Wilderei in Kenia: Zahl der Elefanten sinkt rapide

Dramatische Entwicklung in Kenias zweitgrößter Elefantenpopulation: Die Zahl der Tiere ist in nicht einmal vier Jahren um mehr als tausend gesunken. Als wahrscheinliche Ursache gelten Wilderer, die illegale Geschäfte mit Elfenbein machen.

Kenianische Elefanten: Die verfolgten Riesen Fotos
AP

Berlin - In den vergangenen Jahren hatte es meist gute Nachrichten über die kenianischen Elefanten gegeben. Die Zahl der Tiere war angestiegen - offensichtlich ein Erfolg der Nationalparkwächter und Naturschützer im Kampf gegen Wilderer.

Nun aber meldet der Kenya Wildlife Service einen Rückschlag. Die Organisation hat soeben eine Elefantenzählung in der Region Samburu und Laikipia beendet. Nach Informationen des "New Scientist" ist die Zahl der Tiere in nicht einmal vier Jahren um mehr als tausend gesunken.

Bei den Zählungen in den Jahren 1992, 1998, 2002 und 2008 hatten die Tierschützer jeweils steigende Elefantenzahlen ermittelt. 2008 kamen sie auf 7418 Exemplare - der höchste Stand seit fast 20 Jahren. Nun aber fanden die Experten nur noch 6361 Tiere in der Region in Zentralkenia.

Als wahrscheinliche Ursache des Rückgangs gilt die Wilderei. Diese hat in den vergangenen Jahren in ganz Afrika zugenommen. Die Nachfrage nach Elfenbein aus asiatischen Ländern ist gestiegen, das Geschäft für Wilderer noch lukrativer geworden.

Die mit rund 12.500 Tieren größte Elefantenpopulation Kenias lebt in den beiden Tsavo-Nationalparks. In den sechziger Jahren gab es in der Region noch 35.000 Dickhäuter, dann wurde ihr Bestand durch Wilderer Ende der achtziger Jahre bis auf 6000 Tiere dezimiert.

In den Nationalparks Kenias kommt es immer wieder zu bewaffneten Angriffen auf Ranger. Erst Anfang Dezember hatten Wilderer einen Wächter im Tsavo-Park mit Schüssen am Bein verletzt. Später fand man neun erschossene Elefanten und sechs im Gebüsch versteckte Stoßzähne aus Elfenbein.

hda

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1. ich hoffe
odinplasma 10.12.2012
das wir Menschen irgendwann erkennen, was wir hier machen...Wie rücksichtslos wir mit unserem Planeten umgehen..."Egal" ist das Wort, das den meisten unserer dummen Bevölkerung als erstes zu unserer Lebensgrundlage, der Natur, einfällt. Allein das Coca Cola das bekannteste Wort der Erde ist, lässt mich zweifeln ob unsere Spezies überhaupt Ernst zu nehmen ist! Die Arten sterben aus, die Wälder werden gerodet und wir schauen nur minderbemittelt zu, da es sich nicht in unserem Hoheitsgebiets abspielt. Weil Staatsgrenzen anscheinend von sämtlicher Verantwortung freisprechen... Es werden Schwachsinnige Kriege bestritten, die keinem im entferntesten helfen, und solche wichtigen Sachen, wofür es sich zu kämpfen lohnt, werden nur in Statistiken festgehalten, damit der Mensch sich an seiner eigenen Dummheit ergötzen kann. Wie dämlich wir sind. Wer die Natur nicht schätzt und schützt, hat keine Berechtigung auf diesem Planeten zu leben.
2. Schade,
Tevje 10.12.2012
Kenia ist für sein dilettantisches und halbherziges Wildtiermanagement berüchtigt, aber daß jetzt auch in den Parks gewildert werden kann, ist schon desillusionierend. Den enormen Bevölkerungszuwachs zu kontrollieren gelingt leider kaum einem afrikanischen Staat, dennoch: die Parks liegen vielfach in Regionen, die für Ackerbau kaum brauchbar sind, wo also vergleichsweise geringer Nutzerdruck / Verbraucherdruck existiert. Da bleiben dann als Schuldige nur noch die kenianischen Politiker übrig, die die Wilderei als lukrative Zusatzeinnahmequelle nutzen - und die zahlungsfreudigen prestigebewußten Chinesen (vor allen anderen Asiaten), die sich um ein paar 1000 Elefanten weniger nicht scheren. Da bekommt der alte Slogan von der 'Gelben Gefahr' ein ganz neues Profil.
3. Einstein ...
atemlos9 10.12.2012
... hat mal gesagt, dass Dummheit unbegrenzt sei. Was mag er wohl von der Profitgier gedacht haben?
4. kein nachhaltiges Management
duk2500 10.12.2012
Kenya hat die ordentlich gemanagte und nachhaltige Bejagung seiner wilden Tiere vor Jahrzehnten völlig verboten. In anderen Ländern wie Südafrika, Namibia, Botswana und Tanganijka wird auch unter Wohlwollen des WWF (Stichwort "Campfire") nachhaltig und unter Partizipation der lokalen Bevölkerung gejagt, die Elefantenbestände sind in keinster Weise bedroht, im Gegenteil. Sie werden von allen Stake Holdern als schützenswerte weil wohlstandssteigernde Ressource empfunden und behandelt. Kenya hat halt zu einseitig auf den reinen Fototourismus gesetzt.
5. Elfenbein
flieder2 10.12.2012
Muss ich nur in die Lufthansa Shoppingmall in Beijing gehen - da liegen dort geschnitzte Elfenbeinzaehne (wunderschoene chinesische Schnitzereien wie Pavillions, Menschen, Kirschbaeume in voller Bluete) - kosten ein Vermoegen, und die Chinesen kaufen es wie die Bloeden. Das ist denen egal das dafuer eine Tierart ausgerottet wird. Beschaeftigt euch mal mit der Tierwelt in Laos! in Nordlaos leben mittlerweile ueberwiegend Chinesen. Casinos entstehen dort. Gewinnt ein Chinese ein grosses Vermoegen, jagt er Laoten los: Besorgt mit den seltenen Baeren, jagt ihn, ich will ihn essen bevor er ausgestorben ist. Ich freue mich ueber den zunehmenden Wohlstand in China, nur - und so ein Restaurant gibt es in Peking - meinen Wohlstand zur Schau tragen in dem ich meine Gaestye in ein Restaurant einlade, wo ein Seeloewenpenis ca. 100 Euro kostet, ist pervers. Nur in China ist Tierschutz und Arterhalt nicht wichtig. Und so werden weiterhin Elefanten fuer Chinesen abgeschlachtet.
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