Hannover/Gorleben - Im Atommüllzwischenlager Gorleben ist ein Defekt am Überwachungssystem eines Castor-Behälters aufgetreten. Der Betreiber der Anlage, die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS), habe die Atomaufsicht am Samstag darüber informiert, teilte das niedersächsische Umweltministerium am Sonntag in Hannover mit. Zu keinem Zeitpunkt habe die Gefahr der Freisetzung von Radioaktivität bestanden.
Auf der vierteiligen Skala für meldepflichtige Ereignisse in kerntechnischen Anlagen in Deutschland rangierte die Panne in der zweithöchsten Kategorie "Eilt". Sie musste damit vom Betreiber innerhalb von 24 Stunden der Atomaufsicht mitgeteilt werden. Nach der internationalen Ines-Skala ist der Defekt als "Null" der untersten von acht möglichen Stufen zuzuordnen: "Keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung".
Der Behälter, der 28 hochradioaktive Glaskokillen aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague enthält, sei in den Wartungsraum des Zwischenlagers gebracht worden, sagte eine Ministeriumssprecherin. Die Fehlermeldung sei durch einen elektrischen Defekt im Verbindungskabel zwischen dem Behälter und dem Behälter-Überwachungssystem des Zwischenlagers ausgelöst worden.
Die defekten Bauteile wurden den Angaben zufolge im Beisein der Aufsichtsbehörde ausgetauscht. Zunächst habe es so ausgesehen, als wäre die Betriebsstörung behoben, sie sei dann aber am Sonntagmorgen erneut aufgetreten, sagte die Sprecherin. Die Untersuchungen des Zwischenfalls dauerten an. Im Zwischenlager Gorleben lagern insgesamt fünf Behälter mit abgebrannten Brennelementen und 86 Behälter mit Atommüll aus Wiederaufbereitungsanlagen.
Umweltschützer riefen am Nachmittag zu Protesten gegen die Gorlebener Atomanlagen auf. Auf einem mehrere Quadratkilometer großen Areal im Gorlebener Wald stehen zwei Atommüllzwischenlager und eine sogenannte Pilotkonditionierungsanlage. Daneben liegt das Erkundungsbergwerk für den Gorlebener Salzstock.
sto/ddp/AFP
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