Anhörung im Bundestag Was tun mit dem Wolf?

Der Umgang mit den nach Deutschland zurückgekehrten Wölfen bleibt unter Experten umstritten. Das zeigt auch eine Anhörung im Bundestag. Ein Schäfer warnte, ein Wolfsangriff sei "ein Trauma für Mensch und Tier".

Wölfe in einem Tierpark in Baden-Württemberg (Archivbild)
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Wölfe in einem Tierpark in Baden-Württemberg (Archivbild)


Deutschland diskutiert über den Wolf - und manchmal geht es dabei um ziemlich fundamentale Fragen. Zum Beispiel darum, wie viele der Raubtiere eigentlich wieder im Land leben. Doch noch nicht einmal dazu gab es in einer Anhörung des Bundestags-Umweltausschusses am Mittwoch Übereinstimmung. Ähnlich umstritten war auch die Frage, ob der Wolf in Deutschland wieder gejagt werden soll - und ob dies eigentlich die Situation von Tierhaltern verbessern würde.

Wolfgang Köck vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung verwies im Ausschuss darauf, dass der Wolf sowohl durch das Berner Übereinkommen als auch eine europarechtliche Richtlinie geschützt sei. Bei einer "Minimumpopulation" von 1000 erwachsenen Tieren könne "theoretisch auch eine Bejagung wieder in Betracht" kommen. Derzeit gebe es hierzulande aber nur 150 erwachsene Wölfe. Daher stelle sich die Jagd-Frage "gegenwärtig nicht".

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Wölfe in Deutschland: Begegnung mit einem Raubtier

Dagegen sprach beispielsweise Eberhard Hartelt vom Deutschen Bauernverband nach Angaben des Bundestags-Pressedienstes von mehr als 1000 Wölfen, die zu Beginn dieses Jahres in Deutschland lebten. Die Ängste der Tierhalter und der Menschen im ländlichen Raum müssten ernst genommen werden. Es dürfe nicht länger einen "uneingeschränkten Freilandversuch zu Gunsten des Wolfes geben" - vielmehr sei ein "Management der Wölfe" nötig.

Helmut Damman-Tamke vom Deutschen Jagdverband wies darauf hin, dass die Zahl der Wölfe in Deutschland "exponentiell" wachse. Die Politik habe diese "Dynamik" aber "nicht erkannt". Andreas Schenk vom Bundesverband Berufsschäfer plädierte für eine Weidetierprämie. Notwendig seien zudem ein Kompetenzzentrum Herdenschutz und bundeseinheitliche Standards im Umgang mit dem Wolf.

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"Wir sind schon lange dabei unterzugehen", so Schenk. Die Schafhaltung gehen auch da zurück, wo es keine Wölfe gebe. Die Schäfer fordern eine Weidetierprämie vom Bund, die insgesamt bis zu 40 Millionen Euro pro Jahr kosten würde.

"Der Wolf ist nicht Schuld am Niedergang der Schafhaltung, die Verantwortung dafür tragen Politik und Gesellschaft", sagte Schenk vor den Fachpolitikern. Dennoch sei jeder Wolfsangriff "ein Trauma für Mensch und Tier, schon die Angst davor ist unerträglich".

Das Thema Wolfsmanagement und Herdenschutz wird seit geraumer Zeit in Deutschland kontrovers diskutiert. Während die FDP den Wolf zur Jagd freigeben will und auf seine starke Vermehrung verweist, betonen die Grünen, dass Wölfe mit problematischem Verhalten schon jetzt abgeschossen werden dürften.

Wölfe breiten sich in Deutschland seit Jahren weiter aus, was zunehmend zu Konflikten mit Menschen führt. Die Tiere sind nach deutschem und europäischem Naturschutzrecht streng geschützt. Um Wölfe zur Jagd freizugeben, müsste die EU den Schutzstatus der Tiere ändern.

Video: Die Rückkehr der Wölfe - Raubtier mit Imageproblem

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chs/AFP/dpa



insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
pejoachim 18.04.2018
1. Wölfe sind doch harmlos ...
... die tun keinem was. Unsere Vorfahren, die eine riesige Angst vor ihnen hatten, die hatten von den Tieren ebenso wenig eine Ahnung wie die Menschen in Sibirien und anderen Teilen der Welt, wo viele Wölfe leben. Wölfe wissen nicht, dass Menschen essbar sind. Das wussten die noch nie. Außerdem töten sie ohnedies nur Kleintiere und Alte. Wie spannender wird ein Waldkindergarten, wenn man weiß, da sind Wölfe in der Nähe? Und Opa mit seinen Krücken, der muss ja auch nicht unbedingt seinen Waldspaziergang machen. Der kann genauso gut zuhause bleiben und irgendeinen Spätzlesender hören. Geht doch. Wozu also die ganze Aufregung?
sikasuu 18.04.2018
2. Ein Schäfer warnte, ein Wolfsangriff sei .....
...."ein Trauma für Mensch und Tier"? . Ich kann mich schwach erinnern, dass das Zusammenleben von Raub-& Weidetieren schon Jahrtausende lang ziemlich gut klappte (Hirten, Hütehunde usw) & . das der "letzte Wolf" irgendwann HIER ca. 1800-1850 geschossen wurde. Also im Zeitraum des Ackerbaus & des Weideviehs ungefähr gestern:-) . Ein wenig mehr Sachlichkeit & weniger Gebrüder Grimm hielt ich in diesem Diskurs für nötig!
gartenkram 18.04.2018
3. Die
Menschen verlernen immr mehr, mit der natur zu leben. Statt zu lernen, mit dem wolf zu leben und was zu tun ist, wenn man so einem tier mal begegnet wird nach abschuss und vertreibung geschrien. Pfff
bartsuisse 18.04.2018
4. Lamas
Lamas zusammen mit Schafen halten ist der neueste Trend in der Schweiz. Die Lamas gehen gegen Wölfe vor und schützen die Herde. Übrigens gilt in Europa eine Gruppe um 9 Wölfe als Rudel. Darunter sind es Paare mit Jungen aber keine Rudel. Es gibt also in Deutschland nicht mehr als 16 Rudel falls 150 Tiere stimmt.
sabi1324 18.04.2018
5. Stimmt,
Zitat von pejoachim... die tun keinem was. Unsere Vorfahren, die eine riesige Angst vor ihnen hatten, die hatten von den Tieren ebenso wenig eine Ahnung wie die Menschen in Sibirien und anderen Teilen der Welt, wo viele Wölfe leben. Wölfe wissen nicht, dass Menschen essbar sind. Das wussten die noch nie. Außerdem töten sie ohnedies nur Kleintiere und Alte. Wie spannender wird ein Waldkindergarten, wenn man weiß, da sind Wölfe in der Nähe? Und Opa mit seinen Krücken, der muss ja auch nicht unbedingt seinen Waldspaziergang machen. Der kann genauso gut zuhause bleiben und irgendeinen Spätzlesender hören. Geht doch. Wozu also die ganze Aufregung?
zudem tragen Wölfe zum natürlichen Ausdünnen von Schwarzwild und Rehen bei, die sonst wenn sie sich unkontrolliert vermehren, jeden Wald massiv schaden und viel mehr Schaden anrichten.
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