Schnee und Eis: Winterwetter zwingt Zugvögel zu Extratour

Kraniche bei Neuruppin (im März 2013): Schwierige Suche nach Nahrung Zur Großansicht
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Kraniche bei Neuruppin (im März 2013): Schwierige Suche nach Nahrung

Eis und Schnee sorgen dafür, dass Zugvögel kaum Nahrung finden - viele Tiere haben deswegen ihre traditionellen Nistgebiete erst einmal wieder verlassen. Für viele Arten ist das kein Problem - doch nicht alle haben genug Kraft für den Umweg.

In Zeiten, als Frühlingslieder bei Kindern noch was galten, sangen sie: "Im Märzen der Bauer sein Rösslein einspannt", oder:" Alle Vögel sind schon da..." Alle? Mitnichten! Viele Zugvögel sind nach einer kurzen Stippvisite im bitterkalten Deutschland schon wieder auf dem Weg zurück in den Süden. Das gilt auch für die Stare: "Sie waren schon hier und sind wieder verschwunden", sagt Vogelkundler Peter Becker von der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft in Wilhelmshaven.

Die Tiere waren bis nach Norddeutschland geflogen und hatten schon ihre angestammten Nisthöhlen inspiziert. Doch die wegen Eis und Schnee fehlende Insektennahrung ließ sie wieder umdrehen. Für die Vögel, die Hunderte Kilometer in wenigen Tagen schaffen, sei das kein Problem, sagt Becker.

Der zu den Grasmücken zählende Zilpzalp müsste auch schon seit Mitte März in seine Reviere in Wäldern, Feldern und Gärten zurückgekehrt sein. "Doch viele Vögel hängen noch im Mittelmeerraum rum", sagt Becker. Andere Zilpzalpe zittern in Süddeutschland wärmerem Wetter entgegen. Kein Wunder: Die etwa 8,5 Gramm leichten Vögel haben der Kälte wenig entgegenzusetzen.

Selbst Störche waren im Februar schon in den Elbauen bei Dresden auf der Nahrungssuche gesichtet worden. Frost und Schnee haben auch sie wieder vertrieben. Ob es allerdings zugereiste oder überwinternde Tiere waren, ist laut Beckers Kollegen Wolfgang Fiedler schwer zu sagen: Störche segeln bei günstigen Winden innerhalb von zwei Tagen auch mal tausend Kilometer weit, wenn ihnen das Nahrungsangebot nicht passt, sagt der Experte von der Vogelwarte Radolfzell am Bodensee.

Feldhasen in Gefahr
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    Für andere Tierarten kann das nasskalte Winterwetter zur großen Gefahr werden. So warnt die Deutsche Wildtier Stiftung, dass nasses Fell und niedrige Temperaturen zum Tod vieler junger Feldhasen führen können. "Trockene Kälte macht jungen Feldhasen wenig aus, aber Schneematsch und Nässe sind für sie tödlich", sagt Andreas Kinser von der Stiftung. Die genauen Verluste seien schwer zu beziffern. Es sei aber klar, dass der Feldhasen-Nachwuchs gerade "eine schwere Zeit" durchmache, so die Organisation.
Bei Feldlerchen, Kiebitzen, Hausrotschwänzen oder anderen Frühziehern gibt es derzeit ein kältebedingtes "Hin und Her", sagt Fiedler. Einige der Insektenfresser bleiben hier und versuchen sich mit dem Fett aus Meisen-Futterringen durchzuschlagen. Andere sind umgekehrt und fliegen wieder ein Stück zurück ins Warme. Im Grundsatz sehen die Ornithologen im langen Winter kein Problem für die Tiere: Ein paar warme Tage, so heißt es, und die Brut setze explosionsartig ein.

Doch nicht alle Tiere kommen so weit. So treiben manche Mehlschwalben ein gefährliches Spiel. Passen Wetter und Insektenangebot, können frühe Mehlschwalben zwar als erste die besten Brutreviere besetzen. Doch bei anhaltendem Winter, "wird die Idee mit dem Tode bestraft", sagt Fiedler. Der Grund: "Mehlschwalben haben keine Kraft mehr zum Umkehren und verhungern schlichtweg."

Bei hier überwinternden Arten aus dem Norden sorgt das widrige Klima ebenfalls für einen "Zugstau": Seidenschwänze und Bergfinken aus Schweden und Russland warten ebenfalls auf besseres Wetter zu Hause. Einigen anderen ist der anhaltende Winter indes völlig egal: Der gelb-schwarze Pirol oder die unscheinbare, aber wohlklingende Gartengrasmücke überwintern in Afrika und kommen meist erst im Mai - wenn es schon längst schön warm ist.

chs/AFP

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insgesamt 10 Beiträge
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1.
agua 22.03.2013
Obwohl das Wetter in Portugal dieses Jahr sehr unbestaendig ist,wir haben immer noch viele Unwetter,und es wird immer wieder kalt,sind inzwischen viele Voegel zurueck.Unter anderem die Grasmuecke.Die Schwalben sind wieder verschwunden,nachdem wir Montags die ersten gesehen hatten.Es ist wohl allgemein kein normales Fruehlingswetter.
2.
SteveFfm 23.03.2013
Erstaunlich, wie anpassungsfähig Tiere doch sein können. So hat auch dem Eisbären die letzte Warmzeit nichts ausgemacht. Ihn ständig als bedrohnte Art durch einen angeblich menschengemachten Klimawandel heranzuziehen, ist reine Propaganda der Klimaangstindustrie. Er dient mittlerweile sogar schon als Marketinginstrument auf Verpackungen von Energiesparlampen.
3. Ja, die
besso 23.03.2013
Hat schon seltsame Konsequenzen, diese menschengemachte, katastrophale Erwärmung: Es wird kälter, die Zugvögel müssen wieder umkehren und zurück in den Süden. Es scheint, als wäre das Ziel max. 2 Grad Erwärmung zu erreichen in weite Ferne gerückt. Schade!
4. Sarkassmus in Eheren
mhwse 23.03.2013
Zitat von bessoHat schon seltsame Konsequenzen, diese menschengemachte, katastrophale Erwärmung: Es wird kälter, die Zugvögel müssen wieder umkehren und zurück in den Süden. Es scheint, als wäre das Ziel max. 2 Grad Erwärmung zu erreichen in weite Ferne gerückt. Schade!
Aber lokale Kälte bedeutet noch lange nicht globale Kühle. Durch die Hitze im Süden kann sich die polare Zone kurzfristig durchaus weiter nach Süden verlagern..(durch die Thermik und Luftsrömungen wird kalte weiter nördlich, normal in Ruhe befindliche Luft, nach Süden verlagert) Ausser dem kann es bei uns, durch Zusammenbruch der Ozenen Wärmepumpe, zu polaren Temepraturen kommen, obwohl sich der Globus weiter aufheizt.. Aber wenn der Witz passt und es abkühlt .. soll es mir Recht sein. Die Lebenserfahrung sagt leider etwas anderes.
5. Hilfsschulniveau
Limus 23.03.2013
Zitat von bessoHat schon seltsame Konsequenzen, diese menschengemachte, katastrophale Erwärmung: Es wird kälter, die Zugvögel müssen wieder umkehren und zurück in den Süden. Es scheint, als wäre das Ziel max. 2 Grad Erwärmung zu erreichen in weite Ferne gerückt. Schade!
Tja, wenn man kein Hilfsschüler wäre, der Klima nicht von Wetter unterscheiden kann, wüsste man ja auch, wann man besser schweigt, oder? Um in Ihrem Bereich zu bleiben, wenn man ein besonders zurückgebliebener Schüler ist, senkt das zwar den Durchschnitt, aber wenn es dafür zwei besonders begabte Schüler auf der anderen Seite der Skala gibt, steigt dennoch die durchschnittliche Leistung.
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