Bundesamt für Naturschutz Windräder im Wald gefährden Fledermäuse

Ist eine Windkraftanlage im Wald geplant, sollten Gefahren für Fledermäuse minimiert werden. Eine Lösung könnte sein, die Anlagen regelmäßig abzustellen. Das hilft allerdings nicht allen Arten.

Zwergfledermaus auf der Jagd nach Insekten
imago/blickwinkel

Zwergfledermaus auf der Jagd nach Insekten


Der Windkraft-Ausbau auch auf Waldflächen bringt die heimischen Fledermäuse zunehmend in Gefahr. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).

Der Wald spiele für die meisten Fledermausarten im Land als Wochenstube, Jagdrevier und Winterquartier eine sehr große Rolle, erklärte BfN-Präsidentin Beate Jessel. Inzwischen würden zunehmend auch Waldflächen genutzt, um die Ziele beim Ausbau regenerativer Energien zu erreichen, teilte das Bundesamt am Dienstag mit.

Das BfN hatte in seiner Studie untersucht, wie Fledermäuse den Wald als Lebensraum nutzen. Auf Basis dieser Informationen soll bei der Planung von Windkraftanlagen entschieden werden, wie sich Kollisionen mit Windrädern vermeiden lassen und inwiefern der Bau den Wald als Lebensraum für die Tiere unbrauchbar macht.

Mopsfledermäuse brauchen den Wald

Das ist bei jeder Art anders. Die stark gefährdete Mopsfledermaus landet beispielsweise nur sehr selten in Rotorblättern, wenn diese 50 Meter über dem Kronendach des Waldes beginnen. Gleichzeitig ist sie allerdings besonders durch den Verlust ihres Lebensraums gefährdet. Deshalb sollten Wälder, in denen die Tiere leben, nicht für Windkraftanlagen genutzt werden.

Windräder in der Nähe von Kladrum in Mecklenburg-Vorpommern
DPA

Windräder in der Nähe von Kladrum in Mecklenburg-Vorpommern

Die Forscher empfehlen generell in besonderen Lebensräumen für Fledermäuse, etwa in über hundert Jahre alten Laubwäldern, keine Bauvorhaben für Windräder zuzulassen.

Fledermäusen wie dem Kleinen Abendsegler könne es zudem helfen, die Anlagen beispielsweise bei Dämmerung oder in der Nacht abzuschalten. Die Art fliegt häufig im freien Luftraum, weshalb das Risiko, dass sie mit Rotorblättern kollidiert, deutlich höher ist als etwa bei der Mopsfledermaus.

In Deutschland leben 25 Fledermausarten. Sie sind streng geschützt. Nach Schätzungen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin kommen aber rund 250.000 Fledermäuse pro Jahr an Windkraftanlagen in Deutschland um.

jme/dpa



insgesamt 53 Beiträge
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calinda.b 07.02.2017
1. Immer wieder dieser Schwachsinn
7 Windkraftanlagen töten soviele Fledermäuse und Vögel wie 1 Katze. Und da Katzen nur Strom erzeugen wenn man ihnen das Fell abzieht und dran reibt ...
herm16 07.02.2017
2. ich
würde mal sagen, bleiben wir bei Atomstrom. Komisch ist nur, dass es nur in Deutschland solche Probleme gibt.
traurigeWahrheit 07.02.2017
3. Vogelschredder verbieten!
250000 zumeist schützenswerte Vögel werden in Deutschland jedes Jahr (mindestens) geschreddert, vermutlich liegt die Zahl doppelt so hoch. Wo ist der Aufschrei der Grünen? Diese riesigen Skelette werden nur deshalb in der Öffentlichkeit nicht kritisiert, weil die "Erneuerbare Energien Lobby" im linken politischen Lager fest verankert ist und rote und grüne Politiker prächtig dran verdienen. Windkraftanlagen sind nicht nur Menschenfeindlich, tierfeindlich und teuer, nein sie verspargeln auch ganze Landschaften. Weg damit!
egonon 07.02.2017
4. Umweltschutz war einmal,
jetzt verdienen einige wenige Betreiber dieser Anlagen viel Geld, das von den Verbrauchern aufgebracht werden muss. Das beste Beispiel für die Umverteilung von unten nach oben. Das Traurigste aber ist für mich, dass diejenigen, die einstmals den Schutz der Umwelt auf ihre politischen Fahnen geschrieben haben und damit erfolgreich auf Dummenfang gegangen sind , jetzt die Vorreiter für Umweltschäden und Landschaftsverschandelung sind, Von den Schäden für für die Tierwelt, und zwar nicht nur für Fledermäuse, sondern gerade auch für Vögel, die geschreddert werden, ganz zu schweigen.
Nonvaio01 07.02.2017
5. ehrlich?
Ist eine Windkraftanlage im Wald geplant, sollten Gefahren für Fledermäuse minimiert werden. Man o Man...da faellt einem nichts mehr zu ein.
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