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Zehn-Punkte-Manifest: So kann Deutschland den Klimawandel bewältigen

Eine neue Studie führt Deutschland vor Augen, wie sich das Klima in der Republik bis 2100 verändern wird. Die Politik muss nun handeln, fordern die Forscher Hans von Storch und Nico Stehr - und verlangen, nicht nur über CO2-Reduzierung nachzudenken, sondern auch, sich für das Unvermeidliche zu rüsten.

Die Politik des Klimaschutzes, unterstützt von einflussreichen Zirkeln der Klimaforschung, gibt sich überwiegend einpolig. Sie wird dem Problem nicht gerecht. Unter dem Dach des Klimaschutzes kommen bisher fast ausschließlich Maßnahmen zum Tragen, die mit Energie, Verkehr, Industrie und Haushalt, also Energiesparen, Effizienzmaßnahmen und entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen zu tun haben.

Wie gefährlich dieser Weg sein kann, zeigen die jetzt veröffentlichten Ergebnisse der Modellrechnungen am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie einmal mehr.

Zu den Autoren
Zeppelin-Universität
Hans von Storch ist Professor für Meteorologie an der Universität Hamburg und Leiter des Instituts für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht.

Nico Stehr ist Inhaber der Karl-Mannheim-Professur für Kulturwissenschaften an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Beide gehören zu den renommiertesten deutschen Wissenschaftlern auf ihren Gebieten.
Die Gefährdung der Lebensgrundlagen der Gesellschaft durch Klimaveränderungen kann nämlich nicht wie bisher nur durch den Schutz des Klimas vor der Gesellschaft bekämpft werden - zumal viele dieser Maßnahmen symbolischer Art sind.

Es bedarf zusätzlicher, effektiver Anstrengungen von Forschung, Politik und Wirtschaft, um mit jenen Klimagefahren umzugehen, die heute schon bestehen und sich auch bei einer erfolgreichen Klimaschutzpolitik in der Zukunft verschärfen werden. Dieser Schutz kann nicht erst nach durchlebten Katastrophen im Gefolge von Wetterextremen aufgebaut werden, sondern muss in der Form von Vorsorge realisiert werden. Und daran hapert es hier und heute!

Bisweilen wird man mit der Feststellung konfrontiert, eine Ergänzung der bisherigen Klimaschutzpolitik durch eine aktive Klimavorsorgepolitik sei weitgehend identisch mit dem Eingeständnis, dass also die bisherige Politik gescheitert sei. Dieses Argument ist offensichtlich kurzsichtig und unbegründet.

Eine Konzentration der Klimapolitik auf die Reduktion von Treibhausgasen ist nicht zielführend, wenn sie gleichzeitig dazu führt, die Vorsorge zu unterdrücken. Eine derart einseitige Forschungsperspektive und Klimaschutzpolitik wird in den kommenden Jahrzehnten weder das Klima vor der Gesellschaft schützen noch die Gesellschaft vor dem Klima.

Unser Manifest stellt sich demgegenüber der Realität und ihren Anforderungen:

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
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1. ...
lebock 03.09.2008
Zitat von sysopEine neue Studie führt Deutschland drastisch vor Augen, wie sich das Klima in der Republik bis 2100 verändern wird. Die Politik muss nun handeln, fordern die Forscher Hans von Storch und Nico Stehr - und verlangen, nicht nur über CO2-Reduzierung nachzudenken. Sondern auch, sich für das Unvermeidliche zu rüsten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,576032,00.html
"Wie Deutschland den Klimawandel bewältigen kann" der Titel was ganz den globalen Geist der Zeit repräsentiert!
2. Teilweise richtig
timbuktu 03.09.2008
Ich finde diesen Beitrag im Grundsatz recht interessant, denke aber er wird bei vielen Lesern zu der Einschätzung führen, das es sowieso egal ist, was wir machen, es ist sowieso zu spät... Genau das ist aber falsch. Je eher wir anfangen und je mehr wir die Emmissionen verringern, um so grösser sind die Chancen, das zumindest auch unsere Kinder und Enkel noch eine Welt vorfinden, in der sie leben können. Natürlich werden wir uns auch an den Klimawandel anpassen müssen, das sollte aber nicht dazu führen, das wichtige Ziel aus den Augen zu verlieren, die Emmissionen so weit wie irgendmöglich zu senken. Eine grosse Hoffnung sind die steigenden Energiepreise, die automatisch dazu führen werden, das mit fossilen Energieträgern sparsamer umgegangen wird... Das Manifest liefert also leider keine echten Lösungen, es besteht die Gefahr, sich auf die Anpassung zu konzentrieren. Also Lungenkrebs bekämpfen ohne mit dem rauchen aufzuhören.
3. Schnell abhaken
Kalix 03.09.2008
In NS (Doerpen) will ein Schweizer Unternehmen ein Kohlekraftwerk bauen, welches in der Schweiz aufgrund seines Ausstosses von 5 MIO TO CO2 keine Zulassung erhielte. Das KKW ist geplant ohne Wärmekoppelung; diese ist abhängig von der Zusage eines Großunternehmens (Nordland-Papier), dass man auf xJahre diesen Standort beibehalten will. Nur; diese Zusage ist von Nordland - Papier nicht zu erhalten. In der Summe: Die Politik will auf Teufel komm raus bauen, gegen jede ökologische, medizinische und wirtschaftliche Vernunft. Hony soi qui mal y pense.
4. Klimawandel
mexi42 03.09.2008
Wann begreift man, dass das CO2 irrelevant für Temperaturerhöhungen ist? Es ist der Wasserdampf und die Wolkenbildung. Schickt die Panik verursachenden alten Herren in Rente, incl. Publikationsverbot. Vor 7000 Jahren war es wärmer als heute - ohne CO2.
5. Schon der Hammer
baiatul, 03.09.2008
Zitat von sysopEine neue Studie führt Deutschland drastisch vor Augen, wie sich das Klima in der Republik bis 2100 verändern wird. Die Politik muss nun handeln, fordern die Forscher Hans von Storch und Nico Stehr - und verlangen, nicht nur über CO2-Reduzierung nachzudenken. Sondern auch, sich für das Unvermeidliche zu rüsten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,576032,00.html
Was sicher nicht verkehrt ist. Aber was eigentlich schon der Hammer ist: Die Leute, die da ständig davor gewarnt haben, hat man für blöd erklärt. Nun ist es soweit. Das Klima ist versaut. Welche Auswirkungen das insgesamt hat, weiss niemand. Reicht ja auch, wenn's die Leute wissen, wenn's soweit ist. Und alles ist irgendwie so seltsam normal. Das Klima ist halt versaut. Und da sollten wir uns jetzt halt drauf einstellen. Halt so. Genau wie: Deutschland ist im Krieg. Das sollen wir halt zur Kentnis nehmen. Sonst passt das nicht so richtig. Oder: Die staatliche Rente ist vergeigt. Das soll man halt mit einberechnen fürs Alter. Alles wird solange ignoriert, bis der Weihnachtsbaum brennt. Und dann soll man sich halt drauf einstellen. Brennt halt der Baum. Ist doch ganz normal. Ein Glück, wer woanders wohnt, aber man kann ja nicht helfen. Und keiner ist da, der die Verantwortlichen aufknüpfen will.... Auch die Grünen, die das Ganze haben kommen sehen, scheinen da keinen politischen Punkt dafür zu machen. Den Leuten ist das wurscht. Die denken, was sind schon drei Grad. Ohne sich auch nur im geringsten drüber klar zu sein, welch ätztend scheußliches Wetter da kommt. Ein Leben lang. Für die Kinder, für die Enkel, für die Urenkel.... Egal. Muß man sich halt drauf einstellen....
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