Bergsturz in der Bronzezeit Zugspitze war früher wohl ein Dreitausender

2962 Meter hoch ist die Zugspitze. Doch in der Bronzezeit war Deutschlands höchster Berg womöglich noch beeindruckender.

Ausbruchnische des Eibsee-Bergsturzes an der Zugspitze
LfU

Ausbruchnische des Eibsee-Bergsturzes an der Zugspitze


Ein Bergsturz in der Bronzezeit hat Deutschland womöglich um einen Dreitausender-Gipfel in den Alpen gebracht. Denn die Zugspitze (2962 Meter) war vor mehreren Tausend Jahren möglicherweise noch über 3000 Meter hoch.

Geologen am Landesamt für Umwelt (LfU) teilten mit, dass vor rund 3750 Jahren rund 200 Millionen Kubikmeter Gestein aus der Nordflanke des Bergs brachen und zu Tal stürzten. Was den Forschern Rätsel aufgibt: Am Fuß des höchsten deutschen Gipfels liegt viel mehr Gestein als oben an der Abbruchstelle zu fehlen scheint.

"Wir haben die Indizien, dass die Menge an Gestein, die am Felsfuß liegt, nicht in die ausgebrochene Stelle passt. Es ist nahe liegend, dass das Material von einem früheren, höheren Gipfel kam", sagte der Leiter des Geologischen Dienstes am LfU, Roland Eichhorn. Einen endgültigen Beweis, dass die 2962 Meter hohe Zugspitze einst ein Dreitausender war, gebe es aber nicht.

Die Geröllmassen verfehlten die damals wichtige Handelsroute durchs Loisachtal ins heute österreichische Inntal nur knapp. Aus den dortigen Kupferlagerstätten kam der Nachschub für die Bronzeherstellung im Alpenvorland. Die Wucht des Bergsturzes war so extrem, dass die Felsbrocken den damals schon vorhandenen Eibsee durchquerten und rund hundert Meter den gegenüberliegenden Hang wieder hinaufpolterten.

Derzeit keine Gefahr für gewaltigen Bergsturz

Die Geologen rekonstruierten das Ereignis anhand von Computermodellen sowie Bohrungen in die Bergsturz-Ablagerungen. Heute rechnet Eichhorn nicht mit solchen Katastrophen. "Aufgrund der Klimaerwärmung nimmt die Gefahr von Georisiken zwar zu, aber ein Bergsturz solchen Ausmaßes ist in den bayerischen Alpen glücklicherweise derzeit nicht absehbar."

Die Zugspitze ist Deutschlands höchster Berg und ein beliebtes Urlaubsziel. Jährlich fahren ungefähr eine halbe Million Menschen mit den vorhandenen Seilbahnen auf den Gipfel.

jme/dpa



insgesamt 28 Beiträge
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bartsuisse 26.06.2018
1. 3000 Meter beeindruckend ?
eher die Schönheit des Bergmassivs ist beeindruckend aber doch nicht 3000 m. Klar für ein Land das Hügel Gebirge nennt, mögen 3000 m hoch sein...eigentlich sind die deutschen Alpen VORALPEN, Deutschland kommt nirgends an die Hauptkämme der Alpen. Dagegen sind Appennin und Pyrenäen beeindruckend
mopsfidel 26.06.2018
2. Vor 3750 Jahren ..
Da war Deutschland noch nicht einmal ein Furz im Gedanken der Bewohner dieser Bergregion. Man kann also auch nicht behaupten, Deutschland ist damit ein 3000er abhanden gekommen. Aber interessant zu wissen, dass die Zugspitze damals(!) unter Umständen noch weitaus größer war.
Freier.Buerger 26.06.2018
3. früher und heute
Stellen wir uns vor, der Bergsturz wäre gestern gewesen, so wäre das mit Sicherheit ein untrügliches Zeichen das Schmelzen des Permafrostes und so für den menschgemachten Klimawandel. Die Schlingel, die Bronzeschmelzer, die haben wohl mächtig viel Feuer gemacht vor 3750 Jahren.
permissiveactionlink 26.06.2018
4. Wie gewonnen, so zerronnen !
Obwohl man sie eigentlich für nichts braucht, schön sind sie schon ! Und in der Zeit vom 13. März 1938 bis Mai 1945 gab es innerhalb der deutschen Grenzen sogar einmal 26 Dreitausender ! Der Gipfel des in dieser Zeit (17. August 1942) aus symbolischen Gründen eroberten und von deutschen Gebirgsjägern bestiegenen höchsten Berges Europas, des 5642m hohen Elbrus im Kaukasus, brachte uns sogar (nur für kurze Zeit !) einen 5000er.
St.Baphomet 26.06.2018
5. Noch beeindruckender?
Ob die Zugspitze nun 2960 oder 3160 Meter hoch wäre würde wohl kaum Jemand von Unten erkennen können. Für mich Flachländer ist dieser Berg trotzdem ziemlich beeindruckend. Wollen sich Einheimische in der Region beeindrucken lassen müssen sie wohl zum Himalaja fahren. Oder die 200 Millionen Kubikmeter Gestein wieder raufschaufeln ;-)
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