Zahnfund Tyrannosaurus rex beim Jagen ertappt

Es war ein wilde Jagd. Der junge Tyrannosaurus rex verfolgte sein Beutetier und verbiss sich in dessen Schwanzwirbel. Das Opfer entkam verletzt, doch der Jäger verlor einen Zahn - und outete sich damit als Raubtier.

Zweifelsohne ein Raubtier: Tyrannosaurus rex mit Nachwuchs (Nachbildung)
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Zweifelsohne ein Raubtier: Tyrannosaurus rex mit Nachwuchs (Nachbildung)


Jagte der furchterregende T. rex wirklich selbst oder war er ein träger Aasfresser, der sich an der Beute schnellerer Saurier sattfraß? Diese lange diskutierte Frage konnten Wissenschaftler der Universität Kansas (USA) jetzt beantworten, mit Hilfe eines abgebrochenen Zahns in einem anderen Saurierskelett. Ihren Fund beschreiben die Forscher um David Burnham im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Das entscheidende Indiz fanden sie auf einer Dinosaurierfundstelle der Oberen Kreidezeit in North Dakota: Zwischen den Schwanzwirbeln eines pflanzenfressenden Hadrosauriers, wahrscheinlich eines erwachsenen Edmontosaurus annectens, steckte ein spitzer abgebrochener Zahn. Durch seine feine sägezahnartige Riffelung konnte er eindeutig identifiziert werden. Er stammte aus dem Gebiss eines jungen T. rex.

Wirbel verraten: Das Opfer überlebte

Der wichtigste Hinweis auf den Verlauf der Begegnung der Tiere vor mehr als 65 Millionen Jahren war aber die Tatsache, dass die beiden Wirbel um den Zahn herum fest zusammengewachsen waren. Also hatte der Hadrosaurier den Angriff noch mindestens einige Monate lang überlebt, in denen die Wunde verheilte. Der Tyrannosaurus rex hatte ihn also als lebendes Tier gebissen. Er war definitiv ein Jäger und nicht nur ein Aasfresser.

Die Lage des Zahns zwischen den Wirbeln deutet nach Angaben der Forscher darauf hin, dass der junge T. rex seine Beute verfolgte und ebenso zu Fall zu bringen versuchte, indem er sie mit großen Wunden schwächte und schließlich tötete. Die Taktik verfolgen auch heute lebende Raubtierarten. Auch wenn der Dinosaurier sicherlich Aas nicht verschmäht habe, so zeige der Fund doch eindeutig, dass T. rex ein aktiver Jäger gewesen sei, schreiben die Forscher.

che/dpa



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insgesamt 9 Beiträge
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stefanmargraf 16.07.2013
1. Bild? Jagdtechnik?
Wo ist das Bild des Fundstücks? Jagende Tiere schwächen nicht die Beute durch das Zufügen von Wunden. Das ist nicht effektiv. Sie werden zum Teil geschwächt durch die Hatz selbst, dann aber gezielt an weiterer Flucht gehindert, z. B. durch umwerfen, und anschließend wird gezielt getötet durch Gewalt gegen den Hals (seltener Kopf), z. B. durch Erdrosseln mittels Kehlenbiss oder auch Genickbruch bei größeren Jägern.
Ger-mann 16.07.2013
2. definitiv ein Jäger ?
Bin immer skeptisch wenn absolute Szenarien präsentiert werden welche sich vor zig-Millionen Jahren abgespielt haben sollen. Könnte doch auch sein, daß sich der junge TR am Gelege des erwachsenen HS vergriffen hat und es dadurch zu einem Kampf kam in dessen Verlauf ersterer seinen Zahn eingebüsst hat.
hirnschlacht 16.07.2013
3. sehe ich auch so
@Ger-Mann gute Idee! Genauso könnte der T-Rex auch sein eigenes Gelege gegen einen unachtsamen Hadrosaurus verteidigt haben. Ich denke "in der Not frisst der Teufel Fliegen" und so wird auch der T-Rex sich weder ausschliesslich von Aas ernährt haben, noch wird er Aas in Notzeiten verschmäht haben.Die Ausmaße des T-Rex sind für einen reinen Aasfresser jedoch einfach zu gewaltig. Er hätte sich mit Sicherheit nicht ausschliesslich von Aas ernähren können
Celegorm 16.07.2013
4.
Zitat von stefanmargrafWo ist das Bild des Fundstücks? Jagende Tiere schwächen nicht die Beute durch das Zufügen von Wunden. Das ist nicht effektiv. Sie werden zum Teil geschwächt durch die Hatz selbst, dann aber gezielt an weiterer Flucht gehindert, z. B. durch umwerfen, und anschließend wird gezielt getötet durch Gewalt gegen den Hals (seltener Kopf), z. B. durch Erdrosseln mittels Kehlenbiss oder auch Genickbruch bei größeren Jägern.
Das lässt sich so absolut nicht sagen. Es gibt durchaus Hetzjäger, die neben der kräftezehrenden Verfolgung an sich das Beutetier auch durch das Zufügen von Verletzungen zu schwächen bzw. langsam zu töten versuchen. Das lässt sich beispielsweise bei Orcas und grossen Bartenwalen, Wölfen und Bisons, anderen Hundeartigen oder auch Löwen beobachten. Allerdings betrifft das primär Rudeljäger, die einem grösseren und stärkeren Beutetier gegenüber stehen, das sich nicht einfach so töten lässt. Was ja nicht unbedingt der Konstellation hier entspricht. Allerdings erscheint es sowieso heikel, anhand eines einzelnen Zahns ein komplexes Verhalten festlegen zu wollen. Vielmehr als dass offenbar in diesem Fall ein lebender Hadrosaurier von einem T.rex gebissen wurde lässt sich daraus nur schwerlich ableiten..
Dschey 16.07.2013
5. Komodowarane
Zitat von stefanmargrafWo ist das Bild des Fundstücks? Jagende Tiere schwächen nicht die Beute durch das Zufügen von Wunden. Das ist nicht effektiv. Sie werden zum Teil geschwächt durch die Hatz selbst, dann aber gezielt an weiterer Flucht gehindert, z. B. durch umwerfen, und anschließend wird gezielt getötet durch Gewalt gegen den Hals (seltener Kopf), z. B. durch Erdrosseln mittels Kehlenbiss oder auch Genickbruch bei größeren Jägern.
verletzten ihre Beute und verfolgen sie dann mehrere Tage bis Sie an Erschöpfung und Vergiftung stirbt.
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