Vogelwanderung: Starenschwärme fliegen zurück nach Europa

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Vogelwanderung: Starenschwärme fliegen zurück nach Europa Fotos
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Sie wandern wieder: Tausende Stare fliegen Anfang des Jahres von ihren Winterquartieren in Afrika Richtung Europa. In riesigen Schwärmen zeigen die Zugvögel vielseitige Flugformationen. Ein gefundenes Fressen für Raubvögel und Fotografen.

Hamburg - Bis zu 2000 Kilometer legen Stare im Frühjahr auf ihrer Wanderung aus Nordafrika zu den Nistplätzen in Europa zurück. Dabei bewegen sie sich in Gruppen von Tausenden Tieren, um sich vor Angreifern zu schützen. Der Schwarmflug folgt klaren Regeln. Derzeit bereiten sich Tausende Stare in Israel auf den Rückzug nach Europa vor.

Stare verbringen die Monate Oktober bis Januar vor allem im Mittelmeerraum, im atlantischen Westeuropa oder in Nordwestafrika. Anfang Februar beginnt ihre Rückreise nach Europa: Von Israel aus, wo einige von ihnen überwintern, fliegen sie durch den Libanon und Syrien und machen schließlich einen Schlenker über das Mittelmeer in Richtung Türkei. Von dort aus verteilen sie sich und fliegen zu ihren Sommerquartieren.

Andere Zugvögel kommen aus noch ferneren Winterquartieren und landen nur für einen Zwischenstopp in Israel, um Kraft zu sammeln für die Weiterreise. Störche, zahlreiche ziehende Singvogelarten sowie diverse Greifvögel sind dann dort zu finden. Nicht selten kommt es vor, dass andere Arten sich in den großen Starenschwärmen verstecken, um sich vor Angreifern zu schützen.

Im Schwarm folgen die Vögel einfachen Regeln: Sie versuchen, zu allen Nachbarn die gleiche Distanz zu halten - etwa eine Flügelspanne. Dabei orientieren sie sich an maximal sieben Individuen; mehr können sie nicht unterscheiden. Auch die Flugrichtung gibt der Nachbar vor. Auf diese Weise kann im Prinzip jeder Vogel im Schwarm eine Richtungsänderung einleiten. Verändert sich ein Tier, passen sich nach und nach alle anderen an.

Nur zur Brutsaison verzichten Stare auf den Schwarm

Während der Wanderung ist der Schwarm für Stare überlebenswichtig. Versucht ein Raubvogel, Beute zu machen, umzingeln und bedrängen ihn die Stare, bis er keinen Platz mehr hat, mit den Flügeln zu schlagen. Der Raubvogel fällt dann einfach aus dem Schwarm heraus. Das gibt den Staren Gelegenheit zur Flucht.

Durch den Flug in der Gruppe sparen Stare außerdem Energie: Mit dem Flügelschlag erzeugen sie Luftwirbel, die anderen Vögeln Auftrieb geben. Auf langen Reisen wechseln sie auch deshalb regelmäßig die Plätze.

Die Form eines solchen Schwarms ändert sich ständig: Nach dem Abheben der Tiere befinden diese sich meist in einem chaotischen System. Gibt dann kein Vogel eine Richtung vor, entsteht ein Torus - ein reifenförmiger Ring. Sobald einige Tiere aus dieser Formation zielgerichtet weiterfliegen, folgt der Rest.

Stare leben das ganze Jahr über in großen Gruppen. Nur während der Brutzeit separieren sie sich von ihren Artgenossen und verteidigen ihre Bruthöhle auf einige Meter. Nach ihrer Reise werden die Vögel im Frühjahr auch wieder vermehrt in Deutschland zu sehen sein.

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