"Wildlife"-Wettbewerb Die besten Tierbilder des Jahres

Eine Gepardin lehrt ihre Jungen das Jagen, ein Makake genießt ein heißes Bad: Das Londoner Naturkundemuseum präsentiert die Gewinner des Wettbewerbs "Wildlife Photographer of the Year". Hier sind die besten Bilder.


Hamburg/London - Der "Wildlife Photographer of the Year"-Titel gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen für Naturfotografen. Der Wettbewerb, der seit 48 Jahren vom Londoner Natural History Museum und der britischen BBC ausgerichtet wird, kürt immer wieder spektakuläre Bilder.

Geduld, Sportlichkeit und Raffinesse sind gefragt, um Preisträger zu werden: Stundenlang beobachtete der spanische Fotograf Cristobal Serrano einen Fischschwarm, um ihn aus dem Blickwinkel eines Kormorans fotografieren zu können. Ein anderer Fotograf hängt sich aus der Flugzeugtür, um festzuhalten, wie Hunderte Flamingos synchron über die Erde einer Flussmündung tanzen.

Eher zufällig hingegen entstand die Aufnahme eines Eisbärs: Die Fotografin entdeckte ihn um vier Uhr morgens, als er sich zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol vorsichtig von einer Scholle zur nächsten tastete.

Die Teilnehmer konkurrieren bei dem Wettbewerb um die Siege in elf Kategorien und um vier Sonderpreise. Nach Angaben der Organisatoren gehen jedes Jahr Zehntausende Bilder ein, die von einer internationalen Expertenjury bewertet werden. Jetzt haben das Museum, die BBC und Hauptsponsor Veolia Environnement die Top-Kandidaten für die Auszeichnungen präsentiert.

Neben der Schönheit der Bilder geht es auch um die Botschaften. So wurden in einer Kategorie Aufnahmen besonders bedrohter Tierarten geehrt. Eines der Bilder zeigt eine Nashorndame, der Wilderer vier Monate zuvor das Horn aus dem Kopf geschnitten haben. Im vergangenen Jahr sicherte sich ein spanischer Fotograf mit einem Bild von der Ölkatastrophe am Golf von Mexikoden begehrten Titel.

2010 sorgte der Wettbewerb dagegen auch für Negativschlagzeilen: Die Jury musste dem spanischen Fotografen José Luis Rodriguez den Preis aberkennen - bei dem Siegerfoto handelte es sich um eine Fälschung.

irb/nik

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insgesamt 6 Beiträge
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UCL 18.10.2012
1. Photo Nr. 4
In diesem im Beitrag hier, Photo Nr. 4 : "Bubble Jetting Emperors", ist irre beeindruckend [http://www.bbc.co.uk/nature/19980616] : "[the] … picture won the Underwater Worlds category and the overall title in this year's Veolia Environnement Wildlife Photographer of the Year competition." … hatte mich schon gewundert, heute morgen, wie lange es dauert bis SPON auf BBC reagiert *smile*
tobo5824 18.10.2012
2. Naschende Maus
Zitat von sysopGrégoire Bouguereau/ Veolia Environnement Wildlife Photographer of the Year 2012Eine Gepardin lehrt ihre Jungen das Jagen, ein Makake genießt ein heißes Bad: Das Londoner Naturkunde-Museum präsentiert die Gewinner des Wettbewerbs "Wildlife Photographer of the Year". Das sind die besten Bilder. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/wildlife-photographer-gewinner-des-naturfoto-wettbewerbs-a-861968.html
Das Bild mit der naschenden Maus ist einfach entzückend. Und Respekt dem Fotografen, der das glücklich mampfende Tierchen nicht verscheucht, sondern die Kamera ausgepackt hat.
shatreng 18.10.2012
3. Home
Wem diese Bilder gefallen, sollte sich unbedingt den Film HOME von Yann Arthus-Bertrand anschauen. Den Film gibts in HD und in voller Länge auf Youtube: HOME - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=jqxENMKaeCU)
spon-facebook-10000056703 18.10.2012
4.
Zu allererst: Wirklich klasse Fotos! Ohne hier eine riesen Diskussion lostreten zu wollen, aber ich muss hier einfach mal meinen Senf abgeben. Raubtiere empfinden Mitleid mit ihrer Beute? Diese Aussage bezweifel ich ziemlich stark. Raubtiere wie sie auf den Fotos zu sehen sind können sich "Mitleid" mit ihrer Beute gar nicht leisten, weil sie fressen müssen und genetisch exakt so "programmiert" sind. Ganz nach "Survival of the fittest" würden nämlich exakt die Tiere bei der Jagd etc. benachteiligt sein, die bei beim Reißen der Beute Mitleid zeigen oder zögern. Schon kommt ein Tier ohne Mitleid vorbei und schnappt sich die Beute. Mehr Beute bedeutet höhere "Fitness" und damit wären sie den anderen Tieren evolutionär überlegen. Wir Menschen, die übrigens keine Raubtiere im biologischen Sinne sind und auch andere Primaten können so etwas wie Mitleid empfinden (ich wage mal die Behauptung, dass domestizierte Tiere wie z.B. Hund etc. auch so etwas wie Mitleid etc. empfinden können, abgeschaut von menschlichen Verhaltensweisen), aber Raubtiere die sich ihre Beute selber jagen müssen? Ganz ehrlich, das bezweifel ich sehr... Ich bin sicherlich kein ausgewiesener Tierexperte oder "Tierpsychologe", aber nur auf evolutionärer Ebene betrachtet (und darum gehts bei Wildtieren, Evolution und Selektion) macht Mitleid für die Jagdbeute für die Tiere keinerlei Sinn und würden demnach dem Evolutionsdruck zum Opfer fallen. Mitgefühl mit Artgenossen? Möglich, ja...aber Mitleid mit der Gazelle? Nein, bezweifel ich, auch wenn das natürlich nicht so romantisch ist... Bevor hier die Beispielbilder mit einer Löwin und einer kleinen Gazelle etc. kommen. Die Evolution ist kein Prozess der nur "schwarz und weiß" kennt, auch hier gibt es mal Ausreißer, die sich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durchsetzen werden....
lug&trug 19.10.2012
5. Menschliche Kategorien
Sie machen genau denselben Fehler wie die Redaktion: eine menschliche (und in Ihrem Fall auch noch "menschelnde") Interpretation der Tiermimik. Die Geparden sind [vermutlich] weder "argwöhnisch" noch mitfühlend, sondern, wie ein Vorposter schon schrieb, schlicht auf der Jagd und daher ihrem Jagdinstinkt unterworfen. Auch das leider wieder völlig an den Haaren herbeigezogen. Für den Hund z.B. ist der Mensch praktisch die Existenzgrundlage. Alles in Ihren Aussagen ("respektieren", "verdient") sind menschliche Kategorien, die im Tierreich keine Bedeutung haben. Auf den Galápagos-Inseln sind die Tiere Jahrmillionen lang keinen Säugern ausgesetzt gewesen, daher ist die Vorsicht (Fluchtinstinkt) vor Säugetieren genetisch nicht "programmiert". Wenn die Tiere aus Ihrer Erfahrung lernen würden, müssten sie seit ca. 300 Jahren die Menschen fürchten, denn die ersten Besucher haben sich nicht sehr nett verhalten. Übrigens haben auch andere Tiere keine Scheu vor Menschen. Ein (z.B. nach einer Mahlzeit) dösender Löwe wird sich nicht bequemen aufzustehen, wenn Sie in seine Nähe kommen. Die Geparden machen beim Fressen Ihrer Beute keine Anstalten abzuhauen, wenn ein Konvoi von Safari-Jeeps anrauscht und aus 5 Metern Entfernung zuschaut. Usw. usf.
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