Yellowstone Forscher entdecken Magmaquelle von Supervulkan

Ein Ausbruch des Yellowstone-Supervulkans in den USA könnte die Welt in eine Katastrophe stürzen. Bilder des Untergrundes zeigen das gigantische Ausmaß der Magmaquelle.

Seismisches Tomogramm des Untergrundes von Yellowstone und Umgebung: Langsame Erdbebenwellen (rot) zeigen teilweise geschmolzenes Gestein - die Quelle des Supervulkans
Macmillan Publishers Limited/ Nature Geoscience

Seismisches Tomogramm des Untergrundes von Yellowstone und Umgebung: Langsame Erdbebenwellen (rot) zeigen teilweise geschmolzenes Gestein - die Quelle des Supervulkans


800 Grad heiße Glutlawinen aus Asche und Lava gehen über den US-Staaten Wyoming, Montana und Idaho nieder. Dichter Ascheregen bedeckt den gesamten nordamerikanischen Kontinent, legt Infrastruktur und Landwirtschaft lahm.

Wolken aus Schwefelgasen legen sich um die Erde, blockieren die Sonnenstrahlung - das globale Klima kühlt sich dramatisch ab. Hungersnöte und Wirtschaftskrisen wären die Folge eines Ausbruchs des Yellowstone-Vulkans - es wäre eine globale Katastrophe.

Seit Jahrzehnten debattieren Forscher, aus welcher Quelle sich der Supervulkan speist. Bislang war seine Magmaquelle bis in 440 Kilometer Tiefe nachgewiesen worden.

Nun offenbaren neue Messungen: Bis an die Grenze zum Erdkern in 2900 Kilometer Tiefe reiche ein Schlauch teilweise geschmolzenen Gesteins, berichten Peter Nelson und Stephen Grand von der University of Texas in Austin im Fachmagazin "Nature Geoscience".

Das zeigen Bilder des Untergrunds, die die Geoforscher mithilfe von Erdbebenwellen gewonnen haben. Ähnlich wie Röntgenstrahlen queren die Wellen den Untergrund - ihre Reflexionen zeichnen die Strukturen der Tiefe.

Magma knackt den Fels

Die Bilder offenbaren, dass heißes, teils geschmolzenes Gestein von der Grenze des Erdkerns unter Mexiko in einer 350 Kilometer breiten Zone schräg nach oben quillt - bis in den Nordosten der USA. Erdbebenwellen verraten die Zone, weil die Wellen sich verlangsamen, wenn sie durch teils geschmolzenes Gestein laufen.

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Supervulkane: Magmamonster in aller Welt

Die Zutaten für die Apokalypse stehen bereit: Wie eine Herdplatte wärmt der platte, fast 500 Kilometer breite Kopf der heißen Gesteinssäule darüber liegendes Gestein. Durch Spalten quillt Magma nach oben, es knackt den Fels.

Das Magma sammelt sich in einer Kammer in 20 bis 45 Kilometer Tiefe, wie frühere Messungen gezeigt haben. Ihr heißer Inhalt könnte den Grand Canyon elfmal füllen.

Das Reservoir wiederum speist eine kleinere Kammer nahe der Oberfläche. Sie wirkt wie ein Pfannkuchen, von dem eine Ecke nach oben ragt - ihre Spitze liegt nur ein paar hundert Meter unter dem nordwestlichen Boden des Yellowstone-Nationalparks.

Magma wird mobil

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Vulkane: Wenn die Erde explodiert

Messungen zeigen, dass das Gestein unter dem Yellowstone-Nationalpark zwar extrem heiß ist, aber wohl zu weniger als einem Zehntel flüssig: Das Magma liegt offenbar in einzelnen Blasen in Felsporen eingeschlossen wie in einem steinernen Schwamm. Der Explosivstoff sei derzeit gut verstaut im Untergrund, eine größere Eruption stünde nicht bevor, resümiert der Geologische Dienst der USA, der USGS.

Um größere Mengen in Bewegung zu setzen, müsste sich der Untergrund grundlegend wandeln. Erst wenn gut ein Drittel einer Magmakammer geschmolzen ist, verhält sich der Brei wie Flüssigkeit. Doch auch große Mengen Gas können Magma mobil machen.

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Die Wahrscheinlichkeit für eine große Eruption liege im Jahr bei eins zu 700.000, erklärt der USGS. Alarmierende Veränderungen, sind Geologen überzeugt, würden sich frühzeitig an der Oberfläche bemerkbar machen. Gas würde vermehrt austreten, die Erde würde noch häufiger beben als ohnehin schon in Yellowstone. Und schließlich würde sich der Boden wahrscheinlich über dem Aufstrom von Magma wölben.

Es könnte schnell gehen

Das könnte allerdings auch recht schnell gehen, wie eine Studie vor sechs Jahren zeigte. Das Magma sammelt sich demnach nicht stetig, sondern strömt in Schüben nach oben: Ein Gutteil des Reservoirs eines Supervulkans füllt sich binnen Jahrzehnten.

Selbst binnen Monaten könnten große Magmamengen nachströmen und letztlich den Ausbruch auslösen, berichtete die Forschergruppe um Timothy Druitt von der Blaise-Pascal-Universität im französischen Clermont-Ferrand.

Entsprechend kurz wäre die Vorwarnzeit. Würden Alarmzeichen beobachtet, wäre allerdings unklar, welche Maßnahmen getroffen werden müssten. Notfallpläne, mahnte die Geological Society of London in ihrem Regierungsgutachten über die Gefahr von Supervulkanen, gebe es nicht.

Als Supervulkane werden Vulkane bezeichnet, die mit einer einzigen Eruption mehr als tausendmal so viel Material ausspucken können wie 1980 der Mount St. Helens in den USA bei der drittgrößten Eruption des 20. Jahrhunderts. Etwa zwei Dutzend Supervulkane seien derzeit aktiv, vermuten Geoforscher.

Bei der letzten großen Eruption des Yellowstone-Vulkans vor 640.000 Jahren stürzte der Boden ein und hinterließ einen Krater von der Größe Korsikas. So verrät kein Bergkegel den Supervulkan, lediglich sprudelnde Heißwasserquellen und Schwefelgeruch im Yellowstone-Nationalpark.

boj

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insgesamt 37 Beiträge
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Seite 1
hurling.frootmig 27.03.2018
1. 1:700.000? Na diese Wahrscheinlichkeit erfreut jeden Lottospieler ..
wo der geneigete Lottospieler weitaus höhere Wahrscheinlichkeiten ertragen muss. ?-)
practicus 27.03.2018
2. Und was
ist daran neu? Die Ausdehnung derMagmakammern, das Ausmaß früherere Ausbrüche... nichts davon ist neu - aüßer der blumigen Schilderung des Katastrophenszenarios!
geschneider 27.03.2018
3. Gut Ding will Weile haben
In diesem Fall mindestens ein halbes Jahr. Solange ist es mindestens her, seit diese Inhalte das letzte Mal in den Zeitungen zu lesen waren. Ach ja, wenn ein Supervulkan hoch geht braucht keiner mehr irgendeinen Notfallplan. Dann ist Rien ne va plus.
Thomas Schröter 27.03.2018
4. US-Energieversorgung auf Geothermie umstellen
Der Lavadom reicht bis in einige hundert Meter Tiefe und ist extrem heiß. Bessere Voraussetzungen für Geothermie kann es garnicht geben. Mit Geothermiekühlanlagen in geeigneter Größenordnung könnte man so versuchen die Lava runter zu kühlen und damit Nutzenergie zu erzeugen. Dabei dürfte ausreichend viel grundlastfähige Energie erzeugbar sein um damit die US-Energieversorgung zu sichern. Im Anbohren von Supervulkanen haben die Italiener ja schon erste vielversprechende Erfahrungen gesammelt. Statt Geld in der Mauer zu Mexiko zu verbrennen wäre die Rettung der Welt per Yellowstonekühlsystem weit mehr gedient. Das wäre mal ein richtig gutes Trump_Projekt - und - No risk no fun.
merapi22 28.03.2018
5. Idee der NASA: Abkühlung der Magmakammer durch Wasserrohrleitungen
Die NASA hat ein Idee und die Vermutung, dass der Yellowstone Supervulkan nur um 35 Prozent an Wärme reduziert werden müsste, um einen Ausbruch abzuwenden. Durch Bohrungen bis zu 10 Kilometer tiefe in die Magmakammer glaubt die Raumfahrtbehörde, dass es möglich wäre, Hochdruckwasser in den Supervulkan zu leiten. Nach Schätzung der NASA hat das daraus gewonnene heiße Wasser, eine Temperatur von etwa 350 Grad Celsius. "Durch diese Bohrungen könnte eine Geothermieanlage geschaffen werden, die Strom zu extrem wettbewerbsfähigen Preisen von etwa 0,10 USD / kWh erzeugt", erklärte Wilcox der BBC . Energie für zehntausende Jahre mit den langfristigen Vorteil, einen zukünftigen Supervulkanausbruch zu verhindern, der den Planeten verwüsten würde. "" Da dies jetzt hier kaum jemand glauben wird, hier der Link: https://futurism.com/nasa-has-a-3-5bn-plan-to-save-the-planet-from-the-yellowstone-supervolcano/
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