Wildkatzen In Deutschland leben wieder mehr Luchse

Mehr als hundert Luchse streifen durch Deutschland. Die Wildkatzen haben sich vor allem in drei Regionen angesiedelt.

Zwei Luchsjunge in einer Felsnische im Pfälzerwald
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Zwei Luchsjunge in einer Felsnische im Pfälzerwald


Sowohl im Harz als auch im Bayerischen Wald wurden in diesem Jahr mehr Luchse nachgewiesen als im Vorjahr. Auch im Pfälzerwald wächst die Population. Dort wurden seit 2016 neun Tiere ausgewildert.

Die Zahl der Luchse in Deutschland steigt. Nach Schätzungen des WWF pirschen derzeit hundert bis 130 Tiere durch die Wälder, wie die Umweltschutzorganisation mitteilt.

Gleichwohl bleibt dem WWF zufolge offen, ob der Luchs dauerhaft wieder seine Heimat in Deutschland findet. Wilderei und Straßenverkehr machten den Tieren das Überleben weiter schwer.

Allein in Bayern seien zwischen 2010 und 2017 mindestens sechs Luchse geschossen, vergiftet oder auf andere Weise getötet worden. Weitere 14 Tiere seien spurlos verschwunden.

"Schwere Straftat"

Nach wie vor laufen die Untersuchungen zu einem Tatverdächtigen im Bayerischen Wald, bei dem vor fast genau einem Jahr im Rahmen einer Hausdurchsuchung Waffen und Teile von Luchsen sichergestellt wurden.

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Harz: Luchs-Auswilderung

"Luchse sind streng geschützt, ihre Tötung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine schwere Straftat", erklärte Diana Pretzell vom WWF. Die Organisation fordert daher unter anderem eine nationale Wildtierbehörde und Stabsstellen bei den zuständigen Landeskriminalämtern oder Umweltministerien.

Zudem sollten tot aufgefundene Luchse - ähnlich wie Wölfe - grundsätzlich kriminologisch untersucht werden, um die Todesursache eindeutig zu ermitteln.

Luchse gründen in der Regel nur dort Reviere, wo bereits andere Artgenossen vorkommen. Daher helfen Wiederansiedlungsprojekte in Regionen wie dem Pfälzerwald, die den Tieren ausreichend zusammenhängende Waldfläche bieten, wie der WWF berichtete. Die Organisation unterstützt entsprechende Projekte in den Bundesländern.

Luchse werden gewöhnlich rund etwa einen Meter lang und 50 bis 75 Zentimeter groß. Sie sind die größten europäischen Wildkatzen.

boj/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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steffen.ganzmann 15.12.2017
1. Eine Frage an die Luchskenner:
Wenn ich mit meiner, leider nur noch fiktiven, besagten übergrossen (75 cm Schulterhöhe!) Setterwalküre im Wald spazierengehen würde, würde ein Luchs vor diesem Hund fliehen oder mit ihm kämpfen? Denn beide Raubtiere wären ja in ungefähr gleich gross und kräftig ...
M. Vikings 15.12.2017
2. Sie würden den Luchs nie treffen.
Zitat von steffen.ganzmannWenn ich mit meiner, leider nur noch fiktiven, besagten übergrossen (75 cm Schulterhöhe!) Setterwalküre im Wald spazierengehen würde, würde ein Luchs vor diesem Hund fliehen oder mit ihm kämpfen? Denn beide Raubtiere wären ja in ungefähr gleich gross und kräftig ...
Luchse sind noch scheuer als Wölfe. Einen Luchs zu treffen ist wie ein Sechser im Lotto. Deshalb liegt der Verdacht der Wilderei in erster Linie auf Berufsgruppen, die sich ständig im Wald aufhalten. Übrigens wird jedes tot aufgefundene Tier im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin untersucht. Das gilt auch für Wölfe und andere unter strengem Schutz stehende Tiere.
geri&freki 15.12.2017
3. Seltenes Vorkommnis
Vereinzelt sind in den letzten Jahren einige wenige Fälle dokumentiert, bei denen sich eine Konfrontation zwischen einem Luchs auf der einen mit einem Spaziergänger bzw. Jäger mit Hund auf der anderen Seite ergeben hat. Letztere waren dabei - unwissentlich - der frisch geschlagenen Beute (jeweils Rehwild) eines Luchses zu nahe gekommen. Hierauf reagierte der Luchs mit Drohgebärden - und auch mit Scheinattacken auf den Hund. Nennenswerte Verletzungen, sieht man von einigen "Ohrfeigen" für den Hund ab, hat es dabei aber nicht gegeben. Die Situation konnte gewöhnlich dadurch entschärft werden, dass sich Besitzer und Hund von der Beute entfernten. Grundsätzlich sucht der Luchs jedoch nicht den Kampf mit dem Hund, sondern ist lediglich darum bemüht, einen vermeintlichen Beutekonkurrenten von seiner mühsam erjagten Beute fernzuhalten. Auch als Beute kommt der Hund in dieser Situation nicht in Betracht, denn der Luchs hat ja bereits das Reh.
steffen.ganzmann 16.12.2017
4. Keine Angst!
Zitat von M. VikingsLuchse sind noch scheuer als Wölfe. Einen Luchs zu treffen ist wie ein Sechser im Lotto. Deshalb liegt der Verdacht der Wilderei in erster Linie auf Berufsgruppen, die sich ständig im Wald aufhalten. Übrigens wird jedes tot aufgefundene Tier im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin untersucht. Das gilt auch für Wölfe und andere unter strengem Schutz stehende Tiere.
Nichts würde mir weiter liegen, als Luchse oder Wölfe zu wildern. Ich gehöre zu der (raren?) Spezies Deutscher, die sich über diese Tiere freuen. Die Frage war einfaches Interesse - mein Hund sah einmal in einem Tiergehege einen Puma und in Kurzform: Es war gut, dass es zwei 50 cm voneinander getrennte Gitter zwischen ihnen gab, so sehr aggressiv waren die beiden ...
steffen.ganzmann 16.12.2017
5. Oops!
Zitat von geri&frekiVereinzelt sind in den letzten Jahren einige wenige Fälle dokumentiert, bei denen sich eine Konfrontation zwischen einem Luchs auf der einen mit einem Spaziergänger bzw. Jäger mit Hund auf der anderen Seite ergeben hat. Letztere waren dabei - unwissentlich - der frisch geschlagenen Beute (jeweils Rehwild) eines Luchses zu nahe gekommen. Hierauf reagierte der Luchs mit Drohgebärden - und auch mit Scheinattacken auf den Hund. Nennenswerte Verletzungen, sieht man von einigen "Ohrfeigen" für den Hund ab, hat es dabei aber nicht gegeben. Die Situation konnte gewöhnlich dadurch entschärft werden, dass sich Besitzer und Hund von der Beute entfernten. Grundsätzlich sucht der Luchs jedoch nicht den Kampf mit dem Hund, sondern ist lediglich darum bemüht, einen vermeintlichen Beutekonkurrenten von seiner mühsam erjagten Beute fernzuhalten. Auch als Beute kommt der Hund in dieser Situation nicht in Betracht, denn der Luchs hat ja bereits das Reh.
Das Finden toten Wildes war ein Hobby von meinem Hund. Deshalb bekamen wir vom Förster ja auch die ausdrückliche Erlaubnis, ohne Leine durch den Wald zu streifen, damit der förster wusste, wo totes Wild liegt Und das zweite Oops, denn *das* hätte sie sich von einer blöden Katze, völlig egal, wie gross diese gewesen wäre, nicht bieten lassen. Drittes Oops, von einem ernsthaften Kampf liess sich diese Setterine leider nicht abrufen! Zu ihrer Zeit war es im Gegensatz zu heute noch üblich, dass Hunde ihre Rangordnung auskämpfen durften, daher weiss ich das. Und meine rote Walküre war eben eine Alpha-Hündin ...
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