10. Dezember 2012, 15:18 Uhr

Wilderei in Kenia

Zahl der Elefanten sinkt rapide

Dramatische Entwicklung in Kenias zweitgrößter Elefantenpopulation: Die Zahl der Tiere ist in nicht einmal vier Jahren um mehr als tausend gesunken. Als wahrscheinliche Ursache gelten Wilderer, die illegale Geschäfte mit Elfenbein machen.

Berlin - In den vergangenen Jahren hatte es meist gute Nachrichten über die kenianischen Elefanten gegeben. Die Zahl der Tiere war angestiegen - offensichtlich ein Erfolg der Nationalparkwächter und Naturschützer im Kampf gegen Wilderer.

Nun aber meldet der Kenya Wildlife Service einen Rückschlag. Die Organisation hat soeben eine Elefantenzählung in der Region Samburu und Laikipia beendet. Nach Informationen des "New Scientist" ist die Zahl der Tiere in nicht einmal vier Jahren um mehr als tausend gesunken.

Bei den Zählungen in den Jahren 1992, 1998, 2002 und 2008 hatten die Tierschützer jeweils steigende Elefantenzahlen ermittelt. 2008 kamen sie auf 7418 Exemplare - der höchste Stand seit fast 20 Jahren. Nun aber fanden die Experten nur noch 6361 Tiere in der Region in Zentralkenia.

Als wahrscheinliche Ursache des Rückgangs gilt die Wilderei. Diese hat in den vergangenen Jahren in ganz Afrika zugenommen. Die Nachfrage nach Elfenbein aus asiatischen Ländern ist gestiegen, das Geschäft für Wilderer noch lukrativer geworden.

Die mit rund 12.500 Tieren größte Elefantenpopulation Kenias lebt in den beiden Tsavo-Nationalparks. In den sechziger Jahren gab es in der Region noch 35.000 Dickhäuter, dann wurde ihr Bestand durch Wilderer Ende der achtziger Jahre bis auf 6000 Tiere dezimiert.

In den Nationalparks Kenias kommt es immer wieder zu bewaffneten Angriffen auf Ranger. Erst Anfang Dezember hatten Wilderer einen Wächter im Tsavo-Park mit Schüssen am Bein verletzt. Später fand man neun erschossene Elefanten und sechs im Gebüsch versteckte Stoßzähne aus Elfenbein.

hda


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