Wachsende Population Wölfin "Naya" aus Mecklenburg läuft bis nach Brüssel

Eine zwei Jahre alte Wölfin ist von Westmecklenburg bis nach Brüssel gelaufen. Umweltexperten verfolgten die etwa 700 Kilometer lange Wanderung mit einem Peilsender.

Wolf in einem Tierpark in Sachsen-Anhalt (Archivbild)
DPA

Wolf in einem Tierpark in Sachsen-Anhalt (Archivbild)


In Deutschland nimmt die Zahl der Wölfe immer weiter zu - das ist schon länger bekannt. In der Folge breiten sich die Tiere immer weiter aus, suchen immer neue Reviere, vor allem im Westen.

Inzwischen haben es offenbar die ersten Tiere sogar bis nach Belgien geschafft. Wie das Agrarministerium in Schwerin mitteilte, wurde eine knapp zweijährige Wölfin aus einem Rudel im westmecklenburgischen Lübtheen unweit von Brüssel entdeckt. Derzeit halte sich das Tier auf einem Militärübungsplatz zwischen Brüssel und Antwerpen auf.

Die "Naya" genannte Jungwölfin sei mit einem Peilsender ausgestattet, sodass sich die etwa 700 Kilometer lange Wanderung durch Norddeutschland und die Niederlande bis ins belgische Flandern nachvollziehen lasse. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) gab es in Deutschland Ende 2017 inzwischen wieder 60 Wolfsrudel.

Wolfsvorkommen in sieben Bundesländern

Land Rudel Paare territoriale Einzeltiere Status der Tiere unklar
Bayern 2
Brandenburg 22 3 3
Mecklenburg-Vorpommern 3
Niedersachsen 10 4 2 1
Sachsen 14 4 6
Sachsen-Anhalt 11
Thüringen 1
Summe
60
13
3
10

Quelle: Bundesamt für Naturschutz, Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes

Das sind 13 mehr als im Vorjahr. Insgesamt geht man von 150 bis 160 erwachsenen Wölfen aus, so BfN-Präsidentin Beate Jessel im November 2017. Zwar sei die Zahl der Rudel gestiegen, allerdings verringerte sich gleichzeitig die Menge der Wolfspaare von 21 auf 13. Auch die Zahl der sesshaften Einzelwölfe sank von vier auf drei. Aus diesem Grund wuchs die Zahl der erwachsenen Wölfe trotz des deutlichen Anstiegs der Rudelanzahl vergleichsweise wenig um etwa zehn bis 20 Tiere.

Vor allem der Straßenverkehr gefährdet den Wolfsbestand. Seit der Rückkehr des Wolfs (Canis lupus) im Jahr 2000 kamen 140 Tiere durch Verkehrsunfälle ums Leben. Aber auch illegale Abschüsse kommen vor. Seit 2000 wurden 26 Wölfe getötet, allein im jetzigen Berichtszeitraum fünf. Im Bericht davor gab es nur zwei illegale Tötungen.

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Das Verbreitungsgebiet der Wölfe umfasst dem Bundesamt zufolge mittlerweile sieben Bundesländer. Die meisten Wölfe gibt es in Brandenburg und Sachsen. Aber auch in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Bayern und Niedersachsen leben wieder Wölfe.

joe/dpa

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