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Klimawandel: Weltwetterbehörde warnt vor anschwellenden Meeren

Überflutungen durch Hurrikan "Sandy" (Oktober 2009): Höhere Meeresspiegel können Sturmfluten verschärfen Zur Großansicht
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Überflutungen durch Hurrikan "Sandy" (Oktober 2009): Höhere Meeresspiegel können Sturmfluten verschärfen

Die Meeresspiegel steigen mit hoher Geschwindigkeit weiter - das geht aus einem Bericht der Uno-Wetterbehörde WMO hervor. Die Forscher sehen darin eine Gefahr für Küstenbewohner: Wirbelstürme wie der Taifun "Haiyan" könnten künftig noch größere Schäden anrichten.

Die Meeresspiegel steigen nach Angaben der Uno-Meteorologiebehörde WMO weiterhin. Seit 1993, dem Beginn von Satellitenmessungen, sei der Pegel rund 3,2 Millimeter pro Jahr gestiegen. Das sei doppelt so viel wie im Schnitt des 20. Jahrhunderts, schrieb die Organisation in ihrem Zwischenbericht für 2013, der am Mittwoch in Genf vorgestellt wurde. Sie untermauerte damit die Angaben des Uno-Klimarats IPCC. Durch den Anstieg der Meere würden die Küstengebiete zunehmend anfällig für Stürme wie den Taifun "Haiyan", der jüngst Hunderte Menschen auf den Philippinen das Leben kostete, warnte die Organisation.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Meere im weltweiten Durchschnitt um 20 Zentimeter gestiegen. Der Anstieg vollzieht sich in Zyklen, die aktuelle Rate entspricht jener zwischen 1920 und 1950. Ginge es so weiter, stünde das Wasser Ende des Jahrhunderts 26 Zentimeter höher. Erwärmt sich die Erde aber stärker, drohe bis zum Ende des Jahrhunderts ein beschleunigter Anstieg um 26 bis 82 Zentimeter - je nachdem, wie viel Treibhausgase freigesetzt werden, warnt der Uno-Klimarat.

Der Taifun "Haiyan" könne also durchaus als Vorgeschmack auf die Zukunft aufgefasst werden, erklärte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud. "Auch wenn man einzelne Zyklone nicht unmittelbar auf den Klimawandel zurückführen kann, machen höhere Meeresspiegel die Küstenbewohner anfälliger für Flutwellen", sagte Jarraud. "Die tragischen Konsequenzen dessen haben wir auf den Philippinen gesehen." Der Klimawandel wirke sich nicht nur auf die Temperaturen aus, sondern verursache auch Dürren, Fluten und extreme Regenfälle.

Zudem ist der aktuelle Meeresspiegel-Anstieg von 3,2 Millimetern pro Jahr nur ein globaler Durchschnittswert. In manchen Regionen schwellen die Meere langsamer oder gar nicht an, wie etwa an der US-Westküste. In anderen Gebiete steigt der Pegel dagegen überdurchschnittlich - vor allem im tropischen Westpazifik, wo auch die Philippinen liegen.

Die Wirkung der globalen Erwärmung auf die Stürme selbst ist dagegen weniger sicher. Laut dem aktuellen Weltklimabericht, den der Uno-Klimarat IPCC im September vorgestellt hat, gibt es keine erkennbaren Langzeittrends bei der Anzahl tropischer Zyklone, also bei Hurrikanen und Taifunen. Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass die stärksten Wirbelstürme in Zukunft noch zerstörerischer werden könnten.

Die WMO geht in ihrem Report auch davon aus, dass 2013 zu den zehn heißesten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1850 gehören wird. Zwischen Januar und September habe die Temperatur weltweit um 0,48 Grad über dem Langzeitdurchschnitt zwischen den sechziger und den neunziger Jahren gelegen. In Australien, Japan, China und Südkorea seien im Sommer Rekordtemperaturen gemessen worden.

Arktisches Meereis erholt sich leicht

Erst vor wenigen Tagen hatte die WMO gemeldet, dass die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre 2012 einen neuen Höchststand erreicht hat. Sie sei seit dem Beginn der industriellen Revolution um 41 Prozent gestiegen. "Wir erwarten, dass sie 2013 erneut ein beispielloses Niveau erreichen", sagte Jarraud am Mittwoch. "Dies bedeutet, dass uns eine wärmere Zukunft bevorsteht." Die ersten neun Monate 2013 hätten auf dem Niveau von 2003 gelegen und zählten damit zu den sieben wärmsten Perioden seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1850.

In zahlreichen Regionen wurden überdurchschnittliche Temperaturen verzeichnet. So gab es große Hitze in Australien, Nordamerika, im Nordosten von Südamerika, Nordafrika sowie weiten Teilen Eurasiens. Die weltweite Oberflächentemperatur lag um 0,48 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Zeit von 1961 bis 1990. Allerdings erholte sich das Meereseis in der Arktis leicht von der dramatischen und beispiellosen Schmelze vergangenes Jahr. In der Antarktis wuchs das Meereseis sogar auf eine Fläche von 19,47 Millionen Quadratkilometern.

Das aber ist laut Jarraud kein Grund zur Beruhigung: Der Meeresspiegel werde aufgrund des Schmelzens der Gletscher und der Eiskappen voraussichtlich weiter steigen. 90 Prozent der Erderwärmung, die durch den Ausstoß von Kohlendioxid und anderer klimaschädlicher Gase verursacht wird, würden durch die Ozeane aufgenommen, die sich daher noch über Jahrhunderte weiter erwärmen und ausdehnen würden, sagte der WMO-Chef.

Der Bericht wurde anlässlich der Uno-Klimakonferenz in Warschau vorgestellt, die am Montag begonnen hatte. Dort läuft eine bislang beispiellose Aktion: Aus Solidarität mit den Opfern von "Haiyan" auf den Philippinen haben sich etwa 30 Teilnehmer der Konferenz der Fastenaktion des philippinischen Chefunterhändlers Naderev Saño angeschlossen. Beteiligt sein sollen Aktivisten aus Sri Lanka, der Ukraine, Indien, den USA und anderen Staaten. Saño hatte zu Beginn der zwölftägigen Konferenz am Montag angekündigt, nichts zu essen, solange keine Ergebnisse in Sicht seien.

"Es ist Essenszeit, aber wir essen nicht", war auf Schildern in einem der Bistros der Warschauer Konferenz zu lesen. "Wir stehen zu euch, wir stehen zu den Philippinen", hieß es auf anderen. Die fastenden Aktivisten trugen große rote Punkte als Erkennungszeichen an ihrer Kleidung. Die Aktivistin Anjali Appadurai aus Sri Lanka sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie wolle "nur Wasser trinken - bis zum Ende des Gipfels oder bis es wirklich Fortschritte gibt".

Die 19. Uno-Klimakonferenz hatte am Montag unter dem Eindruck von "Haiyan" begonnen. An dem Treffen nehmen Vertreter aus mehr als 190 Ländern teil. Wesentliche Durchbrüche werden nicht erwartet. Es sollen aber weitere Fragen auf dem Weg zu einem verbindlichen globalen Klimaschutzabkommen geklärt werden, das bis Ende 2015 ausgehandelt werden und im Jahr 2020 in Kraft treten soll.

mbe/boj/dpa/AFP

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insgesamt 93 Beiträge
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1.
Walter Sobchak 13.11.2013
Wie? Ne Weltwetterbehoerde gibts auch? Kontrolliert die das Wetter? Und war nicht Wetter ungleich Klima? Soviele Fragen.
2. Die große Klimaverblödung geht weiter
spon-facebook-837979585 13.11.2013
3,2 Millimeter im Jahr macht gigantische 6,4 Zentimeter seither. Das reicht nicht mal um eine Ratte ersaufen zu lassen und ist bei mehreren Metern Wasserberg im Zentrum von tropischen Wirbelstürmen ca 1 Prozent.
3.
spiritof81 13.11.2013
Zitat von sysopREUTERSDie Meeresspiegel steigen mit hoher Geschwindigkeit weiter - das geht aus einem Bericht der Uno-Wetterbehörde WMO hervor. Die Forscher sehen darin eine Gefahr für Küstenbewohner: Wirbelstürme wie der Taifun "Haiyan" könnten künftig noch größere Schäden anrichten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/wmo-bericht-meeresspiegel-steigen-mit-3-2-millimeter-pro-jahr-a-933349.html
Und diese Anzeichen wären bitte? Das wäre doch interessant zu erfahren und nicht eine Aussage, die an Kaffeesatzleserei erinnert.
4. ...
dasomat 13.11.2013
Zitat von spon-facebook-8379795853,2 Millimeter im Jahr macht gigantische 6,4 Zentimeter seither. Das reicht nicht mal um eine Ratte ersaufen zu lassen und ist bei mehreren Metern Wasserberg im Zentrum von tropischen Wirbelstürmen ca 1 Prozent.
Ob der Inselstaat Kiribati ihre Ausführungen wohl unterstützen würde? Verharmloser, ewig Gestrige und Tatsachenverdreher wie Sie, sind der Bremsklotz am Rad der Schadensbegrenzung.
5. Verleugner
kolux 13.11.2013
Diejenigen, die den durch Menschen rapide beschleunigten Klimawandel leugnen, suchen nur eine Legitimation für sich, so weiter zu machen wie bisher und alle Verantwortung für ihr Tun abzulehnen. Aber selbst wenn es keinen Klimawandel gäbe, sei es durch den Menschen verursacht/beschleunigt oder nicht, wäre es nicht trotzdem besser und schöner für alle Bewohner dieses Planeten, Menschen, Tiere, Pflanzen, besser wenn der Mensch Verantwortung übernehmen und weniger Dreck produzieren würde? Ganz nach dem Motto: Nach mir meine Nachkommen. Und nicht etwa: Nach mir die Sintflut.
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Fläche: 300.000 km²

Bevölkerung: 101,803 Mio.

Hauptstadt: Manila

Staats- und Regierungschef: Rodrigo Duterte

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Orkan, Hurrikan, Zyklon und Taifun
Entstehung
Orkan, Hurrikan, Zyklon und Taifun sind im Grunde das gleiche Wetterphänomen. Bei allen vieren handelt es sich um Wirbelstürme, die entstehen, wenn sich um ein großes Tiefdruckgebiet ein Sturmfeld bildet. Je nach Stärke und Größe kann es erhebliche Verwüstungen anrichten.

Ein Orkan entsteht, wenn kalte Luft vom Nordpol auf warme Luft aus dem Süden trifft. An der Grenze, der sogenannten Polarfront, ziehen die Luftmassen aneinander vorbei. Dabei können Drehbewegungen entstehen, in deren Zentrum der Luftdruck stark abfällt und Tiefdruckwirbel mit starken Winden ausgelöst werden.

Tropische Wirbelstürme entstehen dagegen über aufgeheizten Wassermassen im Ozean. Die aufsteigende Luft erzeugt einen Unterdruck, der Luft aus der Umgebung ansaugt. Dieser Kamineffekt wird durch das warme Wasser weiter befeuert. Die Luftmassen werden durch die sogenannte Corioliskraft, die aus der Erdrotation entsteht, in Drehung versetzt.
Unterscheidung
Von Orkanen sprechen Seefahrer und Meteorologen ab Windstärke zwölf, dem höchsten Wert auf der nach dem britischen Admiral Francis Beaufort benannten Beaufort-Skala. Sie entspricht einer Geschwindigkeit von 117,7 Kilometern pro Stunde oder 64 Knoten. Solche Winde können nicht nur in Tiefdruckgebieten wie etwa "Kyrill", sondern auch örtlich begrenzt in Tornados auftreten.

Während der Begriff Orkan früher zusammenfassend für alle diese Phänomene benutzt wurde, bezeichnet er heute meist nur noch die Windstärke bei Stürmen in Europa. Ein tropischer Wirbelsturm wird dagegen Hurrikan oder Taifun genannt - je nachdem, ob er sich im Atlantik, dem Nordpazifik oder in der Karibik entwickelt und so zum Hurrikan wird oder aber im nordwestlichen Pazifik wütet und dann als Taifun gilt. Im Indischen Ozean wiederum wird ein Wirbelsturm auch Zyklon genannt.

Tropische Wirbelstürme entwickeln höhere Windgeschwindigkeiten als Winterstürme. Letztere besitzen dagegen breitere Sturmfelder und bewegen sich schneller fort, manchmal bis zu 2000 Kilometer pro Tag.
Gefahren
Wirbelstürme können die See zu Wellenhöhen von bis zu 20 Metern aufpeitschen. Im Binnenland sind sie wegen größerer Reibung am Boden dagegen selten, weshalb es dort meist nur zu Orkanböen kommt. Sie können selbst starke Bäume entwurzeln und schwere Verwüstungen verursachen. Der Hurrikan "Katrina" etwa, der im August 2005 New Orleans verwüstete und mehreren tausend Menschen das Leben kostete, wurde aus einem tropischen Tief geboren. In Asien lösen Taifune regelmäßig Katastrophen mit Hunderten Toten aus.

Zu vergleichbar schweren Katastrophen kam es in Europa noch nicht. Aber auch hier richteten Winterorkane schon erhebliche Schäden an und töteten Dutzende Menschen. Ende 1999 etwa zog der Orkan "Lothar" von der Biskaya kommend über Frankreich, die Schweiz und Süddeutschland und richtete einen Schaden in Milliardenhöhe an. Der Sturm traf mittags mit voller Wucht auf den Schwarzwald, mit Spitzengeschwindigkeiten von 272 km/h. Selbst in dem im tiefen Rheingraben gelegenen Karlsruhe wurden Werte von bis zu 151 km/h registriert. Mehr als 60 Menschen wurden europaweit durch den "Jahrhundertsturm" getötet.

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