Zufallsfund: Darwins Fossilien-Arbeiten in Schublade entdeckt

Beim Durchstöbern eines alten Archivs ist ein Paläontologe auf wertvolle Arbeiten von Charles Darwin gestoßen. Die Fossilien - darunter das eines vier Meter hohen Pilzes - stammen von einer Seereise des Evolutionsbiologen. Sie galten seit mehr als 150 Jahren als verschwunden.

Forschungsgeschichte: Darwin-Fossilien aus der Schublade
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BGS

London - Der Paläontologe Howard Falcon-Lang hat ein vergessenes Archiv des British Geological Survey in Keyworth bei Nottingham durchsucht - und einen spektakulären Fund gemacht. In einem unscheinbaren Fach mit der Aufschrift "unregistrierte Pflanzenfossilien" befanden sich wertvolle Fossilien-Arbeiten von Charles Darwin.

Die Fossilien waren zur Betrachtung unter dem Mikroskop bearbeitet. "Fast das erste Stück, das ich in die Hand bekam, trug die Aufschrift 'C. Darwin Esq.'", berichtete der Forscher von der University of London. Er habe eine Weile gebraucht, um zu erkennen, dass es sich tatsächlich um die Signatur des Begründers der Evolutionstheorie handelte.

Später stellte sich heraus, dass es sich um ein fossiles Stück Holz handelte, das Darwin während seiner berühmten Reise mit dem Schiff "Beagle" gesammelt hatte. Es stammt vermutlich aus Chile. Der Archivfund umfasst insgesamt 314 Fossilien, darunter etwa der Überrest eines Pilzes, der vier Meter hoch wuchs. Nach derzeitigen Erkenntnissen geriet Darwins Sammlung in Vergessenheit, weil sein Freund und Kollege Joseph Hooker, damals für die Fossilien zuständig, es nicht mehr geschafft hatte, die Stücke rechtzeitig zu nummerieren, bevor er zu einer Himalaja-Expedition aufbrach.

Mit seinem 1859 erschienenen Buch "Die Entstehung der Arten" ("On the Origin of Species") begründete Darwin die Evolutionslehre und revolutionierte zugleich die Naturforschung. Dass seine Erkenntnisse sich nicht mit der Kirchenlehre von der Entstehung des Lebens vertragen, war Darwin bewusst. "Sicher werden sie mich am liebsten lebendig kreuzigen", schrieb er seinerzeit an einen Kollegen. Zwanzig Jahre zögerte er, bis er sein Werk über die Entstehung der Arten veröffentlichte.

Inzwischen gilt die Evolutionstheorie als eine der am besten belegten wissenschaftlichen Theorien überhaupt, so dass sie von der Wissenschaft inzwischen als Fakt anerkannt ist. Dennoch hat es die Lehre bis heute schwer: Selbst in einigen westlichen Industrieländern glauben große Teile der Bevölkerung nicht an die Evolution.

hda/dpa

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  • Dienstag, 17.01.2012 – 18:09 Uhr
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Atheismus und Religion
AFP
Als Charles Darwin 1859 mit seinem Buch "Die Entstehung der Arten" ("On the Origin of Species") die Evolutionslehre begründete, revolutionierte er nicht nur die Naturforschung. Er versetzte auch den theistischen Religionen einen schweren Schlag: Trete die natürliche Auslese an die Stelle der göttlichen Schöpfung, so die Befürchtung von Kirchenvertretern, könnte sie Gott überflüssig machen.






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