WWF-Warnung Tiger akut vom Aussterben bedroht

Weltweit leben nur noch 3500 bis 5000 Tiger in freier Wildbahn, berichtet die Naturschutzorganisation WWF. Damit gehöre die größte aller Raubkatzen zu den am stärksten bedrohten Arten der Erde. Als Ursache gelten Wilderei und illegaler Handel mit Knochen, Fell und Zähnen.


Leben Tiger bald nur noch im Zoo? Dies befürchtet der WWF, der gemeinsam mit dem Artenschutzprogramm Traffic einen neuen Bericht über die Bestandszahlen der Raubkatzen veröffentlicht hat. Die Population ist demnach in den vergangenen Jahren weiter gesunken. Gab es im Jahr 2000 noch 5000 bis 6000 der gestreiften Raubkatzen in freier Wildbahn, so sind es in diesem Jahr schätzungsweise nur noch 3500 bis 5000.

Bengalischer Tiger (Archivbild): Schutzmaßnahmen laut WWF "absolut ungenügend"
DPA

Bengalischer Tiger (Archivbild): Schutzmaßnahmen laut WWF "absolut ungenügend"

Nach den neusten Bestandsschätzungen steht der Sumatra-Tiger am Rande der Ausrottung. Als stark gefährdet gelten die Bestände des Amurtiger sowie der Bengalischen, Indochinesischen und Malaysischen Unterarten. Die größte aller Raubkatzen gehöre zu den am stärksten bedrohten Tierarten dieser Erde, teilte der WWF mit.

Der südchinesische Tiger, von dem vor zehn Jahren wahrscheinlich noch 20 bis 30 Individuen existierten, könne mittlerweile ausgestorben sein. "Ursache für den dramatischen Bestandsrückgang ist neben dem Lebensraumverlust vor allem die Wilderei und der illegale Handel mit Tigerknochen, Fell oder Zähnen", sagte Volker Homes, Leiter WWF-Artenschutz.

13 Tigerstaaten wurden in dem Bericht "Die Zukunft der Tiger" danach beurteilt, wie effektiv sie gegen die illegale Jagd und den Handel vorgehen. Als "absolut ungenügend" werden in dem Ranking die geringen Anstrengungen von Indonesien, Laos, Malaysia, Burma, Thailand und Vietnam bewertet. "Ausreichend bis gut" seien hingegen die Maßnahmen in Kambodscha, China, Indien, Nepal und Russland. "Von einem großen, entscheidenden Durchbruch im Schutzmanagement für die Raubkatze sind wir jedoch noch weit entfernt", sagte Homes.

Vor allem der Wunderglaube an die medizinische Heilkraft von Tigerprodukten schürt nach WWF-Einschätzung die Nachfrage weiter an. Trotz eines seit 1975 bestehenden, internationalen Handelsverbots werde die Raubkatze in ganz Asien weiterhin illegal abgeschossen.

hda

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