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Westdeutschland: Erstmals wieder Wisent in Freiheit geboren

In Freiheit geboren: Kalb "Quintus" in der Wisent-Herde im Rothaargebirge Zur Großansicht
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In Freiheit geboren: Kalb "Quintus" in der Wisent-Herde im Rothaargebirge

Mehr als ein Jahrhundert lang hat es in Deutschland keine freilebenden Wisente gegeben. Im April ist die erste Herde im Rothaargebirge ausgewildert worden - und schon gibt es Nachwuchs.

Bad Berleburg - In Deutschland ist nach Angaben von Artenschützern erstmals seit Jahrhunderten wieder ein Wisent in freier Wildbahn zur Welt gekommen. Die Leitkuh einer Herde, die Anfang April im Rothaargebirge freigelassen wurde, habe Anfang Mai ein Kalb geboren, berichtete die Wisent-Welt-Wittgenstein am Dienstag in Bad Berleburg (Kreis Siegen-Wittgenstein).

Der Nachwuchs sei "putzmunter", sagte Ranger Jochen Born. Spaziergänger, die den scheuen Tieren zufällig begegneten, sollten aber besonderen Abstand halten. Denn die Mutter schütze ihr Junges instinktiv. Das Kalb ist das fünfte, das in dem Artenschutzprojekt zur Welt kam. Deshalb bekam es den Namen Quintus. Vier Wisente waren zuvor noch im Gehege zur Welt gekommen. Insgesamt leben nun neun Wisente in freier Wildbahn im Rothaargebirge

Das Kalb gehört zu einer Herde von Wisenten, die Anfang April im Rothaargebirge in die Freiheit gelassen wurde. Das Gebirge liegt in Nordrhein-Westfalen. Davor gab es lange keine freilebenden Wisente mehr bei uns. Denn die Tiere wurden gejagt und ihr Lebensraum wurde von Menschen zerstört. Einige dieser Tiere lebten noch in Gehegen, etwa in Tierparks. Wisente sind die größten Säugetiere, die in Europa leben.

Die mächtigen Tiere leben überwiegend auf dem Besitz von Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, der rund um das Städtchen Bad Berleburg etwa 130 Quadratkilometer Wald sein Eigen nennt. Der Forstunternehmer will damit belegen, dass aktiver Artenschutz auch unter den Bedingungen eines kommerziellen Forstbetriebs grundsätzlich möglich ist.

Der Freisetzungsgenehmigung gingen jahrelange wissenschaftliche Studien voraus. Dabei ging es besonders um die Frage, ob die Wisente - mit bis zu einer Tonne Gewicht zählen sie zu den schwersten Landtieren Europas - eine Gefahr für Spaziergänger und Mountainbike-Fahrer darstellen könnten. Mitten durch das neue Siedlungsgebiet der Wisente führt der Rothaarsteig, der populäre Premium-Wanderweg zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen. Dass Wanderer dort die Tiere aber je zu Gesicht bekommen, gilt wegen der scheuen Lebensweise der Wisente als eher unwahrscheinlich.

nik/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Die oberschwäbischen
mummiscii 21.05.2013
Mast-, und Milchbetriebe haben sicher schon Angst, daß hier so etwas Mode macht und sie die Gegend nicht mehr komplett zugüllen und roden und silieren können :-) Hier gehen die schon bei der Planung eines Golfplatzes völlig in Panik auf. Da könnte sich ein Tier ansiedeln, welches unter Naturschutz steht...aaaaahhhhhh Natur?...nein Danke!
2. nicht nur die...
homerjay81 21.05.2013
es gibt in Deutschland leider viele Vertreter der Spezies, die Wildtiere nur als Störfaktor in unserer ach so tollen "Kulturlandschaft" betrachten. Es wundert mich auch, daß sich hier noch keiner im Forum gezeigt hat..
3.
paulx3 22.05.2013
Na das klingt doch fantastisch. Wenn jetzt noch die Wölfe in größerer Zahl zurückkehren, ist das doch ein Riesen Fortschritt.
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