Energie Stürme sorgen für Rekordmonat bei Windkraft

Noch nie haben Windkraftanlagen in Deutschland in einem Monat so viel Energie produziert wie im Dezember. Sie übertrafen dabei sogar den monatlichen Mittelwert aller Atomkraftwerke hierzulande.

Windräder: Hochbetrieb im Dezember
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Windräder: Hochbetrieb im Dezember


Deutsche Windkraftanlagen haben im Dezember wegen des stürmischen Wetters so viel Strom produziert wie noch nie in einem Monat. 8,9 Milliarden Kilowattstunden Strom seien im Dezember eingespeist worden, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster am Montag unter Berufung auf eine Auswertung von Daten der Strombörse mit. Zum Vergleich: Alle deutschen Atomkraftwerke zusammen erzeugten 2013 pro Monat rund acht Milliarden Kilowattstunden.

Damit sei die bisherige Rekordmarke der Windkraft in Deutschland vom Dezember 2011 übertroffen worden. Hauptgrund sei die aktuelle Wetterlage mit vielen windigen Tiefdruckgebieten, erklärte IWR-Direktor Norbert Allnoch.

Der neue Windenergie-Rekord könnte laut IWR aber schon 2015 wieder übertroffen werden, da zahlreiche neue Windparks auf See im Jahr 2015 ans Netz gehen und hauptsächlich Strom in den windstarken Wintermonaten produzieren.

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boj/AFP

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Seite 1
krise0815 05.01.2015
1. Knapp 40% des Stromverbrauchs
war der Spitzenwert (ARD-Textseite Wetter ff.) Wo sie den Strom wohl gelassen haben ?
rascher 05.01.2015
2. Und bei Flaute?
Toll. Woher kommt der Strom, wenn der Wind mal schwach oder gar nicht weht? Das Problem der Windkraft, wie auch der Solarenergie ist die Unkalkulierbarkeit und die Unzuverlässigkeit der Stromproduktion. Mal zu viel Strom, mal zu wenig oder gar keiner. Wie soll so eine vernünftige Stromwirtschaft funktionieren. Ganz abgesehen von den Kosten. Ohne EEG-Subventionen würde sich kein Windrad drehen und keine Solaranlage auf deutschen Dächern sein.
hans-georg-pabst 05.01.2015
3. Die Mafia freut sich
Hauptarbeitsgebiet der Mafia sind heute "Erneuerbare Energien”. Die Wind- und Solarlobby nennt permanent die maximal installierte Leistung als Durchschnittswert. Dem ist leider nicht so s. Prof. Faulstich, TUM. Die Windrädchen haben ein schweres Los. Oben weht der Wind stärker als unten, häufig gibt es Böen und Windrichtungsänderungen. Nun braucht aber das Netz Stromleistung nach der Tages- Jahreszeit- und Wetterkurve. Der Wechselstrom muß im Gleichtakt mit dem Netz und gleicher Spannung eingespeist werden. Schon heute spielen die Thyristoren gelegentlich verrückt und lassen die Netzfrequenz stolpern. Mit noch mehr von diesen elektronischen Schaltelementen kommt es zu Rückkopplungen und Schwingungen im Netz. In extremen Situationen folgen Abschaltungen oder Schmorbrände wie bei dem neu installierten Offshore-Windpark an der Nordseeküste. Bei Windgeschwindigkeiten über 42,5 Km/h sind die Rotorblätter am Ende. Mehr verkraften sie nicht und müssen sich auf "Durchzug” ausrichten.
KaWeGoe 05.01.2015
4. Die EE-Revolution ist nicht mehr aufzuhalten, ...
Zitat von rascherToll. Woher kommt der Strom, wenn der Wind mal schwach oder gar nicht weht? Das Problem der Windkraft, wie auch der Solarenergie ist die Unkalkulierbarkeit und die Unzuverlässigkeit der Stromproduktion. Mal zu viel Strom, mal zu wenig oder gar keiner. Wie soll so eine vernünftige Stromwirtschaft funktionieren. Ganz abgesehen von den Kosten. Ohne EEG-Subventionen würde sich kein Windrad drehen und keine Solaranlage auf deutschen Dächern sein.
... da können die AKW- und Fossilkraftwerk-Fans schimpfen so viel sie wollen. Windkraft und Solarenergie sind sehr wohl kalkulierbar. Man nennt so etwas "Wettervorhersage" und deren Zuverlässigkeit ist in meiner Lebensspanne von 1-2 Tage Vorausschau auf mittlerweile 4-5 Tage zuverlässige Vorausschau angestiegen. So waren die Starkwindphasen im Dezember 2014 schon 1 Woche im Voraus angekündigt. Da können die trägen AKW- und Kohlekraftwerke rechtzeitig runter gefahren werden, damit deren Drecksstrom die Netze nicht verstopft. PV und Wind ergänzen sich langfristig sehr gut (Sommer viel PV, wenig Wind - Winter umgekehrt). Bei Überproduktion kann mit Power-2-Gas Wasserstoff / Methan erzeugt werden, der dann in Bedarfszeiten in Gaskraftwerken und BHKWs als Brennstoff dient. BHKWs werden zukünftig die Heizungen zunehmend ersetzen. Diese Anlagen haben den Vorteil, genau dann den Strom dezentral dort zu erzeugen, wo Menschen Wärem und Strom benötigen. Kurzfristige Schwankungen werden via Biogas-BHKWs, Gaskraftwerke ausgeregelt. Hinzu kommen minutengetaktete spotmarktorientierte Stromtarife. Keine Sorge, Sie müssen weder mit einer Kerze am Zählerkasten sitzen und den günstigen Tarif abpassen, noch müssen Sie nachts aufstehen, um die Waschmaschine / den Geschirrspüler anzuwerden - das wird die Elektronik für Sie übernehmen. Diese wird zu günstigen Zeiten Akkus laden und zu Hochpreiszeiten den Netzstrom durch Akkustrom ersetzen. Ihr Leben werden Sie nicht umstellen müssen.
meinemeinungist 05.01.2015
5. Planungssicherheit
Hohe Quantität ist in der elektrischen Energieerzeugung nur dann von "Qualität", wenn sie auch so geplant war. Starkwindenergie ist leider nicht planbar. Also erzeugen diese Energiespitzen nur Probleme, die für die Kunden wieder teuer werden. Wann wird das endlich verstanden?
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