Zika-Bekämpfung Insektengift tötet Millionen Bienen in den USA

Das Insektengift sollte in den USA Mücken den Garaus machen, die das Zika-Virus übertragen. Nun hat es offenbar mehrere Millionen Bienen getötet. Imker fordern, den Einsatz zu stoppen.

Mückenbekämpfung in Singapur: Auch in dem Stadtstaat breitet sich das Virus aus
REUTERS

Mückenbekämpfung in Singapur: Auch in dem Stadtstaat breitet sich das Virus aus


In den USA sind Millionen Bienen durch ein Insektizid getötet worden, das eigentlich gegen die für Zika-Infektionen verantwortlichen Stechmücken zum Einsatz kam. Das Insektengift wurde am Sonntag vergangener Woche in Dorchester County im US-Bundesstaat South Carolina per Flugzeug versprüht, wie der Verwaltungschef des Countys, Jason Ward, bestätigte. Mehrere Imker in der Region hätten anschließend über verendete Bienen geklagt.

Allein die Imkerei Flowertown Bee Farm and Supplies in der Stadt Summerville verlor 2,5 Millionen Bienen, wie der Fernsehsender WCSC berichtete. Die Inhaberin Juanita Stanley schrieb auf ihrer Facebook-Seite, der Insektizid-Einsatz habe ihren Familienbetrieb "zerstört". Die Behörden hatten die Aktion angeordnet, nachdem in Dorchester vier Zika-Fälle registriert worden waren.

Insektizid in der EU nicht zugelassen

Versprüht wurde das Insektizid Naled, das in den USA seit 1959 zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wird. Wegen seiner Umwelt- und Gesundheitsrisiken ist es in der EU seit 2012 verboten. Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt lediglich, es korrekt und sparsam anzuwenden.

Das Zika-Virus wird vorwiegend von Mücken übertragen. Eine Infektion hat bei Erwachsenen in der Regel keine schwerwiegenden Folgen. Bei Schwangeren kann es aber dazu führen, dass Babys mit Mikrozephalie geboren werden. Die Kinder haben einen ungewöhnlich kleinen Kopf, was zu schweren Entwicklungsschäden führen kann.

Zika grassiert vor allem in Lateinamerika. Die meisten Fälle, rund 1,5 Millionen, wurden bisher in Brasilien verzeichnet. In den USA wurden bislang rund 2600 Zika-Fälle registriert, der Großteil der Patienten infizierte sich allerdings bei Reisen in Zika-Gebieten in Lateinamerika.

jme/AFP



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