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Vorher-Nachher-Vergleich: Verkehrte Welt

Grünende Eisgegend, blühende Wüste, sterbender See: Satellitenbilder zeigen, wie gravierend sich Landschaften in den vergangenen Jahren gewandelt haben.

Schilf und Gräser waren jahrhundertelang das Erkennungszeichen der Küstenstreifen südöstlich von Peking. In den Neunzigern siedelte sich Industrie in Binhai an, sie nutzte die günstige Lage: Anbindung an Flüsse und eine geschützte Meeresbucht. Der Vergleich der Satellitenbilder von 1992 und 2012 dokumentiert den Wandel.

Der See Mar Chiquita in Argentinien ist ein Notfall. Seine Lebensader wurde verletzt, jetzt liegt er im Sterben. Seit Landwirte, Unternehmer und Privatleute den Zufluss des Sees, den Dulce River, abzapfen, schrumpft der Salzsee. Der Vergleich zweier Satellitenbilder zeigt die Folgen: Der See ist nur noch halb so groß, dicke Salzkrusten bedecken seinen ehemaligen Grund.

Wandel im Schnelldurchgang: Ein Feuer in Las Conchas in New Mexico, ausgelöst von eingestürzten Strommasten, zerstörte in wenigen Stunden eine alte Buschlandschaft. Die rotbraunen Areale kennzeichnen verbrannte Gebiete, helle Flecken lodernde Feuer - der Satellit "Landsat 7" registrierte ihre Wärmestrahlung.

2001 begannen die Arbeiten für künstliche Inseln vor der Küste Dubais. Das Satellitenbild von 2012 dokumentiert das Neuland, es brachte Dubai einen Zuwachs von 230 Kilometern Küstenlinie: die "Palme Jebel Ali", ihre kleinere Cousine "Jumeirah" und nördlich eine Gruppe kleinerer Inseln namens "The World", die aussehen wie die Silhouette aller Landmassen der Erde.

In der ägyptischen Wüste breiten sich Ackerflächen aus. Ingenieure haben Bewässerungsrohre von der Al Farafra Oase aus in die unwirtliche Umgebung verlegt. Das aktuelle Satellitenbild zeigt das Ergebnis: Nutzpflanzen gedeihen mitten in der Wüste.

Zwölf Kilometer weit hat sich das trockengefallene Flussdelta im Turkana-See in Kenia nach Süden ausgebreitet. Als Ursachen kommen infrage: Ausbeutung des Zuflusses, stärkere Verdunstung, weniger Regen. 20.000 Menschen haben sich das Neuland zunutze gemacht und dort gesiedelt. Doch so knapp über der Wasseroberfläche leben sie gefährlich: Hundert von ihnen ertranken 2006 in einer Flut.

Der Mau Forest war Kenias wichtigste Sammelstelle für Regenwasser - der von Bäumen und Büschen dicht bewachsene Boden speicherte Unmengen Wasser. Seit 1973 (linkes Foto) wurde aber ein Viertel des Waldes gerodet. Das rechte Bild von 2009 dokumentiert den Kahlschlag.

87 Jahre liegen zwischen beiden Bildern. Von 1917 bis 2005 hat sich der Pedersen-Gletscher Hunderte Meter zurückgezogen: Wo einst Eisberge schwammen, steht nun eine Wiese.

Blick von oben auf den Pedersen-Gletscher: Die Eisgegend von 1917 hat sich zur blühenden Landschaft gewandelt.

Eine Stadt trotzt der Wüste: Las Vegas hat sich von 1984 bis 2007 mehr als verdoppelt, wie die beiden Satellitenaufnahmen zeigen. Gespeist wird die riesige Siedlung vor allem von Wasser aus dem Lake Mead - sein Pegel sinkt immer weiter.

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boj

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Ich sehe keine Bilder
markus.pfeiffer@gmx.com 08.02.2016
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2. Mar Chiquita liegt nicht
Bill G. der 2.0te 08.02.2016
Hier hat man wohl unzulässigerweise den Aralsee als Vergleich herangezogen. Der See Mar Chiquita hat eine auf natürliche Weise stark schwankende Wasseroberfläche. Er war bis in die 1970er Jahre noch kleiner als auf dem Bild, das ihn angeblich "sterbend" zeigt und nach einer Dürreperiode in den späten Nullerjahren aufgenommen wurde (der Höchststand auf dem Vorher-Bild datiert wohl vom Hochwasser 2003/04).
3. Pedersen-Gletscher
laverdad 08.02.2016
Ich stelle mir gerade vor, vorher/nachher wäre vertauscht. Wo früher grüne Wiesen waren, wäre jetzt eine Eiswüste.Eine Klimaerwärmung bringt ja so seine Nachteile für manche Gegenden mit sich. Eine Abkühlung wäre eine Katastrophe.
4.
angst+money 08.02.2016
Wenn mich nicht alles täuscht sind beim zweitletzten Bild vorher und nachher vertauscht.
5. einige Bilder einfach nur aufmerksamkeit heischend
dbeck90 08.02.2016
einige Bilder weisen beim Vorher-nachher vergleich signifikante unterschiede im Zoom auf. würde man die Bilder auf eine Ebene bringen wäre es mit dem WOW Effekt vorbei.
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