengen Wasser verdunsten, sie gehen schließlich als Regen nieder. Immer wieder hat Australien katastrophale Fluten erlebt.

In den vergangenen Monaten maßen Meteorologen das stärkste La-Niña-Ereignis seit den siebziger Jahren. Das war vorhergesagt worden, weil zuvor ein El Niño über dem Pazifik aufgezogen war. El Niño ist das umgekehrte Wetterphänomen, es treibt warmes Wasser nach Südamerika.

Die Regenfälle der letzten Wochen in Australien waren extrem. Gleichwohl zeigen die Daten des australischen Wetterdienstes keinen Trend bei der Niederschlagsentwicklung: weder für Ostaustralien, noch für das ganze Land; weder fürs gesamte Jahr, noch fürs Frühjahr oder für den Sommer (den Jahreszeiten der letzten Wochen in Australien).

Ebenso wie zu viel Regen fürchten die Australier zu wenig Niederschlag - je nach der Klimazone ihrer Region. Im Südosten und Südwesten des Landes kämpften Landwirte in den vergangenen Jahren mit extremer Dürre.

Der Uno-Klimareport 2007, der den Stand der Klimaforschung zusammenfasst, widmet dem Thema "Dürre in Südwestaustralien" ein eigens Kapitel. Ergebnis: Ein Niederschlagstrend für die Zukunft ist nicht festzustellen. Der Australische Wetterdienst hingegen sieht für das ganze Land in einem Report von 2007 eher eine Abnahme der Regenfälle im Laufe des Jahrhunderts voraus.

Gleichwohl gibt es einen Grund dafür, dass künftig heftigere Regenfälle in Ostaustralien zu erwarten sein könnten: Das Meer vor der Küste des Landes hat sich in den vergangenen 40 Jahren um ein halbes Grad erwärmt. Entsprechend mehr Wasser verdunstet, es fällt mehr Regen. Indes: Wo und wann der Niederschlag fällt, ist ungewiss. Nur eines ist sicher: Australien wird weiterhin mit Starkregen und Dürre rechnen müssen.

boj

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
taiga, 14.01.2011
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Zitat von sysopReißende Flüsse schießen durch die Städte: Starke Regenfälle haben in Australien eine*Flutkatastrophe ausgelöst. Wie konnte es dazu kommen? Daten des Wetterdienstes und Klimavorhersagen*ermöglichen einen*Einblick in die Ursachen - und einen Blick in die Zukunft. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,739548,00.html
Hilfreich wäre es gewesen, hätte der Autor in dem ansonsten guten Artikel ein wenig auf die Klimagebiete Australiens abgestellt. Für so manche Leser ist nicht auf den ersten Blick erkenntlich, warum »Queensland« jetzt im Regen versinkt, die Jahre zuvor aber »Australien« eine extreme Dürre erlitt. • Nordwest-, Nord- und Nordostaustralien = Tropengürtel mit Regenwäldern bzw. Feuchtsavanne = dauerfeuchtes bis wechselfeuchtes Klima • Mitte = Wüstengürtel + Trockensavanne = fast ganzjährig Trockenheit • Südwest-, Süd- und Südostaustralien = Mittelmeerklima mit Obst- und Weinkulturen = winter- hier sommerfeuchtes Klima, durch zunehmende Trockenheit gefährdet • Ostaustralien = Ostseitenklima = wechselfeucht Man sieht, dass bei Klimaphänomenen in Australien differenziert werden muss, die Journaille spricht leider häufig nur von »Australien« – als wär‘s eine kleine Region.
hansulrich47 14.01.2011
2. Leider wieder nur Übertreibungen
Wer schon mal von Sydney nach Alice Springs geflogen ist, kann sich an endlose Salzseen und dürren Landschaften erinnern. Australien ist zwar ein kleiner Kontinent, aber eben nicht winzig. Wie man auf den Satellitenaufnahmen auch leicht erkennen kann, sind die Flüsse in Queensland zwar viele Kilometer breit, das Gerede von einer überschwemmten Fläche so groß "wie Deutschland und Frankreich" stimmt sichbar nicht. Im Süden wird es trocken bleiben, das verursachen die vorherrschenden Luftströmungen.
Koltschak 14.01.2011
3. Ja schön, ncihts Genaues weiß man nicht1
Und jetzt wissen wir es noch etwas genauer!
MaxMatthias 15.01.2011
4. Nix Neues
Beim Lesen von Absatz 6 dachte ich, dass es eine ziemlich lange Einleitung geworden ist. Am Ende fragte ich mich, ob der Autor den Leser vera....en will. La Nina als Ursache ist bekannt und er bezieht sich auf einen Bericht aus 2007. Das sind Politikerqualitäten.
Joerg grimm 15.01.2011
5. Also wirklich...
Zitat von sysopReißende Flüsse schießen durch die Städte: Starke Regenfälle haben in Australien eine*Flutkatastrophe ausgelöst. Wie konnte es dazu kommen? Daten des Wetterdienstes und Klimavorhersagen*ermöglichen einen*Einblick in die Ursachen - und einen Blick in die Zukunft. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,739548,00.html
Es ist schon ganz erstaunlich was in Deutschland von Dilettanten fuer eine nutzloser Kaese ueber Australien geschrieben wird. Der Artikel ist nichts als eine Sammlung von unzusammenhaengenden Faktoids. Es sieht so aus als kennt der Autor die Groessenverhaeltnisse nicht, und bildet sich ein das Queensland mit dem Rheinland vergleichbar waere.
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