ThemaArchäologieRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
30.07.2009
 

Wertvolle Funde

Archäologen machen reiche Beute bei Bauarbeiten

Gleich in mehreren Bundesländern sind Archäologen auf zahlreiche historische Fundstücke gestoßen. Darunter sind ein 3000 Jahre alter Holzbrunnen und eine Kreisgrabenanlage, die vor mehr als 6000 Jahren angelegt wurde.

Lubmin/Kassel/Bad Segeberg - Bei Voruntersuchungen zum Bau der geplanten Ostsee-Gaspipeline "Opal" sind Archäologen aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen zahlreiche Funde gelungen. Zu den spektakulärsten Entdeckungen entlang des 470 Kilometer langen Trassenverlaufs gehörte die Freilegung eines 3000 Jahre alten Holzbrunnens bei Kalkreuth, etwa 30 Kilometer nördlich von Dresden, wie Pipeline-Projektleiter Hans-Georg Egelkamp mitteilte. Die sehr gut erhaltene Wasseranlage sei komplett geborgen worden und werde gegenwärtig untersucht.

Für Aufsehen sorgte auch der Fund von Keramikscherben in einer jungsteinzeitlichen Siedlung bei Brockwitz im Elbtal, die die Anfänge der Keramikherstellung vor mehr als 7000 Jahren dokumentieren. In der Uckermark legten die Experten in einer Senke bei Grünow jahrtausendealte Tonscherben sowie Tierknochen aus der Steinzeit frei. Zudem wurde bei Bad Freienwalde eine in der Jungsteinzeit angelegte Kreisgrabenanlage mit Graben, Wall und vier Zugängen nachgewiesen, die vor mehr als 6000 Jahren angelegt worden war.

Allein im Trassenkorridor durch Mecklenburg-Vorpommern hatten Archäologen 35 besonders wertvolle Fundplätze ausgemacht. Zu ihnen gehörte eine kaiserzeitliche Siedlungskammer bei Wrangelsburg, die aus den Jahren von der Zeitenwende bis 370 stammt. Ausgewertet werden gegenwärtig auch Funde aus einem Gräberareal mit 72 bronze- und eisenzeitlichen Brandbestattungen sowie 14 jungslawischen Körpergräbern bei Steinfurth. Zudem bargen die Experten gut erhaltene Fragmente von Gießformen und Schmelztiegeln aus der Bronzezeit.

Entdeckungen beim Bau der A20

Auch bei Ausgrabungen an der geplanten Trasse der Autobahn 20 bei Bad Segeberg in Schleswig-Holstein wurden Archäologen fündig. Nahe der Ortschaft Wittenborn entdeckten die Wissenschaftler einen "über Jahrhunderte hoch frequentierten Raum", wie Ingo Clausen vom Archäologischen Landesamt sagte. In der Nähe seien Überreste von Siedlungen aus der Vor- und der Eisenzeit (um 200 vor bzw. 200 nach Christus) gefunden worden. Erstmals in Schleswig-Holstein habe man auch Relikte aus der Zeit der Völkerwanderungen um das Jahr 400 entdeckt.

Die Forscher stießen bei ihren Ausgrabungen auch auf Siedlungsspuren aus der Bronzezeit sowie am Ortsausgang von Bad Segeberg auf einen rund 2000 Jahre alten großen Urnenfriedhof. Dabei wurden mehr als 300 Tongefäße aus der römischen Kaiserzeit freigelegt. Die Toten wurden seinerzeit verbrannt und ihre Überreste mit Beigaben wie Schmuck, Waffen und Kleidung beigesetzt, sagte Clausen. Die Gefäße sind zum Teil unversehrt geblieben.

mbe/ddp

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Technik
alles zum Thema Archäologie

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP