Von Jens Lubbadeh
Jahrelang wurde die Idee als Spinnerei abgetan, doch dann ging alles ganz schnell: Desertec beherrschte weltweit die Schlagzeilen. Zwölf Wirtschaftsschwergewichte hatten sich zur Desertec Industrial Initiative (DII) zusammengetan und verkündet, Tausende Quadratkilometer große Hohlspiegelkraftwerke in der Sahara bauen zu wollen. Mit Strom aus Wüstensonne soll der stetig wachsende Energiehunger der Welt gestillt werden, deren Ölreserven schwinden und die durch die Verbrennung von Öl, Kohle und Gas immer wärmer wird.
Die Energiemengen, die die Sonne täglich auf die Flächen der nordafrikanischen Sahara prasseln lässt, sind so immens, dass Spiegelkraftwerke auf einer Gesamtfläche von 90.000 Quadratkilometern die ganze Welt mit sauberer, emissionsfreier Energie versorgen könnten. Trotzdem wäre diese Fläche kaum mehr als ein glitzernder Fleck in der neun Millionen Quadratkilometer großen Wüste.
Bei Desertec trifft Lowtech auf Hightech. Die Idee an sich ist simpel: Sonnenstrahlen werden gebündelt, Wasser verdampft, Turbinen angetrieben. Keine komplizierte Kernfusion, keine Dünnschicht-Silizium-Solarzellen, kein unterirdisch gespeichertes CO2. Stattdessen solide Ingenieurskunst, die schon vor fast hundert Jahren in Ägypten zum Einsatz kam.
Die Herausforderungen liegen im Detail: Wie verbessert man die vermeintlich simple Technologie so, dass der Solarstrom konkurrenzfähig wird zu Kohle und Kernkraft?
Es sind vor allem deutsche Ingenieure, die derzeit daran arbeiten. Mit Erfolg: Die Wirkungsgrade solarthermischer Kraftwerke nähern sich der 20-Prozent-Marke. Experten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt rechnen damit, dass ab dem Jahr 2020 der Strom aus der Wüste billiger sein wird als der aus unseren Kraftwerken.
Bald werden die Staaten der Welt in Kopenhagen darum ringen, wie viel CO2 sie reduzieren wollen - um die globale Erwärmung in Schach zu halten. Desertec ist ein Plan, wie eine saubere, klimaverträgliche Energieversorgung einmal aussehen könnte. Auch für die USA gibt es ein ähnliches Konzept, den Great Solar Plan.
SPIEGEL ONLINE gibt einen Überblick über den derzeitigen Stand der Solarthermie-Technologie:
Auf anderen Social Networks posten:
Sie haben eine Drosselung gefordert?!? Oder doch eher eine Abschaffung des EEG, bzw. völlig eineitig gegen PV gewettert? Ich kann dagegen auf mehrere Beiträge verweisen, in denen ich eine versetzte 1/4 oder 1/2 jährliche [...] mehr...
Die Erkundung ist nicht teuer (Man rechne das um auf den Preis pro kWh) und eins finde ich auch: Man sollte (und das waere rechtlich auch schon moeglich) die Kosten der Polizeieinsaetze den Verursachern anlasten! Ganz [...] mehr...
Als Antwort auf den "Brandbrief" der Öko-Institute et alt bezüglich einer dringend notwendigen Senkung der PV-Vergütung hat sich natürlich der klebrige sfv sofort mit einer Protestnote zu Wort gemeldet - ein Lobby-Verein [...] mehr...
Lustiger Artikel des photovoltaik-magazins zum Thema: "Die (Solar-)Branche bettelt geradezu um Kürzungen" "Das Bundesumweltministerium und die Solarbranche seien sich einig, dass der Ausbau der Photovoltaik [...] mehr...
Soooo toll sind Sie ja auch nicht informiert: "Da können Sie mal sehen, wie vorausschauend das Nobelpreiskomitee schon damals Photovoltaik gegen Atomspaltung abgewogen hat. Und Einstein... " Ihr Beitrag. Zu der [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Technik | RSS |
| alles zum Thema Energietechnologie | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH