Frankfurt am Main - Die Umweltstiftung WWF hat eine durchwachsene Bilanz für den Artenschutz im diesem Jahr gezogen. Die biologische Vielfalt sei weltweit wieder zurückgegangen, teilte der WWF am Dienstag in Frankfurt mit. Dabei glaubt der WWF, der Artenschwund werde vor allem von Menschen verursacht - durch die Zerstörung von Lebensraum, den Klimawandel oder Wilderei.
Zu den Verlierern des Jahres 2010 zählt die Stiftung das Nashorn, den Hai, den Thunfisch, die Koralle, das Schuppentier und die Wale:
Immerhin: Der WWF benannte auch einige Gewinner, darunter den vom Aussterben bedrohten Tiger. Nur noch rund 3200 Tiger leben nach WWF-Schätzung in freier Wildbahn. Zwar sei der Druck durch Wilderei und Lebensraumzerstörung nach wie vor eine große Bedrohung, doch nach dem "Jahr des Tigers 2010" gebe es Hoffnung für die Großkatze: Im November haben sich Vertreter aller dreizen Tiger-Verbreitungsstaaten auf einem Artenschutztreffen zu einem Tiger-Rettungsplan bekannt. Ziel ist es, die Bestandszahlen des Tigers bis 2022 zu verdoppeln. Erste Erfolge kann die Amur-Region zwischen Russland und China vermelden: Dort sind die Bestandszahlen des Tigers seit einigen Jahren stabil.
Auch die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland schreitet nach WWF-Angaben weiter voran. Sowohl in der Lübtheener Heide in Mecklenburg-Vorpommern, als auch in Bayern sei jeweils ein Wolf gesichtet worden. Deutschlandweit gibt es nach Schätzungen des WWF zwischen 60 und 75 Wölfe. Ein Großteil davon lebe in der sächsischen Lausitz.
Während für viele Arten die Überfischung zu einem großen Problem wird, ist dagegen der Bestand des Dorsches in der Ostsee auf das Dreifache angewachsen, meldet der WWF. Die Gründe seien eine Verkleinerung der Fangflotte sowie eine konsequente Eindämmung der illegalen Fischerei. Um diesen Trend auch langfristig zu sichern, fordert der WWF die strikte Einhaltung des EU-Wiederaufbauplans für das kommende Jahr: "Die Fischereiminister müssen auch in den kommenden Jahren die Fangquoten mit Bedacht festlegen und den wissenschaftlichen Empfehlungen folgen."
cib/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Natur | RSS |
| alles zum Thema Artenschutz | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH