Kampf gegen Zika-Virus Forscher bauen Mückenfalle aus Autoreifen

Die Ägyptische Tigermücke ist Hauptüberträger des Zika-Virus. Nun haben Forscher eine Falle aus alten Autoreifen entwickelt, mit der sie die Mückeneier in großen Mengen einsammeln und abtöten können.

Mückenfalle aus Autoreifen zusammengebaut
Daniel Pinelo

Mückenfalle aus Autoreifen zusammengebaut


Im Kampf gegen die Zika-Epidemie haben Wissenschaftler eine neuartige Falle für die Mücken entwickelt, die das gefährliche Virus übertragen. Wie "F1000Research" berichtet, wird die Falle aus alten Autoreifen gebaut und ist sehr preiswert - die Kosten der Anti-Zika-Kampagne lassen sich so womöglich deutlich senken.

Die kanadischen und mexikanischen Forscher verwendeten alte Autoreifen für ihre Konstruktion. Die werden ohnehin häufig von den Mücken als Ei-Ablageplatz genutzt. Zwei 50 Zentimeter lange Stücke bauten die Wissenschaftler in Form eines kleinen Schiffes zusammen.

Durch ein Ventil wird eine Flüssigkeit auf der Basis von Milch in die Konstruktion eingelassen. Auf die Flüssigkeitslache kommt ein Stück Holz oder Papier, auf dem sich die Mücken niederlassen. Zusätzlich hinterlassen die Mückenweibchen in der Flüssigkeit Lockstoffe, die weitere Mücken anziehen.

18.000 Eier pro Monat vernichtet

Ist die Falle in Betrieb, muss das Stück Holz oder Papier zweimal in der Woche eingesammelt und auf Eier untersucht werden. Die Eier werden dann verbrannt oder mit Ethanol vernichtet. Dem Bericht zufolge wurde die neue Vorrichtung bereits zehn Monate lang erfolgreich in Guatemala getestet.

Wissenschaftler beim Bau einer Falle
Daniel Pinelo

Wissenschaftler beim Bau einer Falle

Nach Angaben der Forscher kostet die Apparatur 3,50 Dollar (rund drei Euro) und ist effektiver als die Fallen, die bisher im Kampf gegen Zika eingesetzt werden. Während des Tests in der guatemaltekischen Kleinstadt Sayaxché seien 18.000 Eier monatlich zerstört worden, die in 84 Fallen gesammelt worden seien. Mit der gleichen Anzahl anderer Fallen seien in dem Ort nur 2700 Eier im Monat gesammelt worden.

Das Zika-Virus grassiert seit Monaten vor allem in lateinamerikanischen Ländern. Am stärksten betroffen ist Brasilien. Für Erwachsene ist das Virus meist harmlos, doch kann es im Fall einer Infektion während der Schwangerschaft bei Babys zu Mikrozephalie führen. In diesem Fall werden die Kinder mit ungewöhnlich kleinem Kopf geboren, was zu Gehirnschäden und Entwicklungsverzögerungen führen kann.

jme/AFP

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